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StartseiteBüchermarktWahrheit und Schaubild04.01.2004

Wahrheit und Schaubild

Christian Wagner über einen Namenlosen

Die Kanonbildung der Literaturgeschichte ist eine ungerechte Angelegenheit. Obschon Kritiker gern bestimmen wollen, was vom literarischen Ertrag eines Jahres zu halten ist und welche Werke auch die Nachwelt begeistern werden, richtet sich der Auslesemechanismus des Kanons selten nach deren Vorgaben. Selbst beachtlicher Ruhm zu Lebzeiten schützt nicht vor gründlichem Vergessen – andernfalls wären Namen des 19. Jahrhunderts wie Friedrich Wilhelm Hackländer oder Emanuel Geibel heute nicht nur Germanisten bekannt und man würde sich der einstigen Nobelpreisträger Carl Spitteler oder Paul Heyse zumindest in lesewilligen Kreisen erinnern.

Christian Wagner, "Eine Welt von einem Namenlosen", Coverausschnitt (Wallstein Verlag)
Christian Wagner, "Eine Welt von einem Namenlosen", Coverausschnitt (Wallstein Verlag)

Andere Autoren wiederum sind zeit ihres Lebens nur einer kleinen, verschworenen Gemeinde geläufig und können lediglich darauf hoffen, dass sich nach ihrem Tod eine Konstellation ergibt, die die Bedeutung ihres Werkes endlich ans Tageslicht bringen möge. Der schwäbische Dichter Christian Wagner – 1835 geboren, 1918 gestorben – gehört in diese Kategorie. Obgleich es ihm zu Lebzeiten nicht an Bewunderern fehlte, musste er bis heute im Jahrzehntewechsel immer wieder aufs Neue entdeckt werden. Regelmäßig erschienen Auswahlsammlungen, mal in kleinen Reprint-Verlagen, mal – wie 1980 – in der Bibliothek Suhrkamp, die eine 1913 von Hermann Hesse edierte Zusammenstellung um ein Nachwort Peter Handkes ergänzte und neu herausbrachte.

Die nun vorliegende zweibändige Ausgabe des Wallstein Verlags fußt so auf zahlreichen Vorarbeiten und kann doch für sich in Anspruch nehmen, Wagners eigenwilliges Werk erstmals direkt auf autobiografische Zeugnissen zu beziehen. Herausgeber Ulrich Keicher, selbst Verleger und ausgewiesener Wagner-Kenner, erlag zum Glück nicht der Versuchung, Wagners disparate Arbeiten in einer historisch-kritischen Ausgabe aufzubereiten und die großartigen Beispiele seiner Lyrik im Wust des weniger Gelungenen oder mit zu ausführlichen Kommentaren zu ersticken. Stattdessen präsentiert Keicher eine wohlüberlegte Auswahl der Gedichte und ergänzt sie mit Prosasstücken, der vierteiligen Autobiografie "Aus meinem Leben" und aufschlussreichen Beispielen aus der Korrespondenz, die Wagner mit Zeitgenossen wie Gustav Landauer oder Hermann Hesse führte. Den Abschluss bilden Essays – von Kurt Tucholsky, Werner Kraft, Albrecht Goes, Werner Dürrson, Hermann Lenz oder Kurt Marti – und Gedichte, die nachgeborene Lyriker wie Peter Härtling oder Hannelies Taschau auf Wagner schrieben.

"Es gibt Dichter, welcher aller Bemühung der Journalisten um ihre Berühmtheit siegreich widerstehen. So einer ist Christian Wagner", schrieb Hesse 1919 in einer Rezension, und Ulrich Keichers von Wulf Kirsten mit einem klugen Vorwort versehene Edition muss so als neuerlicher Versuch gelten, diesen widerspenstigen, schwer einzuordnenden Autor aus dem Fußnotendickicht der Literaturgeschichten zu befreien und seine Gedichte von den Legenden zu lösen, die sich umgehend bildeten, als der 50-jährige Christian Wagner 1885 sein erstes Buch herausbrachte.

