• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 19:05 Uhr Kommentar
StartseiteVerbrauchertippGute Planung ist das A und O03.08.2017

Wandern in den BergenGute Planung ist das A und O

Die richtige Kleidung, genügend Proviant, ein Notfallset: Der Wanderausflug fängt schon bei der Vorbereitung an. Noch wichtiger als atmungsaktive Jacken und festes Schuhwerk ist aber die Planung der Wanderroute. Denn die meisten Unfälle passieren, weil sich Wanderer überschätzen.

Von Susanne Lettenbauer

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Ein Wanderer spaziert mit seinem Hund in den Bergen. (Imago / Westend61)
In den Bergen kann das Wetter schnell umschlagen, daher sollte man immer Kleidung zum Wechseln dabei haben. (Imago / Westend61)
Mehr zum Thema

Projekt "Alpen.Leben.Menschen" Integration durch Wandern

Eifel Barrierefrei wandern mit Kinderwagen und Rollstuhl

Wandern ohne Alles Mit den "Nacktivisten" durch die Lüneburger Heide

"Wasser, Sonnenschutz, gute Schuhe und das war es eigentlich. Ja und viel Spaß." - "Gute Wanderschuhe, immer ein bisschen Wasser dabei haben und Sonnenschutz ist nicht so wichtig. "

Heidrun und Michael aus Gießen kommen einmal im Jahr nach Bad Tölz. Noch kurz vor dem Urlaub haben sie sich in einem Sportgeschäft ausrüsten lassen: Carbonwanderstöcke, atmungsaktive Wanderjacken, Bergschuhe mit starkem Profil, wasserabweisende Wanderhosen zum Wechseln. Dazu zwei kleinere Tagesrucksäcke. Auf dem Handy prangt eine Navigations-App:

"Grundsätzlich gucken wir, wie lange wir laufen, dementsprechend nehmen wir auch Essen mit, aber schon vorher planen, was man machen möchte."

Auf atmungsaktive Kleidung und festes Schuhwerk achten

Blick in das Karwendeltal auf dem Weg zum Karwendelhaus (imago/Frank Müller)Blick in das Karwendeltal auf dem Weg zum Karwendelhaus (imago/Frank Müller)

Natürlich sind atmungsaktive Kleidung und festes Schuhwerk beim Wandern hilfreich. Eine lange Hose, Regenjacke und Pullover sollte man immer einpacken, auch wenn die Sonne scheint, sagt Martin Faulhaber vom Institut für Sportwissenschaften der Universität Innsbruck.

Für eine Tageswanderung sollte auch ein Erste-Hilfe-Set dabei sein mit sechs verschiedenen Wundpflastern, Desinfektionsspray, Pflasterrolle für den Schnellverband oder Mullbinde und eine wärmereflektierende Rettungsdecke.

Sehr viel wichtiger als teure Hightech-Schuhe, -Jacken oder Pflaster sei jedoch die Vorbereitung der Bergtour, wie es das Pärchen richtig macht, so der Wissenschaftler:

"Die Fehler fangen meist schon bei der Planung an. In dem man sich zu viel vornimmt oder nicht genau genug plant. Wie verläuft der Weg, wie ist die Wegbeschaffenheit, wie ist das Wetter? Das sind oft Kombinationen, die zusammenkommen. Wenn dann noch Eile herrscht, weil das Wetter umschlägt und man ist vielleicht doch schon ermüdet und die Wegbeschaffenheit ist doch so, dass man leicht mal ausrutscht oder stürzt, dann liegt ein Planungsfehler vor."

Immer einen Plan B haben

Man sollte immer einen Plan B haben beim Wandern, so der Wissenschaftler. Zum Beispiel eine Übernachtung auf der Berghütte in Betracht ziehen oder lieber die Seilbahn bergab nehmen, wenn die Kraft für den Rückweg fehlt. Dafür müsse man sich auch nicht schämen. Denn die meisten Unfälle passieren tatsächlich beim Abstieg, so Faulhaber:

"Man sieht oft, dass man eine gewisse Kondition braucht, um bergab zu gehen, vor allem weil das Bergabgehen für viele Leute, die es nicht gewohnt sind, eine ungewohnte Belastung ist, dieses Abbremsen führt relativ schnell bei Leuten, die es nicht gewohnt sind, zu muskulärer Ermüdung."

Warum also nicht vor dem Urlaub das Bergabgehen üben, rät der Experte. Treppen helfen dabei oder auch abschüssige Straßen in der Stadt. Wanderstöcke können, müssen aber nicht hilfreich sein, denn man kann auch über sie stolpern. Hat man den Gipfel erreicht, die Hüttenspeisekarte getestet und bereitet den Rückweg vor, sollte man bedenken, so Faulhaber, dass nach einem Hüttenbesuch oft die Konzentration nachlässt. Regelmäßige Pausen alle 60 Minuten auch beim Abstieg und ausreichend Flüssigkeit von rund 300 Milliliter pro Stunde wirken dem entgegen.

Wichtigster Tipp für ungeübte Wanderer:

"Man sollte sich angewöhnen, dass man möglichst bewusst langsam losläuft, so die ersten zwanzig Minuten, dann vielleicht mal eine kleine Pause einlegt, die ersten Kleidungsstücke auszieht, den Rucksack richtet und dann so langsam sein Tempo findet. Und das sollte, je länger die Tour ist, sehr moderat sein, dass man sich wirklich ganz problemlos unterhalten kann."

Im Zweifel die Bergwacht anrufen

Im Zweifelsfall sollte man nicht zögern, die Bergwacht anzurufen. Sie rät gleich am Telefon, ob und wie man weiterwandern sollte. Das kostet dann nur den Telefonanruf. Jeder Einsatz der Bergwacht bei einem Unfall wird um ein Vielfaches teurer.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk