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StartseiteVerbrauchertippDaten im Vorsorge-Register hinterlegen - für den Notfall10.04.2017

Vorsorgevollmacht und PatientenverfügungDaten im Vorsorge-Register hinterlegen - für den Notfall

Viele Menschen wollen für den Fall vorsorgen, dass sie nicht mehr selbst für sich entscheiden können. Der erste Schritt dafür: eine Vorsorgevollmacht oder eine Patientenverfügung erstellen. Die Stiftung Warentest rät, diese auch beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren zu lassen.

Von Dieter Nürnberger

Pflegerin hält die Hand einer Seniorin. (imago / allOver-MEV)
Rechtzeitig bestimmen, was laufen soll, wenn man selbst nicht mehr entscheiden kann: Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kann man im Zentralen Vorsorgeregister hinterlegen, dazu Daten und Namen von Kontaktpersonen. (imago / allOver-MEV)
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Das Zentrale Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer gibt es bereits seit 2005 und inzwischen haben hier rund 3,4 Millionen Menschen ihre Daten auch hinterlegt. Wie wichtig diese Einrichtung ist, zeigt jedoch eine andere Statistik: Denn monatlich wird bundesweit immerhin rund 20.000 Mal beim Register angefragt, ob ein Patient Daten gemeldet hat.

Es geht vor allem um schwer Erkrankte

Es geht hierbei allerdings weniger um die Ersthilfe nach einem Unfall, sagt Warentesterin Simone Weidner - da müsse im Krankenhaus ohnehin schnell reagiert werden - sondern um schwer erkrankte Patienten in den Kliniken:

"Dann wenden sich die Ärzte über die Klinikleitung an die Betreuungsgerichte. Denn in so einem Notfall wird - wenn keine andere Person ermittelt werden kann - ein rechtlicher Betreuer vom Gericht vorgeschlagen. Der dann mit den Ärzten über den Patienten entscheidet. Aber vorher wenden sich die Betreuungsgerichte an das Register und erfragen, ob Patient XY dort Daten hinterlegt hat."

Patientenverfügungen beim Vorsorgeregister einstellen lassen

All jene, die bereits eine Vorsorgevollmacht oder auch eine Patientenverfügung verfasst haben, handeln vorbildlich, so die Stiftung Warentest. Doch im Alltag sei es nicht selten so, dass diese Dokumente irgendwo zu Hause oder bei Angehörigen liegen. Wer die Schriftstücke beim Vorsorgeregister meldet, sorgt dafür, dass sie schneller gefunden werden und entsprechend den Vorgaben des Patienten reagiert werden kann.    

"Das wichtigste ist die Vorsorge-Vollmacht: Für das Gericht oder die Ärzte ist wichtig, haben wir hier eine Person, die berechtigt ist in Gesundheitsfragen zu entscheiden? In diesem Zusammenhang wird auch abgefragt, ob es eine Patientenverfügung gibt, die dann der Bevollmächtigte im Zweifelsfall mit umsetzen muss."

Wichtig, so Warentesterin Simone Weidner: Beim Vorsorgeregister geht es allein um die Meldung von Dokumenten. Eine komplette Vorsorgemappe mit detaillierten Angaben für den Notfall wird vom Register nicht verwaltet, sie wird auch gar nicht erst nicht angenommen. Sämtliche Personen, die als Betreuer oder Bevollmächtigter genannt sind, werden vom Vorsorgeregister darüber auch informiert.

Anmeldung auch online gegen Gebühr möglich

Wer die eigene Vorsorge mithilfe eines Notars regelt, kann auf diesem Weg auch eine kostenlose Registrierung gleich mit veranlassen. Alle anderen müssen mit geringen und einmaligen Kosten für die Meldung beim Register rechnen, so Simone Weidner: 

"Man kann das direkt online machen - "vorsorgeregister.de". Man kann sich auch das Formular herunterladen und mit der Post zurückschicken. Ab 13 Euro kostet die dauerhafte Registrierung. Und je nachdem, wie viele Bevollmächtige es gibt, können das dann auch 16 oder 18 Euro werden."

Zusatzinfos für den Ernstfall immer dabei haben

Und noch eine Empfehlung der Stiftung Warentest: Egal, ob schon eine Meldung der Daten beim Vorsorgeregister vorgenommen wurde oder nicht, es sei sinnvoll, eine kleine, zusätzliche Information für den Ernstfall stets bei sich zu haben.

"Ein kleiner Zettel oder eine Infokarte im Portemonnaie mit der Information -  dies ist eine Person, die Sie bitte im Notfall anrufen, mit Kontaktdaten - das kann schon sehr wichtig sein. Damit können Ärzte im Notfall jemanden kontaktieren. Im optimalen Fall weiß diese Person dann auch, wo die Vorsorgedokumente liegen. Vielleich passt auf den Zettel auch darauf, dass es eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung gibt - das wäre nahezu ideal."

 

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