Wer war dieser Wagner, wie konnte es ihm gelingen, zu einem Dichter zu werden, dessen Haus zur kuriosen Pilgerstätte für literaturbeflissene Ausflügler wurde?

Ich bin geboren am 5. August 1835 in Warmbronn, einem kleinen Dörflein mit etwa 690 Einwohnern, eine Stunde von Leonberg. Mein Vater, Gottlieb Wagner, war ein geschickter Schreiner, betrieb aber, da die Schreinerei in dem kleinen Dörflein mit der meist unbemittelten Einwohnerschaft nicht viel eintrug, eine kleine Landwirtschaft.

So beginnt Wagner seine Lebensbeschreibung und benennt zugleich die prägenden Einflüsse seiner beschwerlichen Existenz. Da ist das kleine Dorf in der Nähe von Stuttgart, das ihm nichts an geistiger Nahrung zu bieten hatte. Zwar schrieb er später Verse, die die "freundliche Heimat" als "Land des Sonnenscheins" preisen, doch verdecken diese nicht, wie sehr ihn die Enge der schwäbischen Abgeschiedenheit bedrückte. "Geistig vereinsamt, sucht ich in Liedern mir Trost und Erhebung", heißt es in seinem Gedicht "Mein Heimatort" – eine Haltung, die ihn zum Außenseiter in einer Gesellschaft machte, die für Produktivität, die sich nicht messen, wiegen und verkaufen lässt, kein Verständnis aufbringt, damals wie heute.

Und da ist die Mittellosigkeit seines Elternhauses. Das Vorhaben, Lehrer zu werden, lässt sich nicht realisieren. 1866, als sein Vater starb, übernahm er das bescheidene landwirtschaftliche Anwesen, ohne jemals Erträge zu erwirtschaften, die ihm den Respekt seiner argwöhnischen Umgebung eingebracht hätten. Seine erste Frau Anna-Maria starb bereits nach wenigen Jahren, als die Eheleute bereits den frühen Tod von vier Kindern zu beklagen hatten. Erst die Heirat mit seiner Cousine Christiane brachte ein wenig Frieden in das bescheidene Bauernhaus; beide zogen vier Kindern groß, bis auch Christiane 1892 in geistiger Umnachtung starb. Trotz des immerhin zwei Jahrzehnte währenden Familienglücks blieben die Bemühungen des Landwirts Wagner ohne ausreichenden ökonomischen Erfolg, so dass er 1885 gezwungen war, sich zusätzlich als Tagelöhner und Holzfäller zu verdingen.

Der stets an der Armutsgrenze lebende Bauer hier, der sich davon weit entfernende, hochgestimmte Lyriker dort – so entstand das leicht zu reproduzierende Klischeebild des Christian Wagner, das ihm einerseits viel Wohlwollen und überlebenswichtige Geldzuwendungen einbrachte und andererseits dazu verführte, den knorrigen kleinen Mann mit dem dichten, weißen Backenbart als Kuriosität anzusehen. Der "Bauerndichter", allein in dieser unglückseligen Fügung steckt viel von der Überheblichkeit, mit der ihn selbst seine Förderer bedachten – so als wäre es sinnvoll, heutzutage Schriftsteller wie Georg Oswald und Ernst Wilhelm Händler als "Juristendichter" oder "Fabrikantendichter" anzukündigen.

Der "Bauerndichter" Christian Wagner wusste um dieses Gefahr. Natürlich war ihm klar, dass die Dörfler mit einem wie ihm nichts anfangen konnten, ja seine Existenz als Dreistigkeit empfanden. "Dass ein Bauer sich anmaßt, Sonette zu schreiben, in Hexametern zu dichten", schrieb er Hermann Hesse, "das grenzt an Gotteslästerung". Gleichzeitig versucht er der Gefahr zu entgehen, in den literarischen Kreisen, zu denen er ohnehin kaum Zugang hatte, als schwäbischer Dorfpoet zu brillieren. Ein Heimatdichter wollte er nie sein, und auch der herben Mundart seiner Herkunft konnte er nichts abgewinnen:

An Dialektdichtungen kann ich absolut keinen Geschmack finden. Freilich: er, unser Dialekt, hat eben so gar keinen Wohlklang und ist nach meinem Empfinden nur eine Entwürdigung, eine Profanierung der Sprache. Ich selber kann mir gar nicht genug tun an Musik und an Wohllaut derselben Sprache. Hier allein liegt ihr Zauber.

