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StartseiteWirtschaft am MittagHochkonjunktur für die deutsche Wirtschaft 21.03.2018

Wachstumsprognosen Hochkonjunktur für die deutsche Wirtschaft

Sowohl der Sachverständigenrat als auch die Wirtschaftsforschungsinstitute sehen die Konjunktur in Deutschland in einer Hochphase - und prognostizieren ein Wachstum von 2,3 bis 2,6 Prozent. Einziges Risiko: der drohende Handelskrieg mit den USA.

Von Theo Geers

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Ein Mitarbeiter der ThyssenKrupp Aufzugswerke schweißt in Neuhausen auf den Fildern (Baden-Württemberg) Metall (picture alliance/ dpa/ Inga Kjer)
Kräftige Binnennachfrage, Exporte, steigende Löhne und Einkommen: Das sind die Gründe für die positiven Prognosen. (picture alliance/ dpa/ Inga Kjer)
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Hochkonjunktur in Deutschland – auch bei den Wirtschaftsprognosen für das laufende Jahr. Die kräftige Binnennachfrage und die Exporte, steigende Löhne und Einkommen – das ist der Mix, weshalb die Prognosen zumindest für 2018 immer optimistischer werden. 2,3 Prozent prognostiziert der Sachverständigenrat, 2,4 Prozent erwarten das gewerkschaftsnahe IMK und das RWI-Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung, 2,5 Prozent das Institut für Weltwirtschaft und mit unverändert 2,6 Prozent wagt sich das Ifo-Institut am weitesten vor. Und auch wenn es hinter dem Komma kleine Unterschiede gibt, können sich alle Konjunkturexperten hinter dieser Feststellung versammeln: "Nach dem kräftigen Wachstum der vergangenen Jahre befindet sich die deutsche Wirtschaft in einer Hochkonjunkturphase". So bringen es die die fünf Wirtschaftsweisen des Sachverständigenrats auf den Punkt und auch für Gustav Adolf Horn, den Direktor des IMK, hat dieser Boom etwas Außergewöhnliches: 

"Damit hat dieser Aufschwung eine andere Qualität, er trägt sich selbst, denn Investitionen schaffen ja neue Arbeitsplätze und das reicht dann auch weiter in die Zukunft hinein. Wir sehen Deutschland vor einer fortgesetzten Aufschwungentwicklung, die auch von der Qualität hoch ist." 

"Keine Daten für eine Dämpfung"

Auch deshalb schließt sich Horn nicht den heute erstmals genannten Prognosen für 2019 an. Für das kommenden Jahr senken die meisten Institute ihre Wachstumsprognose auf 1,8 oder 1,9 Prozent, also deutlich weniger als 2018.

"Das sehen wir nicht", sagt dazu Gustav Adolf Horn, und dann kann sich der Außenseiter unter den Konjunkturforschern eine kleine Spitze gegen die Großen der Branche nicht verkneifen:

"Interessanterweise ist mir nicht klar, warum es diese Dämpfung gibt. Außer dass man sagt was rauf geht, muss auch wieder runter gehen. Es gibt ansonsten von den harten ökonomischen Daten keinen Anlass, diese Dämpfung hineinzuschreiben."

Trump als Elefant im Raum

Solche Anlässe, die Horn für ein gedämpftes Wachstum nicht sieht, sehen die anderen sehr wohl. So spricht das Ifo-Institut von einer Überauslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten, das RWI und der Sachverständigenrat warnen vor den Engpässen am Arbeitsmarkt. Beides lässt die Binnenkonjunktur an ihre Grenzen stoßen: Die Unternehmen finden kaum noch Fachkräfte, die wegen der Überauslastung der Kapazitäten eigentlich fälligen Erweiterungsinvestitionen unterbleiben, weil das Personal für diese neue Kapazitäten einfach nicht zu finden ist. Und dann gibt es bei allen Prognosen noch den Elefanten im Raum, sprich die große Unsicherheit, die Donald Trump ausgelöst hat. Ein drohender Handelskrieg mit den USA, die im letzten Jahr immerhin 6,6 Prozent der deutschen Exporte abnahmen, ist und bleibt derzeit das größte Risiko für die Konjunktur.

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