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Donnerstag, 14.12.2017
StartseiteVerbrauchertippNicht Geschenke machen Stress, sondern schlechte Planung24.11.2017

WeihnachtenNicht Geschenke machen Stress, sondern schlechte Planung

Bei vielen Menschen artet der Geschenkekauf zu Weihnachten am Ende in Stress aus. Dagegen hilft nur, früh genug anzufangen und ein paar Überlegungen anzustellen. Egal, ob das Geschenk nützlich, schön oder erlebnisorientiert sein soll: Gezielt ist wichtiger als teuer.

Von Ursula Reinsch

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Geschenke zur Bescherung in einem Wohnzimmer in Bielefeld am 24. Dezember 2016 (dpa / picture alliance / Friso Gentsch)
Weder Menge noch Preis sollten beim Schenken im Vordergrund stehen, meinen Wissenschaftler, die das Schenke erforscht haben. Viel wichtiger sei es, dem Beschenkten zuzuhören, was er sich wünscht. (dpa / picture alliance / Friso Gentsch)
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Dieses Jahr wird einer Umfrage zufolge jeder deutsche Haushalt vermutlich rund 500 Euro für Weihnachten ausgeben – etwa vier Prozent mehr als im Vorjahr. Der größte Posten: die Geschenke. Und die zu besorgen, ist für viele Menschen Stress pur. Es beginnt jedes Jahr mit denselben Fragen: Wem schenke ich was? Wie teuer soll das Geschenk sein? Wieviel Zeit kann ich investieren? Schaffe ich alles noch rechtzeitig? Holger Schwaiger, Soziologe, hat das Schenken erforscht:

"Also, ich bin der Auffassung, dass nicht die Geschenke den Stress machen, sondern das schlechte persönliche Zeitmanagement. Denn man weiß ja, ein Schenkanlass wie Weihnachten, der kommt ja nicht urplötzlich vom Himmel gefallen und ist ganz unvorhergesehen da. Man kann sich also eigentlich gut darauf vorbereiten und auch lang genug darauf vorbereiten."

"Geschenke sind Beziehungszeichen: Ich höre zu, ich horche auf"

Jeder hat von Weihnachten bis Weihnachten 365 Tage Zeit. Und die folgenden Botschaften und die Symbolik von Geschenken zu kennen, kann helfen, den Stress lindern:

"Geschenke sind Beziehungszeichen, sie sind Gefühle. Geschenke generell, aber auch die Weihnachtsgeschenke hängen von den Beziehungen ab, in denen ich mich befinde. Ich höre zu, ich horche auf, wenn irgendwann etwas gewünscht oder ausgezeichnet wird, und versuche, mich dem jeweiligen anderen so anzunähern, dass ich imaginiere, was ihm oder ihr tatsächlich Freude bereiten könnte", sagt Professor Helmuth Berking.

Er hat an der Technischen Hochschule Darmstadt unter anderem das Schenken an Weihnachten erforscht.

"Man bekommt ja mit, was die Leute so brauchen"

Konkret kann sich Schenken dann recht stressfrei gestalten, wie diese Schenkerin sagt:

"Man bekommt ja auch ein bisschen mit, was die Leute so brauchen, was vielleicht auch fehlt, wenn man da ein bisschen aufmerksam ist in den Wochen vorher, kann man die dann kaufen. Mir fällt das meistens so ein. Wenn ich was kaufe, versuche ich, so extreme Konsumgüter zu meiden. Also keine Massenproduktion."

Man sollte sich durchaus trauen, intuitiv zu schenken

Keine Massenproduktion, sondern Geschenke mit Liebe  – das ist vielleicht der wichtigste Geschenktipp. Statistikern und Psychologen zufolge werden maßgeschneiderte Erlebnis-Gutscheine immer beliebter. Und wer seine Angehörigen fragt, was sie sich wünschen und diese Wünsche erfüllt, ist immer auf der sicheren Seite.

Auch wenn man es nicht glaubt: Praktische Geschenke kommen meist besser an als reine Luxus- oder Spaßgeschenke. Und ganz generell sollte man sich durchaus trauen, intuitiv zu schenken und nicht zu viel Zeit im Weihnachtstrubel verbringen. Entscheidend sei nicht der Preis des Geschenks, sondern die Wertschätzung, die es ausdrückt, die zeigt, dass man den anderen wahrgenommen hat.

Umtausch einkalkulieren, rät Verbraucherschützer

Um dem Geschenkefrust Einhalt zu gebieten, sollte man das Umtauschen am besten gleich mit ein kalkulieren, rät auch Julian Graf, Jurist, von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen:

"Grundsätzlich steht Verbraucherinnen und Verbrauchern jenseits von diesem vierzehntägigen Widerrufsrecht kein Umtauschrecht zu, insbesondere nicht im stationären Handel. Unabhängig davon können Händler aber Verbraucherinnen und Verbrauchern natürlich aus Kulanz ein freiwilliges Umtauschrecht einräumen oder eben diese Rückgabefrist von 14 Tagen natürlich auch freiwillig verlängern."

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