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Wenn der ständige Wechsel zur Normalität wird

Soziologen untersuchen Freud und Leid der neuen, flexiblen Generation

Von Regina Kusch und Andreas Beckmann

Immer schärferer Konkurrenzkampf um Jobs: dabei gehen auch Zeit und Kraft für den Gemeinsinn verloren.
Immer schärferer Konkurrenzkampf um Jobs: dabei gehen auch Zeit und Kraft für den Gemeinsinn verloren. (intuitivmedia.net)

Immer mehr junge Leute bereiten sich auf "ein Leben in Zeiten erhöhter Risiken" vor, beobachtet der Bielefelder Jugendforscher Klaus Hurrelmann. Das Ergebnis ist ein Lebensentwurf von ewiger Jugend: alles ist möglich, aber nichts sicher. Bindungen erscheinen immer riskanter, auf der Strecke bleiben daher nicht selten Partnerschaften und Kinderwunsch.

" Liebe Laura,
neulich bei unserem Gespräch war ich ziemlich erschrocken darüber, wie verunsichert Du über Deine berufliche Zukunft bist. Als ich 16 Jahre alt war, war das mit dem Beruf zwar auch nicht leicht aber damals war die Welt irgendwie noch in "Ordnung". Jetzt ist vieles anders. Und ich muss zugeben, dass ich nicht genau weiß, wie es mit der Arbeit weitergehen wird. Natürlich gab es schon immer Veränderungen in der Welt der Wirtschaft und Arbeit. Aber nie vollzog sich dieser Wandel so schnell und so grundlegend wie jetzt. "

Der Autor dieses fiktiven Briefes an seine Tochter heißt Günter Voß und lehrt Industriesoziologie an der Universität Chemnitz. Arbeitsbeziehungen sind sein Spezialgebiet und dennoch ist Voß immer wieder überrascht, wie groß die Unwägbarkeiten sind im Erwerbsleben junger Leute um die 30. Systematische Untersuchungen dazu gibt es nämlich bis heute nur wenige.

Statistiken offenbaren zwar, dass die Arbeitzeiten in Deutschland in den letzten 15 Jahren deutlich flexibler geworden sind. Fast die Hälfte arbeitet mittlerweile nach Zeitkonten. Die ermöglichen es einerseits, mal früher zu gehen, wenn man zum Arzt muss oder das Kind aus dem Kindergarten abholen will. Vor allem aber dienen Zeitkonten den Firmen dazu, die Arbeitszeiten zu verlängern, wenn die Nachfrage anzieht. Aber auch von den Beschäftigten, die noch kein Arbeitszeitkonto haben, leistet die Mehrheit inzwischen regelmäßig Überstunden.

Weniger flexibel scheint zumindest auf den ersten Blick die Form der Arbeitsverhältnisse zu sein. Drei Viertel aller Beschäftigten haben immer noch eine Vollzeitstelle, für über 90 Prozent der beruflich etablierten heißt das auch nach wie vor eine unbefristete Stelle.

Anders sieht es hier allerdings bei den unter 35jährigen aus. Nach den neuesten Zahlen des statistischen Bundesamts geht jeder fünfte von ihnen einer befristeten Beschäftigung nach. Damit hat sich der Anteil der prekären Arbeitsverhältnisse in der jungen Generation binnen zehn Jahren fast verdoppelt.

Und viele, die sich in einem beruflichen Übergangsstadium befinden, sind dabei noch gar nicht erfasst: nicht diejenigen, die ein Praktikum machen, nicht diejenigen, die als Volontäre und Trainees den Einstieg ins Arbeitsleben suchen, nicht diejenigen, die sich an Berufsakademien weiterbilden, nachdem sie schon eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen haben, nicht diejenigen, die eine Doktorarbeit schreiben, weil sie derzeit keine Stelle finden.

Einsteiger am Arbeitsmarkt müssen heutzutage sehr flexibel sein, und sie sind es auch, bescheinigt ihnen Günter Voß.

" Das kann man wohl so pauschal sagen, dass die jüngere Generation stärker in eine Kultur von Freiheit und Selbstorganisation hineinwächst. Die jüngere Generation wächst in eine solche individualisierte, eher mit Freiheiten verbundene Zivilisation hinein und ist von daher eingestellt auch schon, vorbereitet wenn man so will, auf die stärker selbstorganisierten Arbeitsverhältnisse. Sie ist dem aber auch Stück weit schutzlos ausgeliefert, das muss man so sagen. Die lassen sich wirklich mit Anforderungen an marktmäßiges Verhalten in jeder Hinsicht unter Druck setzen. Ohne Widerstand. "

Im Gegenteil, viele finden einen Lebensentwurf mit Abwechselungen durchaus reizvoll. Die new economy der 90er Jahre hat neue Leitbilder geschaffen in kleinen selbstgegründeten Unternehmen, die manchmal fast den Charakter von Wohngemeinschaften hatten. Kicker und Tischtennisplatte standen neben dem Rechner, man ging zwischendurch mal gemeinsam ins Kino um hinterher weiter zu arbeiten und fand auch den Lebensabschnittspartner im Betrieb. Wenn es schlecht lief suchte man sich eben einen neuen Job. So wie viele aus der Elterngeneration lebenslang beim selben Arbeitgeber angestellt zu sein, erschien total altmodisch und unattraktiv.

Die Altersgruppe der um 1970 geborenen entwickelt ein neues berufsbiografisches Muster, sagt Eckard Hildebrandt, der am Wissenschaftszentrum Berlin ein Forschungsprojekt zum Wandel von Lebensläufen leitet.

" Sie wechseln relativ häufig, sie haben oft befristete oder Teilzeitbeschäftigungen und es ist noch gar nicht ausgemacht, ob für sie zu einem späteren Zeitpunkt noch mal die Perspektive einer unbefristeten Vollzeitbeschäftigung, von der man dann annimmt, dass sie bis zur Verrentung dauern kann, ob so eine Perspektive überhaupt noch besteht. "

Die Frage, ob sie das wollen, stellt sich gar nicht. Sie gehen einfach ganz pragmatisch davon aus, dass es so ist, wie es ist. Das heißt nicht, dass sie anspruchslos wären. Junge Arbeitnehmer, die gut qualifiziert sind , egal ob durch eine berufliche Ausbildung oder ein Studium, wollen eine Aufgabe, in der sie inhaltlich gefordert sind. Und die überwältigende Mehrheit ist auch selbstbewusst genug, dass sie sich den Anforderungen gewachsen fühlt.

Nach einer Umfrage der Illustrierten "stern" sind sie gleichzeitig aber völlig illusionslos, was die Arbeitsmarktentwicklung angeht. Die Mehrheit bleibt dennoch optimistisch, eigene Ansprüche und Marktanforderung in Deckung bringen zu können. Dafür sind sie zu großen Anstrengungen und weit reichenden Kompromissen bereit.

