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StartseiteInterview"Kein großer Sprung nach vorne zu erwarten"26.10.2014

Wahl in der Ukraine"Kein großer Sprung nach vorne zu erwarten"

Bei der Parlamentswahl in der Ukraine deute alles auf einen Sieg pro-europäischer Kräfte hin, sagte Juri Durkot im DLF. Der Journalist rechnet im neuen Parlament zwar auch mit einigen jungen, reformwilligen Gesichtern. Dass es ihnen gelinge, das von Korruption geprägte System zu zerstören, sei jedoch nicht zu erwarten.

Juri Durkot im Gespräch mit Birgid Becker

In einem Wahllokal in der ukrainischen Hauptstadt Kiew werfen zwei Männer und eine Frau ihre ausgefüllten Stimmzettel in die Wahlurnen. (afp / Sergei Supinsky)
Bei der Parlamentswahl in der Ukraine geht die Partei des Präsidenten Petro Poroschenko als Favorit ins Rennen. (afp / Sergei Supinsky)
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Ein Sieg der Partei des derzeitigen Präsidenten, Petro Poroschenko, sei ziemlich sicher, sagte Juri Durkot im Deutschlandfunk. Es handele sich um ein ukrainisches Phänomen, dass einige Wähler immer für die bestehende Macht votierten - davon profitiere der Poroschenko-Block. Die Partei liege in den Umfragen bei etwa 30 Prozent und habe einen deutlichen Vorsprung, so der Journalist. Dabei existiere die Partei "Solidarität" nur auf dem Papier und hätte ohne den Namen Poroschenko nicht gewinnen können.

Wähler kritisieren Korruption und Oligarchen

Ein zu hoher Wahlsieg des Präsidenten könne jedoch die Demokratie gefährden. In der ukrainischen Verfassung sei der Präsident ohnehin eine sehr starke Figur, sagte Durkot im Deutschlandfunk. Poroschenko habe jedoch "immer noch nichts gemacht", obwohl er seit Juni im Amt ist. Hauptkritikpunkt der ukrainischen Bevölkerung sei der nicht vorankommende Kampf gegen die Korruption. Politiker, die in Korruptionsgeschäfte verwickelt sind, seien nicht zur Verantwortung gezogen worden oder untergetaucht. Zudem kritisierten die Wähler, dass nach wie vor Oligarchen die Politik bestimmen.

Im Hinblick auf die vom Bürgerkrieg zerrüttete Region Donbass sagte Durkot, das Wählerkomitee schätze, dass dort etwa zwei Millionen Menschen ihre Stimme nicht abgeben könnten. "Das ist eine Situation, die zu denken gibt", so der Journalist im DLF.

Das komplette Interview mit Juri Durkot können Sie über den Audio-Player oben rechts anhören.

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