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StartseiteVerbrauchertippHaustiere unterm Christbaum - keine gute Überraschung30.11.2017

WeihnachtsgeschenkeHaustiere unterm Christbaum - keine gute Überraschung

Hunde- oder Katzenwelpen zu Weihnachten zu verschenken, kann große Freude auslösen. Doch solche Geschenke zu machen, bedeutet auch als Schenkender, Verantwortung zu übernehmen.

Von Christiane Enkeler

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Wie süß! Acht Wochen alte Golden-Labrador-Retriever (dpa / picture alliance / epa PA Jones)
Niedlich, klein und handlich - ein nettes Geschenk für Partner oder Kinder? (dpa / picture alliance / epa PA Jones)

In einem Punkt sind sich die meisten Experten einig: Als klassisches Überraschungsgeschenk eignet sich ein Tier eher nicht. Allergien lassen sich vielleicht unauffällig austesten, indem man zum Beispiel ein Tierheim besucht. Im Zweifelsfall gilt aber: Vor dem Schenken die Entscheidung gemeinsam besprechen und sich über die verschiedenen Tierarten, -bedürfnisse und -charaktere informieren. Mensch und Tier sollen miteinander leben, im besten Fall ein Tierleben lang.

Klare Regeln für Kinder

Beide Seiten sollten sich auch vorher beschnuppern können. Für beschenkte Kinder sollte man klare Regeln einführen. Und vorher sicherstellen, dass das Kind in seinem Alter mit dem Tier überhaupt umgehen kann. Zum Beispiel bei einem Hund rät die Frankfurter Humanpsychologin und Tierverhaltenstherapeutin Ann-Kathrin Maraun:

"Bei einem Hund ist es aus meiner Sicht erst ratsam, wenn Kinder wirklich ins Jugendalter kommen, das heißt, also auch schon mal mindestens älter als zehn Jahre sind, dass man wirklich sagt: Es ist jetzt ein Hund für das Kind, dass das Kind dann auch mit dem alleine auch mal mit rausgehen kann, aber dann in jedem Fall bitte keinen Welpen."

Ein Hund kann entspannen, wenn der Mensch die Führung übernimmt. Damit der Hund keinen Stress hat, sollte der Mensch auch führen können.

"Der Welpe muss erzogen werden, ein achtjähriges Kind kann definitiv keinen Welpen erziehen."

Wenn wirklich das Kind für den Hund zuständig sein soll, empfiehlt sie, im Tierheim nach Hunden ab etwa einem Jahr zu gucken, die bereits ein Zuhause suchen.

Katzen aus dem Tierheim

Im Tierheim Köln-Zollstock klettern dem Besucher im Katzengehege acht Kätzchen an den Beinen hoch. Die ersten Wochen bleiben sie bei der Mutter; erst zwischen der achten und zwölften Woche werden sie abgegeben, erklärt Elke Sans:

"Wenn man sagt, ich will unbedingt Katzenwelpen, dann müssen es zwei sein. Und wenn man diese Rabauken hier drin auch sieht, weiß man warum. Selbst wenn Sie den ganzen Tag zuhause wären, dann wollen Sie auch nachts mal acht Stunden am Stück schlafen. Katzen haben einen anderen Schlafrhythmus, die schlafen so in Drei-Stunden-Phasen, und danach wollen die Action."

Wichtigste Anschaffung für den Einstieg: das Katzenklo sowie eine Transportbox, falls mal was ist. Auch abklären, dass immer genug Geld für den Tierarzt da ist, eine Operation kann mehrere hundert Euro kosten. Federspielzeug kommt meist gut an. Ansonsten sind Katzen sehr verschieden: Die einen fetzen durch den Rascheltunnel, die anderen erschrecken sich. Katzenminze und Baldrian funktionieren nicht bei allen. Und Zeit muss man einplanen: zum Spielen, Bürsten, Streicheln und natürlich für Katzenklo-Putzen und Chaos-Wegräumen. Aber:

"Es ist ein Fehlgedanke, dass man denkt: Für zwei Katzen habe ich nicht den Platz oder ich habe nicht die Zeit dafür. Eigentlich macht es weniger Arbeit, weil die sich halt öfter miteinander beschäftigen ..."

... und was ist mit dem Stellplatz für das zweite Klo?

"Das soll ja jetzt kein Hindernisgrund sein, das kann nämlich auch bei Einzelkatzen vorkommen, dass die zwei Klos haben wollen."

Tierische Gefährten

Es gibt Tiere, die brauchen tierische Gefährten, findet auch die Psychologin Ann-Kathrin Maraun.

"Ein Meerschweinchen hat einfach nicht alleine gehalten zu werden."

Bei Kleintieren sollten Kinder mindestens vier bis sechs Jahre alt sein, damit sie nicht zur Gefahr fürs Tier werden, je nach Kind.

Kinder können lernen, sich um ein Tier zu kümmern und zu warten, bis es von selbst kommt. Das Tier braucht einen Rückzugsraum. Und bei nachtaktiven Tieren wie zum Beispiel einem Hamster sollte vielleicht auch das Kind mal die Tür schließen können. 

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