Diese Ergebnisse bestätigt auch der Psychologe Ernst Hoff. Er hat an der Freien
Universität Berlin in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Studien über Berufseinsteiger geleitet.

" Es ist schon erstaunlich, wie gewissermaßen diese Anforderungen, die an sie herangetragen werden, bejaht werden, man kann sagen, sie wollen das, was sie sollen bzw. was auch in kleinen Firmen notwendig ist, was am Markt von ihnen gefordert wird an Handeln. Sie sehen aber auch zugleich, etliche zumindest, dass dieses erzwungen ist und einige sagen, das kann ich nicht mein Leben lang durchhalten. Das kann ich allenfalls zwei, drei Jahre lang durchhalten. "

In der Informationstechnologie-Branche, kurz IT, sind Arbeitszeiten von 50 oder 60 Stunden normal. Manche Arbeitnehmer kommen sogar auf 80 oder 90 Stunden die Woche. Was man im Büro nicht schafft, wird mit nach Hause genommen, Erreichbarkeit auch am Wochenende gehört in vielen Jobs dazu. Die Arbeit wird in selbstorganisierten Gruppen erledigt, wo einem nicht mehr vorgeschrieben wird, was man wann wie und wo zu tun hat. Stattdessen gibt es Zielvereinbarungen und die Mitglieder der Teams handeln frei aus, wie sie diese Ziele erreichen.

Anfangs wirkt dieses Arbeitsmodell auf viele euphorisierend. Doch irgendwann kommen Ermüdungserscheinungen, aber man kann nicht einfach mal kürzer treten. Der nächste Auftrag oder das nächste Projekt stehen an. Also schuften die meisten weiter, manchmal bis sie nicht mehr können, weiß Günter Voß.

" An vielen Stellen wird berichtet, dass aus solchen Arbeitsverhältnissen Phänomene der Überforderung entstehen, der Überlastung und schlicht auch von psychischen Erkrankungen. Gerde jetzt ist ein Psychiatriebericht ich glaube des Verbandes der Deutschen Krankenkassen erschienen, wo berichtet wurde, dass Angst- und Depressionserkrankungen massiv zunehmen und dies wird verbunden mit solchen neuen flexiblen sich selbst organisierenden Arbeits- und Beschäftigungsverhältnissen. "

Auch wenn das Extremfälle sind, die Stimmung verdüstert sich langsam auch für die anderen. Seit der neue Markt zusammengebrochen ist, seit immer mehr auch hochqualifizierte Jobs verloren gehen, seit Arbeitslosigkeit auch für die gut ausgebildeten Mittelschichten ein Problem wird, das sie selber treffen kann, seitdem wird auch von jungen Leuten nicht mehr nur die allgemeine Lage als schlecht eingeschätzt. Auch die eigenen, persönlichen Perspektiven erscheinen gefährdet, erzählt Ulf Kadritzke von der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin.

" Mein Erfahrungshintergrund sind Gespräche mit vielen Studierenden der Ingenieurwissenschaften, der Betriebswirtschaftslehre und natürlich auch jüngere praktizierende Fachleute, mittlere Manager. Nach meiner Wahrnehmung ist jetzt in den letzten fünf Jahren peu-a-peu etwas aber im Ergebnis einschneidendes passiert, nämlich dass die Freiheit, flexibel zu sein, zunehmend auch als Zwang und Bedrohung gespürt wird. Also da hat sich ein Wandel ergeben, was den Optimismus betrifft, der doch teilweise in Angst umschlägt. "

Dazu tragen v.a. Erfahrungen derjenigen bei, die gerade die Hochschule verlassen haben. Selbst als Ingenieure oder Juristen, Betriebswirte oder Informatiker, also in Berufen, die allgemein als zukunftssicher gelten, werden sie auch mit besten Zeugnissen nicht mehr mit offenen Armen in den Betrieben empfangen.

Jedenfalls nicht wenn sie einen regulären Arbeitsplatz haben wollen. Stattdessen werden ihnen Praktika angeboten, die schlecht oder gar nicht bezahlt sind. Mancher Jungakademiker hat schon drei oder vier solcher Praktika absolviert, jedes Mal in der Hoffnung auf ein anschließendes Stellenangebot, das dann doch nicht kam.

Die Wochenzeitung "Die Zeit" schrieb schon von einer "Generation Praktikum". Wie viele Betroffene es wirklich gibt weiß niemand, genaue Zahlen existieren nicht. Aber der DGB hat mittlerweile eine Beratungsstelle eingerichtet, weil sich immer mehr hilflose Dauer-Praktikanten an die Gewerkschaften wenden. Auch Ulf Kadritzke hört häufig solche Geschichten.

" Es ist leider ein höchst reales Phänomen, was übrigens meine Studierenden und die, die auf der Schwelle von dem höheren Ausbildungssystem in den Beruf stehen, absolut resignieren lässt. Ich habe zig ganz konkrete Erfahrungen, dass Weltfirmen, da könnte man jeden deutsche Namen, der auf dem Weltmarkt einen guten Ruf hat, nennen, dass diese ganzen Firmen eine unglaubliche Ausbeutung betreiben, indem sie Praktikanten teilweise in verantwortungsvollen mittleren Management-Positionen einsetzen, sie ein halbes Jahr arbeiten lassen, sie dann teilweise auffordern, jetzt bitte die Hochschule zu wechseln, damit sie dann noch mal ein halbes Jahr Praktikum machen können und auf die Frage, was man denn da verdiene sagen, na wenn Sie 300 oder 400 Euro bekommen können Sie froh sein, Sie können ja dann in ihrem Lebenslauf schreiben, in welcher tollen Firma Sie waren. "

Wenn selbst Hochqualifizierte nur noch auf diese Weise einen Fuß in die Arbeitswelt kriegen, dann muss sich wohl ein sehr grundlegender Wandel vollziehen.

" Liebe Laura,
Man kann die heutige Situation mit dem Beginn der Industrialisierung vor circa 150 Jahren vergleichen, wo all das entstand, was für uns heute "normal" ist - und bald nur noch Geschichte sein wird: die klare Trennung von Arbeit und Freizeit, lebenslange Berufe, feste Arbeitszeiten, die Rollenverteilung von Chef und Arbeitnehmer. "

Was sich damals herauszubilden begann, war das so genannte Normalarbeitsverhältnis. Es war gekennzeichnet durch relativ starre Regelungen, die im Laufe der Jahrzehnte zwischen Arbeitsgebern und Gewerkschaftern ausgehandelt worden waren. Wichtigste Regelung war die Begrenzung der Arbeitszeit. Von einstmals 60 Stunden, verteilt auf sechs Tage der Woche, sank sie in Deutschland bis Mitte der 80er Jahre in vielen Branchen auf 35 Stunden. Der Samstag gehörte de facto zum Wochenende, an dem der Normalarbeitnehmer frei hatte.

Sozialversicherungen sicherten gegen Risiken wie Arbeitslosigkeit und Krankheit ab und sorgten für ein Auskommen im Alter. Kündigungsschutzgesetze und Tarifverträge stabilisierten zudem die Arbeitsverhältnisse derer, die schon lange im Betrieb waren und eine Familie zu ernähren hatten. So entwickelte sich mit dem Normalarbeitsverhältnis auch ein Normallebenslauf, erklärt Eckart Hildebrandt.

" Es war eine Dreiteilung, relativ strikte Dreiteilung von Ausbildung, Beruf und sog. Ruhestand und das wurde zur gesellschaftlichen Normalität. Weshalb wir jetzt neu und anders darüber reden ist, dass diese Norm und Normalität zunehmend erodiert, sagen wir, zerfällt an verschiedenen Teilen, zerfällt am Anfang, indem die Ausbildungen länger werden, indem die Einstiege ins Erwerbsleben länger werden. Die eigentliche Haupterwerbsphase wird interessanterweise kürzer, "rush hour of life" wird das genannt, eine Phase sagen wir mal von 30 und 45, also nur 15 Jahre, in denen der Höhepunkt der beruflichen Karrieremöglichkeiten, d.h. aber auch Beanspruchungen liegt und dann eine Entwicklung zu frühzeitiger Beendigung des Erwerbslebens, also diese ganzen Grenzen des alten Modells verschwimmen, wir nennen das deshalb auch "Entgrenzung" in verschiedenen Dimensionen."

Die Entgrenzung besteht nicht so sehr in der Verlängerung der Arbeitszeit. Dann wäre ja noch eine Grenze da, nur dass sie inzwischen in die andere Richtung verschoben würde. Die Entgrenzung besteht in der Flexibilisierung. Kommt noch kurzfristig ein Auftrag rein, muss er abgearbeitet werden, herrscht Flaute, gehen die Leute früher nach Hause. Der Arbeitstag hat keine allgemein verbindlich festgelegten Grenzen mehr.

Für die Beschäftigten heißt das, es gibt immer weniger Planbarkeit. Und zumindest für die jungen Leute gilt das nicht nur bezogen auf den Arbeitstag, sondern auch in biografischer Hinsicht. Noch tritt das gesetzliche Rentenalter mit 65 Jahren ein, diskutiert wird aber schon eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit bis 67 Jahre. Gleich-zeitig beschäftigen aber über 40 Prozent der Unternehmen niemanden mehr über 50. Wo-rauf also soll man sich einstellen?

Fest steht nur eines: zwischen 30 und 45 sollte man sich eine Karriere aufbauen, danach wird es ganz schwer. In den selben fünfzehn Jahren müssen aber auch andere biografische Entscheidungen fallen, etwa ob man eine Familie gründen will. Wie viel Zeit die Karriere kosten wird, wie viel für private Zwecke übrig bleibt, ist, anders als zu Zeiten des Normarbeitsverhältnisses, kaum abzuschätzen.

" Das Problem ist jetzt, dass es sich ausdifferenziert. Es gibt nicht den alten Typ, der abgelöst wird durch einen neuen Typ, den man ganz klar beschreiben könnte, sondern es gibt Gewinner und Verlierer und auch die Gewinner sind belastet z. B. Habe jetzt gerade heute früh hier noch mal einen Artikel vorgeholt aus der Wirtschaftswoche über work-life-balance von Führungskräften. Und da steht ganz klar drin, diese High-Potential können sich Auszeiten nicht leisten und wer da nicht mit macht fliegt raus und das ist auch gut so und die meisten workoholics da, die fühlen sich auch wohl, die brauchen nichts anderes. Das sind ganz viel gesellschaftliche Definitionen von dem, was gut und richtig und angemessen ist, aber das hilft ja den workoholics doch nichts, irgendwann setzt sich ja der Körper durch, setzt sich die Psyche durch, irgendwann setzt sich durch eine Form von Vereinsamung z.B. "

Die Grenze des Arbeitstages wie der Lebensarbeitszeit wird der Einzelne in zunehmendem Maße selber ziehen. Das kann einen Zugewinn an Freiheit bedeuten, aber auch neue Zwänge. Für die heute 30jährigen bleibt nur die Hoffnung, diese Entscheidungen relativ frei treffen zu können. Dabei ist klar: Egal ob man früher gehen oder länger bleiben will oder vielleicht die Berufstätigkeit mal unterbrechen möchte, um später wieder einzusteigen - jede Entscheidung ist riskant, denn sie funktioniert nur, wenn die Auftragslage, also der Markt es erlaubt.

Günter Voß sieht den Arbeitnehmer der Zukunft deshalb immer mehr gleichzeitig in der Rolle eines Angestellten wie eines Unternehmers. Eines Unternehmers, dessen Kapital seine eigene Arbeitskraft ist und den er deshalb in seiner soziologischen Theorie als Arbeitskraft-Unternehmer bezeichnet.

" Ein Arbeitskraft-Unternehmer wird von uns über drei Merkmale bestimmt. Zum einen ist es eine Arbeitskraft, die in hohem Maße in der Lage ist und in Arbeitszusammenhängen, wo die Arbeit selbstorganisiert gestaltet werden muss. Zum zweiten gehört dazu eine, wie wir es nennen, verstärkte Selbstökonomisierung, d.h. man muss sein Arbeitsvermögen, seine Arbeitskraft nach Karl Marx wie eine Ware, wie ein Produkt ansehen, es gezielt entwickeln und permanent vermarkten, d.h. man kann sich nicht, wenn man mal irgendwo sitzt darauf verlassen, dass das immer so weitergeht, sondern man befindet sich ununterbrochen auf einem Markt, nicht nur dann, wenn man mal den Arbeitgeber wechselt, sondern auch im Betrieb muss man sich ökonomisch verhalten. Und das dritte eine Selbstrationalisierung, man muss mit sich, mit seinem gesamten Leben auch außerhalb des Betriebes hoch rational umgehen, also etwa ein Zeitmanagement betreiben. "

Natürlich ist der Arbeitskraft-Unternehmer immer noch Arbeitnehmer er wird ja gegen Lohn oder Gehalt beschäftigt. Aber er ist ein neuer Typus von Arbeitnehmer und nach Voß wird es dieser Typ sein, der die Erwerbsbiografien der heute 30jährigen bestimmen wird. Er kann sich immer weniger die althergebrachte Arbeitsnehmer-Mentalität leisten. Er kann sich nicht darauf verlassen, in einer bestimmten Zahl von Arbeitsstunden ein bestimmtes Gehalt zu verdienen, und das ein Arbeitsleben lang, bis zur Rente, die ihm die BfA auch schon im voraus berechnet.

