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StartseiteNachrichten vertieftAuszeichnung für die "Floskelwolke"08.06.2015

Wallraff-Preis für JournalismuskritikAuszeichnung für die "Floskelwolke"

Im Kölner Funkhaus ist der erste "Günter-Wallraff-Preis für Journalismuskritik" verliehen worden. Freuen dürfen sich die Journalisten Udo Stiehl und Sebastian Pertsch von der „Floskelwolke“. Das Online-Projekt informiert über die meistbenutzten Phrasen in deutschsprachigen Medien.

Die Journalisten Sebastian Pertsch (l.) und Udo Stiehl (r.) (Jann Höfer)
Die Journalisten Sebastian Pertsch (l.) und Udo Stiehl (r.) sind mit dem 1. Günter-Wallraff-Preis für Journalismuskritik ausgezeichnet worden. (Jann Höfer)
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Betrifft: Unser Handwerk Forum für Journalismuskritik im DLF

Forum für Journalismuskritik Journalismus – Die Suche nach Alternativen

Forum für Journalismuskritik Journalismus und Geheimnis

Die Journalisten Udo Stiehl und Sebastian Pertsch sind die ersten Träger des "Günter-Wallraff-Preises für Journalismuskritik". Der Preis wird von der "Initiative Nachrichtenaufklärung" und dem Investigativ-Reporter Günter Wallraff verliehen, die Auszeichnung fand im Rahmen des Ersten Kölner Forums für Journalistenkritik statt. Der Programmdirektor von Deutschlandradio, Andreas Peter Weber, freute sich, dass die Auszeichnung - auf die Deutschlandradio keinerlei Einfluss hatte - mit Udo Stiehl an einen freien Mitarbeiter des Deutschlandfunks verliehen wurde.

"Floskelwolke erfüllt wichtige Wächterfunktion"

Der Programmdirektor betonte: "Das Projekt 'Die Floskelwolke' von Udo Stiehl und Sebastian Pertsch weist Tag für Tag auf den manchmal unbedachten oder sogar problematischen Umgang von Journalisten mit der Sprache hin. Diese Wächterfunktion ist wichtig und es ist sicher kein Zufall, dass einer der beiden Initiatoren in der Deutschlandfunk-Nachrichtenredaktion arbeitet."

Auch Hektor Haarkötter von der Initiative Nachrichtenaufklärung lobte den Einsatz der Preisträger für die "Floskelwolke". Er sprach von einem hohen Ausmaß an Fleiß und Akribie, das die Journalisten ehrenamtlich in das Projekt stecken: "1.072 journalistische Online-Medien werden 24 Stunden am Tag ausgewertet", so Haarkötter. Zudem hätten die Journalisten ein Glossar geschaffen, in dem sie mit "sprachpädagogischem Furor" die "Tiefdruckgebiete des Journalismus" enthüllen.

Verwässerte Sprache von Politikern entlarven

Preisträger Udo Stiehl bedankte sich freudestrahlend auf der Bühne im Kammermusiksaal des DLF: "Vielen Dank, dass die Jury uns ausgewählt hat. Wir hätten nicht damit gerechnet." Die Floskelwolke zielt laut Stiehl darauf ab, die verwässerte Sprache von Politikern oder aus der PR zu entlarven. Stiehl, der als freier Journalist für den DLF und den WDR arbeitet, sagt, dass das Projekt zumindest in seinem Arbeitsumfeld Wirkung zeigt: In den Redaktionen heiße es schon mal: "Schreib' das besser nicht so, sonst nimmt der Udo das in die Floskelwolke."

Stiehl berichtete auch von vielen positiven Rückmeldungen der Nutzer der Floskelwolke und schloss zum Ende des ersten Kölner Forums für Journalismuskritik mit den Worten: "Wir bedanken uns für die konstruktive Art, Journalismus zu kritisieren." Programmdirektor Weber würdigte schließlich auch die jahrzehntelange Arbeit des profilierten Recherchejournalisten Wallraff. Er habe viel für Demokratie und Gesellschaft erreicht und sei ein Vorbild für junge Journalisten. Der Günter-Wallraff-Preis für Journalismuskritik ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert.

(tj/swe)

 

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