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StartseiteVerbrauchertippNur mit richtiger Einstellung effizient11.05.2017

WärmepumpenNur mit richtiger Einstellung effizient

Viele Hausbesitzer setzen bei Neubauten auf Wärmepumpen, die nicht nur umweltschonend, sondern auch günstig sein sollen. Aber funktioniert das auch? Tatsächlich gibt es einige Einschränkungen, die beachtet werden müssen.

Von Katja Scherer

Eine Wärmepumpe (hinten) und Photovoltaikmodule auf dem Dach eines Einfamilienhauses. (dpa/Daniel Maurer)
Eine Wärmepumpe (hinten) und Photovoltaikmodule auf dem Dach eines Einfamilienhauses in Göppingen. (dpa/Daniel Maurer)
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Sven Kersten steigt die Kellertreppe hinab und tritt zu einem mannshohen weißen Kasten. Vor sechs Jahren hat er seine kaputte Ölheizung gegen eine Luft-Wärmepumpe ausgetauscht. Das neue System entzieht der Außenluft Wärme, die dann in einem Kompressor verstärkt und zum Heizen verwendet wird:

"Die Luft wird mit einem Ventilator von außen eben über diesen Wärmetauscher gezogen und die abgekühlte Luft dann wieder nach draußen gepustet."

Sven Kersten arbeitet bei der Energieagentur NRW, einem Informationsnetzwerk der Landesregierung zum Thema Klimaschutz. Inzwischen werde jeder dritte Neubau in Deutschland mit einer Wärmepumpe ausgestattet, sagte er. Gegen Umrüstungen im Bestand gebe es dagegen oft Vorurteile:

"Natürlich geht es im Neubau besonders gut, weil ich gut gedämmte Gebäude habe, ich habe Fußbodenheizung und ähnliches. Aber es geht auch im Bestand. Ich muss dann eben nur schauen, was für ein Gebäude ist es."

Die geografischen Voraussetzungen müssen passen

Eine Wärmepumpe funktioniert ähnlich wie ein Kühlschrank nur in umgekehrter Form. Ein Kältemittelkreislauf in der Wärmepumpe nimmt die Wärme aus der Umwelt auf. Das geht selbst bei niedrigen Temperaturen und kalter Winterluft.

Das Kältemittel wird dann in einem strombetriebenen Kompressor verdichtet, wobei es sich stark erhitzt. Diese Wärme wiederum wird genutzt, um Heizwasser zu erwärmen. Eine Wärmepumpe kann dabei verschiedene Wärmequellen aus der Umwelt nutzen, sagt Kersten:

"Neben der Außenluft, die ich als Wärmequelle nutzen kann, gibt es auch die Erdwärme. Wir kennen es als Geothermie, wo ich eine Bohrung im Garten runterbohre, wo ich die Erdwärme nutzen kann. Man kann auch das Grundwasser nutzen oder das Abwasser. Es gibt viele Nutzungsarten, aber klassisch redet man über Luft, Wärme und Wasser."

Erdwärme und Wasser gelten als besonders effizient. Dafür müssen aber die geografischen Voraussetzungen am Wohnort passen. Luft-Wasser-Wärmepumpen wie bei Kersten kann dagegen jeder nutzen. Er ist mit seinem neuen Heizsystem zufrieden:

"Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist wartungsfrei, wir machen nichts. Es gibt keine Emissionen. Also für uns ist es eine super saubere Sache."

Probleme mit den Nachbarn durch lautes Brummen?

Neben diesen Vorteilen gibt es allerdings auch kritische Punkte. Bei außenstehenden Luftwärmepumpen zum Beispiel kann es wegen des lauten Brummens Probleme mit den Nachbarn geben. Zudem sollten Hausbesitzer die Kosten vorab gut durchrechnen, warnt Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher:

"Eine Wärmepumpe nutzt Strom, um Wärme zu erzeugen. Das ist problematisch, weil Strom so teuer ist. Strom kostet 30 Cent/KWH und Wärme, zum Beispiel Gas oder Öl kostet acht oder neun Cent pro KWH. Und damit sich das rentiert, für denjenigen der die Wärmepumpe nutzt, muss man also schauen, dass man mit einer KWH Strom möglichst viel Wärme erzeugt."

Mit einer Wärmepumpe lässt sich also nur dann sparen, wenn sie gut eingestellt ist und effizient arbeitet. Peters Tipp für den Einbau:

"Die Wärmepumpe sollte möglichst einfach installiert sein, das heißt: keine komplizierten Verschaltungen, sondern einfache Verschaltungen."

Auch Sven Kersten rät Verbrauchern schon vor dem Einbau zu prüfen, welches System zum eigenen Haus passt. Wichtig sei, dass das Haus gut gedämmt sei und über relativ große Heizflächen verfüge – also mit Vorlauftemperaturen bis zu 50 Grad auskomme.

Die Umrüstung selbst kostet laut Kersten zwischen 10.000 und 30.000 Euro – je nach Größe des Hauses und ob man Umluft oder Geothermie nutze. Für den Einbau der emissionsfreien Heizsysteme gibt es aber teils staatliche Förderprogramme, etwa beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

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