Ein Arbeitskraft-Unternehmer muss vielmehr wie ein Unternehmer jede Gelegenheit nutzen, seine Arbeitskraft zu vermarkten. Das kann er als Angestellter nicht individuell, sondern nur im Verbund seines Unternehmens. Also muss er quasi unternehmerisch mitdenken, muss sich die Ziele seines Unternehmens zu eigen machen. Er muss daran interessiert sein, dass sein Unternehmen möglichst viele Aufträge ergattert und die möglichst rationell abarbeitet. In der Praxis heißt das oft, länger und flexibler arbeiten, ohne mehr Lohn zu bekommen

" Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob die zentrale Anforderung ist, Zeitmanagement zu betreiben. Da gibt es ja viele Kurse und Bücher. Inzwischen zeigt sich, dass das noch viel komplizierter ist. Es geht nicht nur darum, seine Zeit gut durchzuorganisieren, sondern dass man in der Lage ist hoch flexibel seine je eigene Zeitqualität zu entwickeln, und zwar noch mal unterschiedlich, je nachdem in welchem Lebensbereich ich mich befinde. Also ich muss lernen in meinen Job hochgradig effizient ganz schnell zu agieren und dann ganz schnell umzuschalten und genau das Gegenteil zu machen, nämlich slow down zu machen um nicht kaputt zu gehen und sagen, am Wochenende habe ich einen anderen Zeitrhythmus und das ist schwierig. "

Ob und wie er das schafft, ob er dabei seine Gesundheit ruiniert, seine Familie zerrüttet und seine Freunde verliert oder ob er eine befriedigende Balance zwischen Arbeit und Leben herstellen kann, dafür ist jeder Arbeitskraft-Unternehmer selbst verantwortlich.

" Liebe Laura,
es ist wissenschaftlich erwiesen, dass heute wieder wesentlich länger und vor allem härter gearbeitet wird. In den USA kann man sehen, wohin das führen kann: Dort müssen die meisten Berufstätigen oft deutlich über 50 Stunden in der Woche arbeiten, bei nicht mal zwei Wochen Urlaub im Jahr. Viele haben sogar mehrere Jobs, um überhaupt genug zu verdienen. Ob es auch bei uns soweit kommen wird, weiß ich nicht. Meine dringende Empfehlung: Lass Dir nicht einreden, die Veränderungen kämen wie ein Wetterwechsel über uns. Misch Dich ein! Stelle Forderungen! Wehr Dich! "

Das klingt wie ein typischer Rat eines 68er-Vaters an die junge Generation, die vielen einstmals Studentenbewegten als zu unpolitisch und angepasst erscheint. Aber Günter Voß weiß es besser. Als Industriesoziologe kennt er den Druck, der heute in den Betrieben herrscht.

" Man kann heute sagen, das selbst in der Werkshalle eines großen Betriebes die internationale Konkurrenz vor Ort ist. Der Arbeiter konkret und ich habe das neulich in Gesprächen mit Betriebsräten erleben müssen, der Arbeiter weiß, wo der Kunde sitzt, das wird ihm vorgeführt und er erlebt die globale Konkurrenz eines großen Betriebes. Das hat es vor zehn, fünfzehn Jahren nicht gegeben, da war das Schreckgespenst der Meister und jetzt ist es auf einmal der Kunde in Fernost. Das ist eine neue Entwicklung. "

Mit dem Meister oder einem Vorgesetzten konnte man verhandeln, im Zweifel den Betriebsrat hinzuziehen. Das Ergebnis war im allgemeinen ein für beide Seiten tragfähiger Kompromiss. Vor allem war es eine Regelung, die meist lange Bestand hatte, mit der beide Seiten planen und ihr Leben einrichten konnten. Mit dem Kunden dagegen kann der Arbeitnehmer nicht verhandeln, ob der Auftrag nicht ein paar Tage später erledigt werden kann.

Noch weniger lässt sich mit dem Markt verhandeln. Wenn ein Autokonzern intern die Produktion eines neuen Modells ausschreibt, dann müssen alle über den Globus verstreuten Werke ein Angebot abgeben, zu welchem Preis sie das Auto herstellen könnten. Der günstigste Standort bekommt den Zuschlag. Also müssen Vorgesetzte und Beschäftigte heute gemeinsam überlegen, wie sie noch die letzten Rationalisierungspotenziale ausschöpfen, damit der Auftrag an ihr Werk geht und sie nicht ihre Arbeitsplätze riskieren.

" Das alte Thema des Klassenkampfes, wer kämpft da gegen wen? Die Arbeiterklasse gegen das Kapital. Arbeitskraft-Unternehmer erleben den Klassenkampf in sich. Sie sind einerseits die Ausgebeuteten und andererseits sind sie die Ausbeuter. Jeder Selbstständige weiß, wovon ich da rede. Also ich muss diesen Kampf in mir austragen. Bis wohin beute ich mich selber aus und wie wehre ich mich gegen mich selber. Ich kämpfe mit mir einen Klassenkampf und ich muss Arrangements treffen. Diese Spannungen, die auch innerlich einen zu zerreißen drohen, ziehen in ganz viele Arbeitsverhältnisse und in ganz viele Menschen ein. Solche Ambivalenz, nicht zu wissen, auf welcher Seite ich eigentlich bin, auch politisch, wer ich eigentlich bin, immer diese zwei Seiten, das ist ein Phänomen, was man zunehmend in der Gesellschaft beobachten kann und das hat viel mit diesen Entwicklungen zu tun. "

Wie verhalten sich Menschen in dieser Zerrissenheit? Andreas Boes vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung ISF München hat in diesem Frühjahr dazu eine Untersuchung abgeschlossen. Er hat Beschäftigte zweier Branchen befragt, von denen Experten allgemein annehmen, dass ihre Arbeitsstrukturen modellhaft für die Zukunft sind: Einerseits die Film- und Fernsehwirtschaft, andererseits die IT-Branche Beides sind Wirtschaftszweige, in denen der Anteil der jungen Beschäftigten überdurchschnittlich hoch ist. Beide erlebten einen Boom in den 90er Jahren und stürzten dann in eine Krise. Bis dahin hatten die meisten Beschäftigten projektorientiertes Arbeiten und flexible Arbeitsformen oft begeistert mitgemacht. Jetzt mussten sie sich mit den Schattenseiten auseinandersetzen, berichtet Andreas Boes.

