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Seit 13:10 Uhr Themen der Woche
StartseiteNachrichten vertieftAlle Stimmen werden neu ausgezählt12.07.2014

Wahl in AfghanistanAlle Stimmen werden neu ausgezählt

Im Streit um den Ausgang der Präsidentschaftswahl in Afghanistan zeichnet sich eine Lösung ab: Unter Vermittlung von US-Außenminister Kerry erklärten sich die beiden Kandidaten Abdullah und Ghani bereit, alle acht Millionen Stimmen erneut auszählen zu lassen.

US-Außenminister John Kerry (M.) bei der Pressekonferenz nach den Verhandlungen mit den afghanischen Präsidentschaftskandidaten Ashraf Ghani (r.) und Abdullah Abdullah in Kabul. (AFP PHOTO / POOL / JIM BOURG)
US-Außenminister John Kerry (M.) bei der Pressekonferenz nach den Verhandlungen mit den afghanischen Präsidentschaftskandidaten Ashraf Ghani (r.) und Abdullah Abdullah in Kabul. (AFP PHOTO / POOL / JIM BOURG)
Weiterführende Information

Gefahr eines Bürgerkriegs (Deutschlandfunk, Themen der Woche, 12.07.2014)

In einer gemeinsamen Pressekonferenz in Kabul forderten beide Kandidaten den scheidenden Präsidenten Hamid Karsai zugleich auf, die für den 2. August geplante Amtsübergabe zu verschieben. Der amerikanische Außenminister zeigte sich erleichert: "Beide Kandidaten haben sich verpflichtet, bei der größtmöglichen und umfassendsten Überprüfung mitzuwirken und ihre Ergebnisse zu akzeptieren". Mit der in zweitägigen Verhandlungen erzielten Einigung wurde das befürchtete Scheitern der ersten demokratischen Machtübergabe in der Geschichte Afghanistans zunächst abgewendet.

Die Überprüfung der Stimmen soll nach Kerrys Angaben bereits an diesem Sonntag beginnen und von den Vereinten Nationen überwacht werden. Mit der Einigung vom Samstagabend ist die von der Wahlkommission für den 22. Juli geplante Bekanntgabe eines amtlichen Endergebnisses vom Tisch.

Drohung aus Washington stand im Raum

Kerry war am Freitag nach Kabul gereist, um im Streit um Betrugsvorwürfe bei der Stichwahl vom 14. Juni zu vermitteln. Seitdem hatte er mehrere Gesprächsrunden mit Abdullah und Ghani sowie mit Präsident Karsai und dem UNO-Sondergesandten Jan Kubis geführt.

Zuvor hatte der US-Außenminister die Beteiligten in Kabul ungewöhnlich deutlich vor der Bildung von "Parallelregierungen" gewarnt und mit einer Einstellung der US-Finanz- und Militärhilfen gedroht.

(tön/bln)

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