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StartseiteVerbrauchertippUmweltfreundliches Waschen15.01.2018

WaschmaschinenUmweltfreundliches Waschen

Kälter oder wärmer, länger oder kürzer, viel oder wenig Waschmittel: Bei einer Waschmaschine gibt es viele Komponenten, mit denen wir steuern können, wie wir unsere Wäsche waschen - und wie umweltfreundlich der Vorgang ist. Doch eine sinnvolle Kombination sieht oft anders aus als vermutet.

Von Sebastian Motitz

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In der Waschtrommel einer Waschmaschine liegen Kleidungsstücke, aufgenommen am 11.01.2012 in Nürnberg (Mittelfranken). (dpa / Daniel Karmann)
Bei längerer Waschzeit wird die Temperatur geringer - und damit auch der Energieverbrauch (dpa / Daniel Karmann)

Damit dreckige Wäsche wirklich sauber wird, kommt es beim Waschen vor allem auf drei Dinge an: Auf die Temperatur, die Waschdauer und die Chemie, also das Waschmittel. Diese drei Elemente hängen aber voneinander ab. Wer den Anteil einer Komponente nach unten schraubt, muss bei einer anderen Komponente nach oben schrauben, damit die Wäsche genau so sauber wird, sagt Waschmaschinen-Fachmann Max Wendrich:

"Wenn man jetzt ein Power-Wasch- oder ein Schnellprogramm mit rein nimmt, wird die Zeit reduziert, folglich muss man dann eines von den zwei anderen, also Temperatur oder Chemie erhöhen, meistens wird es dann über die Temperatur gemacht, dass man das damit erreicht."

Energiesparprogramme waschen länger

Das schnelle Power-Programm ist also nicht etwa besonders unfreundlich, weil die Wäsche ja schneller fertig ist. Im Gegenteil: Es wäscht wärmer - und die Heizstäbe verbrauchen deutlich mehr Strom als der Motor, der die Waschtrommel dreht. Insgesamt ist also mehr Energie und unter Umständen auch mehr Waschmittel nötig. Genau andersherum funktionieren die Energiespar- beziehungsweise sogenannten Eco-Programme. Hier wird die Waschtemperatur nach unten und dafür die Waschdauer nach oben geschraubt, sagt die Kölner Hauswirtschaftslehrerin Marlies von Alemann:

"Die Energiesparprogramme arbeiten länger. Das heißt, sie laufen durchaus schon mal drei Stunden, dreieinhalb bis vier Stunden. Und dadurch, dass sie länger die Chemie einwirken lassen, also das Waschmittel einwirken lassen, dadurch erreichen Sie dann einen ähnlich hohen Sauberkeitsgrad."

Kochwäsche nur in Ausnahmefällen nötig

Was vielen Verbrauchern jedoch nicht bewusst ist: Wer an seiner Waschmaschine das 60-Grad-Eco-Programm einstellt, der wäscht nicht bei 60 Grad, sondern je nach Hersteller nur bei 40 oder sogar nur 30 Grad. Das ist irreführend, aber grundsätzlich kein Problem, denn durchschnittlich verschmutzte Kleidung wird in der Regel auch bei 30 bis 40 Grad sauber. Handtücher, Unterwäsche und Bettwäsche hingegen sollten bei 60 Grad gewaschen werden. Die klassische Kochwäsche ist nur in Ausnahmefällen nötig, sagt die Hauswirtschaftslehrerin:

"Kochwäsche sollte man dann anwenden, wenn es sehr schmutzig ist, was ich habe, also sehr starke Verschmutzungen oder, wenn ich denke, es war jemand krank, dass ich also eine Keimverschleppung vermeiden möchte, dann nehme ich 95 Grad. Ansonsten im Normalfall nicht erforderlich. Wir haben so gute Waschmittel, dass wir bei 60 Grad das erreichen, was wir früher bei 95 Grad erreicht haben."

Hersteller reduzieren Temperatur und Energieverbrauch

Wer allerdings nur bei den ganz niedrigen Temperaturen wäscht, der sollte seine Maschine einmal im Monat mindestens bei 60 Grad laufen lassen. Das entfernt in der Maschine Rückstände und Gerüche. Grundsätzlich ist die Tendenz beim Waschen klar: Die Hersteller reduzieren die Waschtemperatur und damit auch den Energieverbrauch immer weiter. Inzwischen gibt es sogar Waschmaschinen, die mit nur 20 oder 30 Grad auskommen, sagt Waschmaschinen-Fachmann Max Wendrich:

"Das geht durchaus zum Beispiel mit einem Gas, dieses Gas tötet dann die Bakterien ab. Das muss nicht immer neu gekauft werden, sondern wird in dem Gerät erzeugt. Und mit diesem Gaserzeuger, der in dem Gerät drin ist, kommt man auf eine niedrigere Temperatur bei gleicher Waschzeit." Eine niedrigere Temperatur bedeutet dann wieder weniger Energieverbrauch. Und das ist es ja, worum es immer mehr Verbrauchern beim Waschen geht.

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