" Da sagen wir, dass in diesen Bereichen, Film und Fernsehen einerseits, und IT-Branche andererseits, vollkommen gegenläufig Entwicklungstrends zu beobachten sind. Im einen Bereich, also Film und Fernsehen, befürchten wir, dass es zu einer Atomisierung der Beschäftigten kommt, dass die Menschen dadurch als Einzelkämpfer immer mehr unter Druck kommen, dass ihre Arbeits- und Lebensbedingungen sich verschlechtern werden, dass insbesondere auch die Möglichkeiten, Familie zu haben dem Leben insgesamt auch einen Raum einzuräumen immer schwieriger werden und dass die Beschäftigten quasi in eine Abwärtsspirale geraten, wo sie sich gegenseitig immer mehr Konkurrenz machen. Gegenläufig glauben wir im Bereich der IT-Industrie, dass die Beschäftigten sehr viel stärker versucht und bemüht sind, sich gemeinsam mit den Kollegen auch zu wehren, da wo sie den Eindruck haben, dass gegen ihre Interessen verstoßen wird, dass sie bemüht sind, dem Leben neben der Arbeit wieder einen Platz zu geben und nicht immer nur dem Markt Vorrang zu geben und dem Kunden und dass sie insgesamt auch auf der Suche sind nach Formen und Wegen, wie sie diese Interessen auch dann durchsetzen können, wenn das Unternehmen etwas anderes von ihnen will. "

Den Grund für diese gravierenden Unterschiede sieht Boes in den unterschiedlichen betrieblichen Strukturen. Während die meisten IT-Beschäftigten noch feste Verträge mit meist kleinen Firmen haben, arbeitet die Mehrheit in der Filmbranche als vollkommen freie Mitarbeiter. Sie erhalten immer nur Verträge für eine bestimmte Produktion. Ist der Streifen abgedreht, haben sie keinen Anspruch, beim nächsten Film wieder beschäftigt zu werden. So konnten die Produzenten relativ problemlos in der Krise die Honorare kürzen, gleichzeitig aber die Anforderungen hochschrauben und oft sogar noch die Arbeitszeiten immer mehr verlängern.

" Wer das sich finanziell einigermaßen erlauben kann, versucht weniger Aufträge anzunehmen und dadurch die Phasen, in denen er Ruhepausen hat, auszudehnen. Darüber hinaus gibt es dann das Szenario, dass der Partner, die Partnerin vielleicht finanziell mithelfen kann oder dass man versucht, in anderen Bereichen irgendwie mit unterzukommen. Dass man beruflich tätig ist in anderen Bereichen. Das kann dann sein, dass man Taxi fährt zum Teil, oder eben auch, dass man selbst ein Geschäft betreibt, dass man als Tonmeister bspw. ein Tonstudio vermietet usw. usf., also diese verschiedenen Nebentätigkeiten, die es da gibt. Aber ich glaube, das was da im Moment sich an Raubbau angebahnt hat in der Krise, das wird erst in einigen Jahren sehr viel deutlicher werden, was das an Wirkungen für die Beschäftigten hat. Mein Eindruck geht dahin, dass es sehr, sehr viele geben wird, die aussteigen werden und aussteigen müssen. "

In den Interviews mit Andreas Boes haben viele gesagt, sie würden sich gerne wehren. Aber dabei sind sie weitgehend auf sich allein gestellt. Zusammen schließen können sie sich kaum, weil jeder ständig mit einem anderen Projekt beschäftigt ist oder auf der Suche danach. Viele in der Film- und Fernsehwirtschaft sehen sich in einer Abwärtsspirale hinsichtlich der Qualität ihrer Arbeit.

Anders die IT-Fachleute. Für sie ist der Betrieb noch ein zentraler Ort, an dem sie zusammen kommen und gemeinsam Strategien überlegen können.

" Wenn man sich mal die letzten zwei, drei Jahre anschaut, dann sieht man sehr deutlich, da wo es Auseinandersetzungen gegeben hat zwischen der Belegschaft und der Geschäftsführung, da spielt plötzlich das Thema Gewerkschaft ganz schnell eine Rolle. Und da findet sich dann auch immer einer, der einen kennt, der in der Gewerkschaft ist und der mal einen anrufen könnte und mal fragt, ob sie einen nicht unterstützen oder helfen können. "

Mitglied einer Gewerkschaft sind dennoch die wenigsten. Sich an eine solche Großorganisation zu binden, würde ihrem Selbstverständnis als flexible Individuen widersprechen. Aber in vielen IT-Betrieben existieren dennoch inzwischen Mitarbeitervertretungen. Denen gelingt es nach der Studie von Andreas Boes, die Belastungen für die Beschäftigten in erträglichen Grenzen zu halten.

Die Krise hat viele aber nicht nur über Solidarität neu nachdenken lassen, sondern generell über das Verhältnis von Arbeit und Leben. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer anderen Studie, die Psychologen der FU Berlin unter IT-Beschäftigten durchgeführt haben und an der auch Ulrike Schraps mtigearbeitet hat.

" Vor allen Dingen wenn dann Krisen auftauchen, wenn die Unternehmen in Insolvenzen gehen oder Mitarbeiter entlassen werden in größerem Maße, dann beginnt die Begeisterung und das Engagement doch deutlich zurückzugehen. Dann setzen auch Prozesse ein, wo stärker darüber nachgedacht wird, was will ich eigentlich, nicht nur, was verlangt der Markt von mir, sondern wie will ich eigentlich leben? Weil diese organisatorischen Krisen nicht selten mit persönlichen einhergehen. Also es gab Fälle, wo Partnerschaften daran scheiterten, wo Beziehungen auseinander gingen, weil die das nicht mehr toleriert hatten, dass der eine Partner nur noch für die Arbeit da war und für nichts sonst. Und in diesen Fällen gibt es schon ein sehr bewusstes Nachdenken darüber, ob man nicht in einem sog. old economy Unternehmen besser aufgehoben wäre, weil dort die Arbeitszeiten, zumindest heißt es das ja noch, verlässlicher sind und auch Teilzeitmöglichkeiten geschaffen werden können. "

Freilich, vieles von dem, was einst die new economy an Flexibilisierung eingeführt hat, haben die Unternehmen der old economy inzwischen übernommen und setzen es vor allem bei neuen und jungen Mitarbeitern voraus. Inseln der Sicherheit und der festen verlässlichen Regelungen sind auch die traditionellen Unternehmen längst nicht mehr. Ein Wechsel dorthin erleichtert die Suche nach einer Balance zwischen Arbeit und Leben deshalb kaum. So sehen sich viele junge Beschäftigte in einem Entscheidungsstress, den die Generation ihrer Eltern so nicht kannte, erzählt Ernst Hoff von der FU Berlin.