Hermann Hesse beugte sich dieser Einstellung, räumte ein, dass der schwäbische Dialekt "wohl nur der groben Komik günstig" sei, und hatte wie alle anderen Wagnerianer anzuerkennen, dass Armut und Hohn diesem Dichter nichts anhaben konnte. Stolz und selbstbewusst reihte sich Wagner in Strömungen der Neoromantik und des Jugendstils ein, ohne sich jemals einer Richtung zugehörig zu fühlen. Sein Abstand von jeder literarischen Szene ließ ihn schreiben, was er schreiben musste. "Inspiration" sei seine Antriebsquelle, und sein poetisches Verfahren fasste er im Gedicht "Mein Gewerbe" so zusammen:
Welches Gewerbe ich sei? – Goldmacher. – Geringe Metalle - Wandl ich in köstliches Gold und eine Tinktur, die besitz ich, - Kostbar wie keine: Gering Vorkommnis täglichen Lebens - Wandle in Liedgold ich um durch wenige Tropfen des Geistes. – Reich wie ein König ich bin und doch arm an irdischer Habe.

Ulrich Keichers Auswahl konzentriert sich auf jenen Teil des Werkes, der die Wagner’sche "Goldmacherei" deutlich hervortreten lässt. Es sind die kleinen, oft gering geschätzten Objekte der ländlichen Arbeitswelt, denen Wagner ihren verdeckten poetischen Schimmer zu entlocken sucht. Manchmal sind es die Alltagsgerätschaften seiner Arbeit und oft die Phänomene der Natur, die der aufmerksame Beobachter zum Klingen bringt. Tulpe, Hyazinthe, Schafgarbe, Huflattich, Brennnessel, Kohlweißling, Kuh, Ross – die Gedichten quillen über mit dem, was Wagner in seinem eng abgesteckten Umfeld vorfindet, und dennoch haben seine gelungensten Gedichte nichts Verklärendes an sich. Die Natur will er durchschauen; das Ich tritt in ein intensives Gespräch mit ihr, das geheime Korrespondenzen entschlüsseln soll. "Syringen" ist eines dieser großartigen Gedichte überschrieben:

Fast überirdisch dünkt mich euer Grüßen, - Syringen ihr, mit eurem Duft, dem süßen. - Nach Geisterweise weiß ich euch zu werten:
Ein Duftgesang er ist mir’s von Verklärten. - Gott, wie ich doch in dieser blauen Kühle - Der Blumenwolke hier mich wohlig fühle!

Süß heimlich ahnend was hineinverwoben; - Wie fühl ich mich so frei, so stolz gehoben!

Ha, bin ich’s selbst, des einstig Erdenwesen - Nun auch einmal zu solchen Glanz genesen?

Sind’s meine Lieben, die, ach längst begraben, - In diesen Düften Fühlung mit mir haben?

Keine Naturlyrik-Anthologie, die das Spektrum des Genres widerspiegeln will, verzichtet auf solche Verse. "Ostersamstag", "Blühender Kirschbaum oder Apfelbaum" oder "Hyazinthe" sind komprimierte Ausdrucksformen der Wagner’schen Gedankenwelt – einer Gedankenwelt, die er in vielen Versionen wieder und wieder ausbreitete. Seine erste, von eigenem Geld bezahlte Veröffentlichung, die später unter dem Titel "Sonntagsgänge" bekannter gewordene Sammlung "Märchenerzähler, Bramine und Seher", vermengt lyrische Kostproben mit philosophischen und kulturkritischen Betrachtungen und lud nachgerade dazu ein, sich mit der weltanschaulichen Botschaft und weniger mit der Sprachform der Texte auseinander zu setzen.

