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StartseiteWirtschaft und GesellschaftVor- und Nachteile der Anlage in Gold31.07.2012

Vor- und Nachteile der Anlage in Gold

Teil 2 der Serie "Sicher durch die Eurokrise"

Viele Verbraucher wissen nicht, wie sie ihr sauer Erspartes absichern können. Gold als Anlageform galt lange Zeit als konservativ und war besonders bei der älteren Generation beliebt. Doch die Finanzkrisen haben dem Gold und auch anderen Edelmetallen, wie Silber oder Platin, zu neuem Glanz verholfen.

Von Stefan Wolff

Anlagegold wird in Form von Goldbarren und Goldmünzen vertrieben. (AP)
Anlagegold wird in Form von Goldbarren und Goldmünzen vertrieben. (AP)

Gold ist wohl eine der ältesten Wertanlagen der Welt. Geradezu sprichwörtlich war der Reichtum von König Midas, denn alles, was er anfasste, wurde zu Gold. Die spanischen Eroberer interessierten sich ausschließlich für das Edelmetall, als sie Mexiko und Peru eroberten.

Gold- und Silbermünzen waren lange Zeit eine universelle Währung. Allein anhand des Gewichts konnte der Tauschwert ermittelt werden.

Gold findet vor allem in der Schmuckindustrie Verwendung. Etwa zwei Drittel der angebotenen Menge werden von der Branche weiterverarbeitet.

Unter Anlegern galt das Horten von Gold lange Zeit als konservativ und war nur etwas für Vertreter der inflationsgeschädigten Kriegsgeneration. Doch die Krisen der vergangenen Jahre haben dem Gold und auch anderen Edelmetallen, wie Silber oder Platin zu neuem Glanz verholfen.

Was spricht dafür in Gold und andere Edelmetalle zu investieren?

Vor allem Gold gilt als idealer Schutz vor Inflation. Wer vor 200 Jahren einen Herrenschneider aufsuchte, konnte für den Gegenwert einer 31,1 Gramm schweren Unze Feingold einen Anzug kaufen. Das war auch vor 100 Jahren der Fall und es ist auch heute so. Gold kann also als wertbeständig bezeichnet werden.

Vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten hat der Goldpreis stets angezogen. Auch zu Kriegszeiten gewann das Edelmetall an Wert. Nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches wurde Gold wieder zur Tauschwährung, wobei Teppiche und Zigaretten eine gewichtigere Rolle spielten.

Silber und Platin gelten als Trendfolger des Goldes. Wenn also der Goldpreis stark steigt, greifen Anleger in der Regel auf die weißen Metalle als Alternative zurück.

Und was spricht dagegen?

Edelmetalle werfen keine Zinsen ab. Der Gewinn entsteht nur über den Preis. Außerdem hängt der Preis vom Dollarkurs ab. Die Lagerung in einem Bankschließfach kostet Gebühren, ebenso der Kauf und der Verkauf. Der Erwerb von Silber unterliegt zusätzlich der Mehrwertsteuer.

Außerdem können die Preise stark schwanken. Das bekam in der Vergangenheit so mancher Anleger zu spüren. Wer Ende 1980, als Gold einen Rekord bei über 800 Dollar je Unze markierte, eine Feinunze Gold kaufte, machte 27 Jahre lang keine Gewinne. Der Goldpreis brach sogar in der Spitze um mehr als zwei Drittel ein, dümpelte lange Zeit unter 300 Dollar. Erst im Jahr 2005 zog der Preis wieder an.

Wie hat sich der Wert von Gold in den letzten zwölf Monaten entwickelt?

Gold hat im vergangenen Jahr bei knapp 1900 Dollar je Unze einen Rekorpreis erreicht. Seitdem ist der Preis deutlich zurück gegangen. Thorsten Pröttel, Edelmetallexperte bei der Landesbank Baden-Würtemberg erklärt das so:

"In den vergangenen drei Jahren hat die hohe Nachfrage den Preis um fast 70 Prozent nach oben getrieben. Die Bilanz eines Jahres weist einen Verlust von 1,5 Prozent aus."

Die weiteren Gewinnchancen sieht Thorsten Pröttel gespalten:

"Gegen einen starken Anstieg spricht momentan, dass wir nicht mehr diese Hausse-Situation, wie sie jetzt an der Börse heißt, sehen können. Die Anlegerkäufe, die immer stärker geworden sind, in jeder neuen Eskalationsstufe der Krise, die sind momentan nicht vorhanden. Ein anderer Fall wäre, wenn Griechenland jetzt aus dem Euro austreten würde, aber man muss auch ganz klar sagen, dass auch viele Anleger dem Gold treu bleiben, insofern glaube ich auch nicht an einen starken Ausverkauf."

Verschärft sich die Lage, dann rückt Gold auch wieder ins Bewusstsein. Es ist eben ein Krisenmetall.

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