" Unsere Analysen gehen eigentlich in die Richtung, dass der allgemeine Wandel in der Arbeit psychologisch bedeutet eine Zuspitzung von Konflikten. Die Leute wollen und sollen autonomer sein und sie merken gleichzeitig, dass sie sich damit selbst unter Zwänge stellen. Und es existiert ein Zwang zur Autonomie. Also die Schlagworte sind, die der kontrollierten Autonomie, die der fremdorganisierten Selbstorganisation. Das sind alles Widersprüche, so werden sie theoretisch gefasst, und psychologisch heißt das, in dem Maße, wie die Leute das wollen was sie sollen und selbst entsprechende Strebungen entwickeln zeigen sich Widersprüche zwischen ihren eigenen Zielen. Sie wollen dies und sie wollen das andere gleichzeitig. Sie wollen am Markt erfolgreich sein und sie wollen sich nicht ständig unter den Zwang des Marktes stellen, Und das beißt sich gegenseitig. Je mehr diese Konflikte zwischen Autonomie und Kontrolle, zwischen dem, was sie auf der einen Seite wollen und was sie auf der anderen Seite wollen, je mehr diese Konflikte im Arbeitsleben zunehmen, desto mehr werden sie gezwungen zu reflektieren über sich selbst. "

" Liebe Laura,
Die Veränderungen betreffen nicht nur die Arbeit, sondern sie berühren fast alle Lebensverhältnisse: etwa die Art, wie die Menschen in Zukunft zusammenleben werden (wie bisher als "Kleinfamilie" mit Vater-Mutter-Kind?), wie die Lebenswege verlaufen werden (immer noch nach dem schönen Rhythmus Kindheit-Schule-Ausbildung-Erwerbsleben-Rente-Ende?) und wo wir arbeiten und leben werden (vielleicht alle paar Jahre in einem anderen Land?) "

" Zwei Drittel unserer Befragten, die noch keine Kinder haben, wünschen sich welche. Also die Familiengründung ist für viele sozusagen selbstverständlich. Sie wird aber sowohl von den Männern wie von den Frauen in die fernere Zukunft verschoben. Die sind im Schnitt so Ende zwanzig, Anfang dreißig. Bei allen, Frauen wie Männern, herrschen egalitäre Vorstellungen vor, wie man das dann machen will. Sowohl die Frauen wie die Männer gehen davon aus, dass beide Partner berufstätig bleiben, auch erfolgreich berufstätig bleiben und man irgendwelche Lösungen finden wird, wie man das trotzdem miteinander vereinbaren kann. Wobei die Frauen das deutlich kritischer antizipieren, weil sie schon ahnen, dass sie womöglich die ganze Koordination des Familienlebens regeln müssen und die Männer da etwas naiver und weniger differenziert rangehen und sagen, ach das kriegen wir dann schon irgendwie hin. "

Mit dieser scheinbaren Gelassenheit überspielen viele Männer aber nur ihre Unsicherheit, vermutet Ulrike Schraps. Denn Männer wie Frauen wissen nicht genau, worauf sie sich einlassen. Auch das war zu Zeiten des Normalarbeitsverhältnisses anders. Denn das Normalarbeitsverhältnis war in erster Linie ein männliches Normalarbeitsverhältnis. Hinter dem Mann, der acht Stunden im Betrieb verbrachte, stand traditionellerweise eine Hausfrau. Diese Rolle strebt heute aber nur noch eine kleine Minderheit junger Frauen an.

Eine Entscheidung für oder gegen ein Kind ist für viele schwerer als jede andere. Denn sie ist die einzige Entscheidung im Leben, die absolut irreversibel und unmöglich zu korrigieren ist. Dass die Frage auch in der jungen Generation viel häufiger von den Frauen thematisiert wird, liegt aber nicht nur daran, dass ihre biologische Uhr irgendwann deutlich vernehmbar tickt. Nach wie vor unterscheiden sich die Erwartungen, die die Geschlechter ans Leben haben, sagt Birgit Geissler, die an der Universität Bielefeld Soziologie lehrt. Sie interessiert sich vor allem für die Frage, auf welch unterschiedliche Weise Männer und Frauen mit der Flexibilisierung der Arbeitswelt umgehen.

" Für die jüngere Generation von Frauen, die gut ausgebildet sind, ist die Arbeit in gleicher Weise sinnstiftend wie für Männer. Es kommt allerdings hinzu, dass sie parallel dazu in ihrer Mehrheit jedenfalls eine weitere Sinnstiftung über Beziehungen, also über Kinder, Partnerschaft usw. suchen und diese beiden Sinnstiftungen durchaus parallelisieren, also nicht die eine auf Kosten der anderen abwerten wollen. "

Darin unterscheiden sie sich von den Männern, die zwar in der Mehrheit auch oft gerne eine Familie hätten, sich im Zweifel aber leichter auf die Karriere konzentrieren können. Und die auch schneller bereit sind, eben doch ihr Glück allein in der Arbeit zu suchen, wenn sich die Familienoption als zu kompliziert erweist.

Das führt dazu, dass auch in der jüngeren Generation Frauen im Durchschnitt weniger verdienen als Männer und dass sie in der Mehrheit weniger schnell Karriere machen. Das lässt sie einerseits als nach wie vor benachteiligt erscheinen.

Andererseits könnte ihre größere Kompromissbereitschaft und Flexibilität aber auch zu mehr Lebenszufriedenheit führen. So etwas ist kaum zu messen. Umfragen zeigen immerhin, dass wenn Kinder kommen, immer noch die Mütter sehr viel mehr Zeit mit ihnen verbringen als die Väter. Sie haben deutlich intensivere Beziehungen zu ihren Kindern als ihre Männer, weil sie es im allgemeinen sind, die in Elternurlaub oder in Teilzeit gehen.

Auch wenn diese Entscheidungen von den meisten Paaren einvernehmlich gefällt werden, findet es Birgit Geissler schwer zu sagen, ob die Frauen das genau so wollen oder ob sie das Gefühl haben, es so wollen zu sollen.

" Weil v.a. auch die jungen Frauen eine Unsicherheit haben, was ihre eigenen Leitbilder, ihre eigenen Wünschen sind. Auf der einen Seite ist die Vorstellung, die Berufstätigkeit aufzugeben außerhalb ihrer Vorstellungsmöglichkeiten. Auf der anderen Seite gibt es weiterhin das Leitbild der guten Mutter, das ihnen vorschreibt, doch für das Wohl des Kindes sehr viel Zeit und sehr viel Engagement zu investieren und in diesem Zwiespalt gibt es keine neuen Leitbilder, also über eine emanzipierte Mutterschaft sozusagen, wie die aussehen kann jenseits der organisatorischen Frage, wer betreut die Kinder, wenn ich halbtags berufstätig bin oder so, sondern ist das gut für das Kind, wie sieht die Beziehung zwischen mir und dem Kind oder den Kindern dann aus, darüber gibt es eine sehr, sehr große Unsicherheit. "

Diese Unsicherheit kann ihnen auch kein noch so engagierter Partner nehmen, mit der bleiben sie allein. Und je mehr sie in anspruchsvollen Jobs die Erfahrung machen, dass in der Arbeit ihre gesamte Person gefordert wird, in zeitlicher, in intellektueller, ja sogar in emotionaler Hinsicht, desto größer wird die Unsicherheit.

