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Vorsicht bei Nebenjobs

Verbraucherzentralen warnen vor unseriösen Angeboten

Von Margret Bielenberg

Wer eine Nebentätigkeit aufnimmt, darf nicht mehr als 48 Stunden in der Woche insgesamt beschäftigt sein.
Wer eine Nebentätigkeit aufnimmt, darf nicht mehr als 48 Stunden in der Woche insgesamt beschäftigt sein. (AP)

Immer mehr Menschen müssen ihren Verdienst durch eine Nebentätigkeit aufstocken. Dabei ist nicht nur wichtig, die Seriosität des Anbieters zu prüfen, sondern im Vorfeld auch zu berücksichtigen, dass das Arbeitszeitgesetz ein Limit vorsieht.

Manchmal ist es ganz einfach, ein Jobangebot als unseriös zu erkennen: Vorsicht ist etwa geboten, wenn man erst einmal zahlen soll, bevor man selbst Geld verdient. Zur Zeit werden im Internet zum Beispiel Produkttester gesucht, sagt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. Bevor die allerdings zum Einsatz kommen können, sollen sie ein Zeitschriftenabo abschließen.

"Grundsätzlich sollte man darauf achten, dass man nicht per Vorkasse irgendetwas zahlt. Wenn man ein Zeitschriftenabo abschließen soll oder erstmal teure Produkte kaufen soll, dann raten wir grundsätzlich davon ab."

Niemand bekommt eine Zusicherung, dass er später auch wirklich eingesetzt wird und Geld verdient, sagt die Verbraucherschützerin. Wer bereits einen Vertrag unterschrieben hat, sollte schnell reagieren und zum Beispiel ein vorschnell abgeschlossenes Abonnement innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Wer ein Nebenjob-Angebot bekommt, sollte zunächst dessen Seriosität prüfen. Vorsicht ist angebracht:

"Wenn man nicht erkennt von wem ist das Angebot überhaupt. Welche Firma steckt dahinter. Oder man soll eine kostenpflichtige Telefonnummer anrufen. Davon raten wir auch auf jeden Fall ab. Auch wenn die Tätigkeit im Unklaren bleibt, wenn man eigentlich gar nicht versteht worum geht es und wenn viel Geld für leichte Arbeit versprochen wird, dass sich alles ganz einfach anhört. Auch das wird es nicht geben."

Vorher klären sollte man auch, ob überhaupt genug Zeit zur Verfügung steht, sagt der Hamburger Arbeitsrechtler Johannes Wuppermann. Denn man dürfe nicht zu viel arbeiten.

"Wenn ich eine Nebentätigkeit aufnehme, dann darf ich nicht mehr als 48 Stunden insgesamt – zusammen gerechnet aus meiner Haupttätigkeit und der Nebentätigkeit beschäftigt sein. Weil das Arbeitszeitgesetz da ein Limit setzt."

Der Hauptarbeitgeber braucht vor Aufnahme der Nebentätigkeit nicht um Erlaubnis gefragt zu werden. Es sei denn im Arbeitsvertrag ist eine Nebentätigkeitsklausel vermerkt oder es handelt sich um einen Beamten, der einen Nebenjob sucht.

"Anders ist es dann, wenn es sich um eine Nebentätigkeit im selben Gebiet handelt. Wenn ich eine Konkurrenztätigkeit aufnehme. Das geht nicht, da müsste ich vorher den Arbeitgeber informieren und fragen, denn sonst riskiere ich, dass der Arbeitgeber das abmahnt und, wenn ich das trotzdem fortsetze, eine Kündigung erklärt."

Für das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist es egal, ob die Tätigkeit Neben- oder Hauptjob ist - rechtlich gibt es keine Unterschiede. Wer in seinem Urlaub allerdings seine Nebentätigkeit aufstocken will, muss sich an Regeln halten, sagt Johannes Wuppermann.

"Der Urlaub dient der Erholung. Und insoweit ist man da nicht völlig frei. Man kann also nicht sagen, ich hab in meinem Urlaub jetzt eine Vollzeitnebentätigkeit. Aber wenn ich eine Nebentätigkeit habe und von dem Arbeitgeber dieser Nebentätigkeit nicht in derselben Zeit Urlaub bekomme wie von dem Hauptarbeitgeber, dann kann ich auch meine Nebentätigkeit in der Urlaubszeit der Haupttätigkeit weiter ausüben."

Nebentätigkeiten werden meist als geringfügiges Beschäftigungsverhältnis auf 400-Euro-Basis ausgeübt. Bei höherem Verdienst wird der Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig - meist in der ungünstigen Steuerklasse 6. Der Vorteil: es werden Rentenanwartschaften erworben. Allerdings kann auch der geringfügig Beschäftigte auf die Versicherungsfreiheit verzichten. Der Sozialversicherungsbeitrag, den der Arbeitgeber vom Lohn abzieht, liegt zur Zeit bei 7,6 Prozent.

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