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StartseiteComputer und Kommunikation„Web 2.0 fürs Unternehmen“19.09.2009

„Web 2.0 fürs Unternehmen“

Wissensaustausch unter Firmenmitarbeitern optimieren

Kommunikation.- Die Kölner Messe "Digital Management Solutions" ist nun zu Ende gegangen. Vorgestellt wurde dieses Jahr unter anderem Enterprise 2.0. Damit soll Unternehmen gezeigt werden, wie sie Internetseiten wie Wikipedia, Youtube oder Flickr für sich nutzen können.

Von Mathias Schulenburg

Mithilfe des Web 2.0 kann die Kommunikation unter Mitarbeitern besser werden - aber auch transparenter.  (DRadio / wikipedia.org)
Mithilfe des Web 2.0 kann die Kommunikation unter Mitarbeitern besser werden - aber auch transparenter. (DRadio / wikipedia.org)

Die Frage, was man sich unter Enterprise 2.0 denn vorzustellen habe, beantwortete Willm Buhse, Enterprise 2.0-Experte der Firma "doubleYUU" aus Hamburg, so:

"Enterprise 2.0 ist das Web 2.0 fürs Unternehmen. Also die Frage, wie kann ich die Kraft von Wikipedia, von Flickr, von YouTube tatsächlich auch nutzen für das Unternehmen, um Mitarbeitern besseres Zusammenarbeiten zu ermöglichen."

Buhse hatte auf dem Forum "Enterprise 2.0" einen Vortrag mit dem Titel "Anzugträger trifft Kapuzenpulli" gehalten: Was passiert, wenn die Internetgeneration mit Topmanagern zusammenkommt?

"Dann merken die Manager, dass die Generation, die jetzt in die Unternehmen kommt, die die Welt nicht ohne Internet kennt, dass die ganz andere Ansprüche an die Arbeitswelt haben als unsere Generation das hat. Beispielsweise fordern sie eine sehr hohe Transparenz, sie fordern Vernetzung, sie fordern Offenheit vom Unternehmen ein, also dieses Silodenken – die Marketingabteilung, die kaum mit der Technik redet, so diese Klassiker im Unternehmen, so sinngemäß: Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß – , da sind sie dagegen. Oder dass Entscheidungen intransparent gefällt werden, sie möchten gerne sich einbringen können und ziehen daraus sehr viel Motivation."

Als selbsterlebtes Beispiel für die mitunter segensreiche Wirkung von Enterprise 2.0 zitiert Buhse gerne ...

"... einen Vertriebler in London, der in Russland unterwegs war, dort Software an Verlage verkaufen sollte und sein Flieger blieb am Boden kleben, er war eingeschneit, und dann hat er sich die Zeit genommen und hat einen Blog-Beitrag geschrieben und hat gesagt, na ja, ich werde Russland wohl eher aufgeben müssen, hier bin ich wohl nicht erfolgreich. Auf diesen Blog-Beitrag hat sich eine Entwicklerin aus Hamburg gemeldet, die zufällig Russin ist und sich die Präsentationen angeguckt hat und gesagt, Mensch, da waren ein paar inhaltliche Fehler drin, und daraufhin hat der Vertriebler gesagt, pass auf, dann versuchen wir beide das noch mal zusammen, und das Ergebnis war fast eine halbe Million Euro Umsatz für diese Softwarefirma, was zeigt, wenn es gelingt, Mitarbeiter miteinander zu vernetzen, die sich vorher nicht gekannt haben, aber in dem Moment gemeinsam Wert schaffen können – das ist Enterprise 2.0 und das ist der wirkliche Wert von Enterprise 2.0"

Sissi Closs, Geschäftsführerin der Comet Computer GmbH, einer Fachfirma für technische Dokumentationen wie Bedienungsanleitungen, Online-Hilfen, sogenannte elektronische Handbücher oder Webseiten für Internet und Intranet für hochkarätige Unternehmen, zugleich Professorin für technische Information an der Fachhochschule Karlsruhe, beschrieb die Vorzüge des Web 2.0 für ihr Metier so:

"Klassischerweise läuft es ja so, der Hersteller hat eine eigene oder Dienstleister für eine technische Redaktion, das ist halt ein kleiner Kreis, und die Personen beschreiben das Produkt für die Nutzungsgemeinde. Und es ist nicht selten so, dass eigentlich das Produkt seine eigentliche Ausprägung erst bekommt, wenn es beim Kunden wirklich installiert ist. Und dann weiß eigentlich erst der Nutzer, wie setze ich denn das Produkt ein. Und heute wird das so gemacht, dass die Nutzer dann manchmal so separat noch ihre eigenen Abläufe schreiben, die aber nicht integriert sind in die Herstellerdoku. Jetzt kann man sich natürlich vorstellen, wenn das in einem Wiki ist, kann der Nutzer selber dazu beitragen und sagen, wir setzen das Produkt so und so ein, und diese Funktion kannst Du so und so nutzen oder so machst Du es am geschicktesten, und da profitieren diese ganzen anderen Nutzer auch wieder davon, und so kriegt das einen viel lebensnaheren Inhalt als wenn es sich ein paar Leute ausdenken sozusagen, wie könnte man das später mal einsetzen."

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