Birgit Geissler sieht diese jungen Frauen in einer paradoxen Lage. Einerseits machen es flexible Arbeitszeiten in vielen Fällen überhaupt erst möglich, dass sich Beruf und Familie vereinbaren lassen. Andererseits kann eine karriere-orientierte Frau ihre Familienphase aber immer schwerer planen.

" Eine der Befürchtungen ist die, dass die Anforderungsseite der Flexibilisierung so stark wird, bspw. dass es notwendig wird in einer Stadt als der Ehemann berufstätig zu sein oder eben eine ausgedehnte Reisetätigkeit, die ja zu vielen hochqualifizierten Tätigkeiten heute gehört, dass es das eben praktisch unmöglich macht eine Familie zu gründen, so dass sich Frauen eben diese Frage wieder stellt und sie sich eben zusätzlich als eine Frage stellt, die sie selbst entscheiden und v.a. auch selbst verantworten müssen. Es sieht aus wie eine selbstentschiedene Sache, obwohl sie eben sehr stark von externen Dingen bestimmt ist. Unfreiwillige Kinderlosigkeit, ein Großteil der Akademikerinnen ohne Kinder ist unfreiwillig kinderlos. "

Es wächst die Gefahr, dass immer mehr Menschen die Suche nach einer Vereinbarkeit von Beruf und Familie einfach aufgeben. So veröffentlichte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung im Frühjahr Zahlen, wonach jede sechste Frau und jeder vierte Mann zwischen 20 und 39 sich gar keine Kinder mehr wünscht. Das sind zwar immer noch Minderheiten, aber die Zahlen hatten sich binnen 13 Jahren verdoppelt. Politiker aller Parteien reagierten geschockt. Aber gleichzeitig fiel ihnen nicht viel mehr ein, als den jungen Leuten mehr Mut zum Kind zu wünschen.

Der häufigste Grund für Männer wie Frauen, keine Kinder haben zu wollen, war übrigens, dass sie keinen Partner dafür fänden. Woran das liegen könnte, darauf glaubt der Soziologe Martin Doehlemann von der Fachhochschule Münster eine Antwort gefunden zu haben. Nach einer Befragung von 120 Singles zwischen 28 und 32 stellt er bei ihnen eine ichsüchtige oder ichseelige Selbst-Bescheidung fest. Damit meint Doehlemann: zumindest die Singles unter den jungen Leuten hätten die Idee der freien und flexiblen Selbstverwirklichung so sehr verinnerlicht, dass Verantwortung für andere in ihrem Lebensentwurf nicht mehr vorkomme. Sorgen wegen zu großer Belastungen durch die Arbeitswelt hat Doehlemann bei seinen Interviews dagegen kaum gehört.

" Ich habe bei diesen jungen Leuten so gut wie keine Äußerungen oder nur wenig Äußerungen über die Härte eines Konkurrenzkampfes gehört. Die Frage der Arbeitsplatzsicherheit der Zukunft stand ganz im Hintergrund zugunsten der Frage, habe ich eigentlich Lust in zehn Jahren noch das gleiche zu machen wie heute. Ist das mir gemäß, ist das nicht eine Art von Stillstand und rechteckigem Leben, das ich nicht haben will. Wie kann ich mich umorientieren? Aber eine Fülle innerer Stimmen in mir und auf die möchte ich gerne hören. Es könnte durchaus sein und ich stelle mir vor, später verschiedenste Dinge zu machen, die mir eben gemäß sind und die nicht unbedingt von einem Arbeitsmarkt, einem fragilen, mir vorgeben werden. "

Statt dessen gaben sich Doehlemanns Gesprächspartner überzeugt und entschlossen, ihr Leben selbst bestimmt flexibel zu gestalten. Ich will mich immer wieder überraschen oder Ich will mich immer wieder neu erfinden waren durchaus gängige Selbstbeschreibungen.

" Sie fragen bei allen Dingen, die das Leben ihnen vorlegt, oder die sie aus dem Leben herausholen, nach den Folgen für sich selbst und zwar für ihre innere Erfüllung. Also die Frage, bin ich dabei eigentlich bei mir, ist mir das gemäß, ist das Ich-angemessen. Also diese aus meiner Sicht jungen Leute fragen sehr stark nach der Ich-Erfüllung in einem Selbstbezug. Aber es ist nicht egoistisch. Es ist nicht Vorteilssuche bezogen auf Statuskriterien, fiel mir so auf. Also nicht die Suche oder Sehnsucht nach Anerkennung, nach klassischen Statusmerkmalen, sondern: ist mir das gemäß im Sinne eines einfachen inneren Reichtums. "

Weil sie sich so sehr auf sich selbst konzentrieren, halten ihre Partnerschaften selten lange. Und der Glaube an eine künftige stabile Partnerschaft sinkt immer mehr, wenn man sich nicht sicher ist, wie verlässlich man selbst eigentlich sein kann und will. Vielleicht lockt ja morgen schon in einer anderen Stadt ein interessantes Projekt, das man sich nicht entgehen lassen will.

Dabei zeigten auch die von Doehlemann befragten Singles ein großes Bedürfnis nach sozialer Nähe. Die meisten haben viele Freunde und Freundinnen, die sie gerne als "family" bezeichnen, zu der der Kontakt aber oft übers Internet läuft.

" Die Frage, ob man mit 30 eigentlich erwachsen ist, das hat nur ein geringer Teil, das haben die wenigsten bejaht. Es haben schon einige gesagt, aber die Mehrheit hinzugefügt, ja, aber mit ganz wesentlichen Bestandteilen von Jugendlichkeit und Kindlichkeit oder sie haben gesagt, der Begriff erwachsen sein taugt nicht mehr zur Feststellung eines Endzustandes. Er wird verbunden mit Spießigkeit, mit Stillstand und dergleichen und das will ich gar nicht. "

" Liebe Laura,
wenn die nächste Generation von Berufstätigen (also Deine Generation) nüchtern registriert, was abläuft und sich überlegt, wie die Zukunft aussehen sollte (und dazu was tut, z.B. in Gewerkschaften, Berufsorganisationen und Betriebsräten), dann stehen die Chancen gut dafür, dass die "Zukunft der Arbeit" eine echte "Zukunft" wird, mit vielen spannenden Möglichkeiten für die, die sich darauf einlassen. Wie das Berufsleben in den nächsten Jahrzehnten beschaffen sein wird, ist sicher von der Wirtschaftsentwicklung abhängig, aber es ist immer auch eine politische Frage - und die darf man nicht den anderen überlassen! "

Dass man Politik nicht den anderen überlassen darf, weiß die Generation um 30 längst. Ungezählte Umfragen haben immer wieder gezeigt, unpolitisch sind sie nicht. Für einzelne punktuelle Projekte lassen sie sich durchaus mobilisieren. Aber längerfristige Bindungen an großen Institutionen lehnen viele ab. Noch weniger Interesse haben sie an klassischer Parteipolitik.