Ohne Scheu verkündete Wagner, was ihm wichtig war: die Schonung allen menschlichen Lebens, die Zugehörigkeit zur Pflanzen- und Tierwelt, der Glaube an die Seelenwanderung und die Abscheu vor dem Krieg, den "blödsinnigen Wutausbrüchen unseres modernen Dämons Nitroglyzerin", wie es in einem kleinen Aufsatz heißt, den Wagner kurz vor seinem Tod zornbebend schrieb. Es mangelte ihm nicht an Themen, die er mal gebetsmühlenartig vortrug und mal mit prognostischer Kraft verkündete. Der Dichter Wagner war auch ein Prediger, der seine Anschauungen 1894 in dem kleinen Band "Neuer Glaube" zusammenfasste, einer Art Katechismus, der die Achtung des Lebens in jeder Form vermitteln wollte.
Christian Wagner stand in der Zeit um 1900 nicht allein mit dieser Mischung aus Zivilisationsschelte und Sehnsucht nach spirituellem Aufbruch. Und so überrascht es nicht, dass er und seine karge Warmbronner Behausung zu einem Anziehungspunkt für Sektierer und Spintisierer jedweder Couleur wurde.

Es galt als schick, einen Sonntagnachmittag bei ihm zu verbringen, sich mit ihm ablichten zu lassen und sich einer seiner Schriften widmen zu lassen, die er stets in ausreichender Stückzahl bereithielt. Wagners breites Werk bot Anreize für Weltverbesserer jeder Art; er selbst war klug genug, sich von seinen eloquenten Verehrern nicht vereinnahmen zu lassen. Noch 1980 als der "Neue Glaube" im Kirchheimer Jürgen Schweier Verlag wiederaufgelegt wurde, versuchte das Nachwort Wagner kurzerhand zum Glaubensbruder aktueller Kämpfe zu machen, ihn als einen zu sehen, der "schon vor 100 Jahren die Strömungen erahnte, die unser heutiges Leben bedrohen und vergiften".

Die Bundesgenossen, die Christian Wagner unter seinen schreibenden Nachfahren fand, sahen ihn meist undogmatischer und wollten das poetische Geheimnis ergründen, das in diesen zwischen Naivität und Genialität schwankenden Versen steckte. Thomas Bernhard fasste seinen Eindruck gewohnt bündig zusammen und sah die Gedichte Wagners – den er, wohl an Hermann Hesses "Unterm Rad" denkend, versehentlich nach Maulbronn übersiedelte – für sich als "geistesentscheidend" an – ein Attribut, das er darüber hinaus nur Arthur Schopenhauers "Welt als Wille und Vorstellung" zugestand.

Werner Kraft analysierte feinsinnig die Sprachgebung Wagners und verwahrte sich dabei auch gegen die Praxis etlicher Herausgeber, die in gönnerhafter Weise meinten, Wagners Verse korrigieren zu müssen. Kurt Marti, der Schweizer Pfarrer und Autor, zeigte sich beeindruckt, wie kühn Wagner das Thema des Selbstmordes behandelte – im Gedicht "Freitod" zum Beispiel, das mit den häufig zitierten Zeilen "Was gibt dem Leben erst die rechte Weihe? / Das Sterben ist’s, das selbstgewählte freie" beginnt.
Der Stuttgarter Hermann Lenz wiederum wurde durch familiäre Verbindungen auf Christian Wagner aufmerksam: Lenzens Großvater betrieb in Gablenberg eine Wirtschaft, wo der legendenumwobene Bauer aus dem nahe gelegenen Warmbronn gern einkehrte. In "Verlassene Zimmer", dem ersten Teil seiner Autobiografie, machte Lenz seinen Landsmann Wagner zur literarischen Figur. Großvater Julius Krumm erinnert sich:

Seine Frau zog einen frischen Strumpf in die Gaslampe überm ovalen Tisch ein, wo ab und an der Dichter saß, der Bauer in Warmbronn war. Er erinnerte sich seiner als eines kleinen Mannes mit weißem Haar, das in den Nacken hing, und an sein faltiges und geschärftes Gesicht. Er sah es vor sich, während er in der Wirtsstube wartete, bis seine Frau vom Stuhl hinunterstieg.

Besondere Sympathie brachte Lenz dem Gedicht "Erinnerungen hinter der Erinnerung" entgegen, sechs Zweizeilern, in denen Wagner auf typische Weise in unauffälligen Gegenständen am Wegesrand ein Lebensgesetz erkennt, das ihm in einem unvermuteten Erkenntnisblitz zuteil wird.

Strahlt nicht auf mitunter, so zu Zeiten Kunde her von unsern Ewigkeiten?
So urplötzlich und so blitzesschnelle - Wie die blanke Spieglung einer Welle?
Wie die ferne Spieglung eines bunten
Kleinen Scherbchens an dem Kehricht drunten?

Wie die rasche Spieglung einer blinden
Fensterscheibe am Gehöft dahinten?

Die metallne Spieglung einer blanken
Pflugschar drüben an der Wiese Schranken?

Augenblicks mit Licht dich übergießend,
Augenblicklich in ein Nichts zerfließend.

Der genuine Lyriker Wagner schrieb auch Prosa: eine schmale, immer wieder unterbrochene Autobiografie und Erinnerungsstücke, die er "Eigenbrötler. Kleine Geschichten aus meiner Jugendzeit" betitelte. Spröde und ohne sprachlichen Glanz kommen diese erzählerischen Arbeiten einher. Sie verraten wenig von der stilistischen Kraft Wagners und lesen sich heute als authentische Zeugnisse bäuerlichen Lebens, in denen ein Eigenbrötler, ein Sonderling, wenn man will, die Eigenbrötler seines Dorfes porträtiert.

1912, sechs Jahre vor seinem Tod, wurde Christian Wagner eine Ehre zuteil, die auch finanziell von großem Gewicht war. Sein Förderer Hermann Hesse hatte sich dafür eingesetzt, dass Wagner die mit stolzen 2.000 Mark verknüpfte Ehrengabe des Frauenbundes zur Ehrung rheinländischer Dichter erhielt. Damit verbunden war eine von Hesse besorgte Auswahl der Gedichte, die ein Jahr später im Münchner Georg Müller Verlag erschien. Doch auch diese Würdigung änderte nichts am geringen Zuspruch, den seine Dichtung fand: ganze 335mal wurde diese Ausgabe verkauft. 1914 zeichnete der hellsichtige Frauenbund übrigens einen anderen Solitär der deutschsprachigen Literatur aus, den Schweizer Robert Walser.

Ulrich Keichers liebevoll ausgestattete Edition, eine Veröffentlichung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, wird – so darf man hoffen – auf erfreulichere Absatzzahlen kommen und so ihren Teil dazu beitragen, Wagner endlich als bedeutenden Lyriker zu etablieren. Seit etlichen Jahren kümmert sich bereits eine Christian-Wagner-Gesellschaft um sein Werk, und auch das alte Bauernhaus konnte nach langen Kämpfen erhalten und renoviert werden – ein Ort, den Wagner in seinem Testament so beschrieb:

Mein kleines Besitztum, Haus und Scheueranteil am Haus N. 61, Renninger Straße hier, samt dem dazu gehörenden Garten hinter der Scheuer, soll auf ferne, möcht’ sagen, ewige Zeit hinaus, als ein Fides commis Gut im Kleinen, im Besitz der Familie bleiben und darf unter keinen Umständen an Fremde veräußert werden. Er lässt sich dieses leicht durchführen, schon deshalb, da weder Schulden noch Hypotheken darauf haften. Es sollte ein Ort sein, wo bei Schneefall in strengem Winter Vögel gefüttert werden.

Christian Wagner
Eine Welt von einem Namenlosen
Band. 1: Das dichterische Werk.
Band. 2: Lebenszeugnisse und Rezeption
Wallstein Verlag, 526 Seiten, EUR 49,-

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