Manche Soziologen fragen deshalb, ob diese Generation überhaupt politikfähig ist, wenn sie nicht dorthin gehen will, wo die Entscheidungen fallen. Ulf Kadritzke von der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin findet, man müsse die Frage umgekehrt stellen.

" Kann eine Demokratie sich Demokratie nennen, die es vielen Menschen gar nicht mehr erlaubt, so viel zu lesen, so viel Ruhe zu haben, so viel Reflexionsraum und -zeit zu haben, um sich demokratisch betätigen zu können? Die Gefahr ist da, dass diese Menschen einfach nur noch Wechselwähler sind und dass diese Menschen eher auf Marketing-Signale reagieren als auf das Durchdenken des Angebots und das Durchdenken von langfristigen politischen Alternativen. Da aber die Politiker selber und die medialen Öffentlichkeit ständig einen unkritischen Flexibilitätsbegriff vor sich hertragen - sei flexibel, Flexibilität als Glück, sei mobil - fürchte ich, Karl Marx würde sagen, es wird zur zweiten Natur. So wie auch die Arbeiterschaft in der frühen Industrialisierung ihr Los, dass sie in die Bergwerke ging zwölf bis vierzehn Stunden als So ist das Leben so wie der Bauer früher die Jahreszeiten und den Regen und den Hagel als naturgewollt wahrnimmt, so ist die große Gefahr, dass in unserem tollen Zeitalter der Aufklärung dieses atemlose Flexibilitätsleitbild für natürlich gehalten wird, also zu unserer zweiten Natur wird. "

Ein solcher atemlos flexibilisierter Mensch wäre in den Augen von Ulf Kadritzke keineswegs demokratiefeindlich. Aber er könnte zunehmend das Interesse verlieren an politischen Grundsatzfragen. Er könnte dazu neigen, in der Politik ebenso wie im Beruf nur noch den schnellen persönlichen Vorteil zu suchen.

" Was natürlich sich sehr stark verändern wird ist die Frage, ob die jüngeren, ich sage jetzt wieder zwangsflexiblen Menschen es überhaupt noch wagen und es sich leisten können darüber nachzudenken, dass es langfristige politische Pfade gibt, wo ich den Pfad a, b oder c beschreiten kann. Dass man ihnen gar nicht beibringen kann, dass das möglich ist. Dass praktisch ihr alltäglicher Kampf um Erfolg durch persönliche Flexibilität und Mobilität so im Vordergrund steht, dass sie auch so kurzfristig ihre politischen Optionen wechseln. Also ich kenne viele, die waren vor fünf Jahren ökologisch, weil sie gedacht haben, im Unternehmen Geld verdienen, Profit machen aber ökologisch sein, das ist vereinbar, jetzt merken sie, in einer globalisierten Welt wird das schwieriger, also fällt erst mal das Teilziel Ökologie oder Umweltverantwortung weg, weil es ja nicht mehr geht. Und genau so, dass man im täglichen Leben bilanziert und gewisse Optionen, die man sich mal durch Nachdenken oder Erfahrung erarbeitet hat, schneller fallen lässt. Also die Atemlosigkeit der Politik, das ist nicht nur etwas formales, sondern das schlägt auf die Inhalte. Also eine Einengung des Zeithorizonts und eine Einengung der persönlichen Spielräume. Ich kann ja nicht weiter als fünf Jahre nach vorne denken, also lasse ich es. "

Aber könnte man das den Leuten verübeln, zumal den jungen? Wenn es ein Feld gibt, auf dem sie von der Politik langfristige Antworten oder wenigstens Vorschläge erwarten, dann ist es die Sozialpolitik. Ein neues Sozialstaatsmodell, das zugeschnitten wäre auf flexible Zeiten und patch-work-Biografien, hat keine der Parteien anzubieten. Unter dem Schlagwort Eigenverantwortung wird die flexible Generation mit ihren biografischen Risiken vom Staat zunehmend allein gelassen.

Aber nicht nur von ihm, sondern auch von den Unternehmen. Die fühlten sich früher durchaus verantwortlich für ihre Stammbelegschaften, erinnert sich Andreas Boes vom ISF in München..

" Die Planungssicherheit, die ich als Individuum einfach brauche, um sagen zu können, jetzt überlege ich mir mache ich dies und fünf Jahre möchte das machen, genau diese Planungssicherheit geht immer mehr verloren und was mir in dem Zusammenhang besonders Angst macht, dass ich den Eindruck habe, dass auf der Unternehmerseite, dass die den Grundkonsens in der Gesellschaft aufgekündigt haben oder die tragenden Teile, dass sicherlich mit Blick auf den Shareholder und mit auf die Anforderungen, die die Börse scheinbar an die Unternehmens stellt oder warum auch immer, dass es immer mehr dahin kommt, dass die soziale Verantwortung, die da in den Unternehmen bis in die 90er Jahre gewesen ist, dass diese soziale Verantwortung immer weiter zurückgenommen wird und dass in der Folge eine Situation entsteht, wo dann auch das Miteinander in den Unternehmen verloren gegangen ist. Das spürt man sehr deutlich. "

Dabei würde ein solches Miteinander gerade heute gebraucht, wenn sich Beschäftigte immer mehr engagieren und auf die Bedürfnisse der Unternehmen einstellen sollen. Damit sind sie zusehends überfordert, wenn im Standortwettbewerb nahezu alle Sozialleistungen der Unternehmen zur Disposition stehen. Mehr noch als männliche Beschäftigte bräuchten Frauen Unterstützung der Arbeitgeber, um in gewünschtem Maße als flexible Arbeitskräfte zur Verfügung stehen zu können, betont Birgit Geissler von der Uni Bielefeld.

" Die Kinderbetreuung ist natürlich schon ein sehr wichtiger Punkt und betriebliche Kinderbetreuung ist eine sehr große Hilfe, weil dann ja Wege wegfallen, also wenn man das Kind tatsächlich an der Stelle, wo man selber arbeitet betreuen lassen kann, rein räumlich ist das eine große Hilfe. Das andere ist, dass es praktisch keine Akzeptanz in der Arbeitswelt, also ich denke nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch im Öffentlichen Dienst gibt für Männer, die sich für Kinderbetreuung befreien lassen, also entweder in den Erziehungsurlaub gehen oder eine Zeit lang in Teilzeitarbeit gehen. Das ist nach wie vor offensichtlich ein Karrierekiller. Es ist auch ein Karrierekiller für Frauen in den höher qualifizierten Berufen der Wirtschaft. Die Statistiken sind ja eindeutig, dass Frauen in den Managementpositionen dramatisch unterrepräsentiert sind und das hat ganz offensichtlich damit zu tun, dass die Unternehmen kein Interesse daran haben, die Personalplanung und die Personalentwicklung darauf auszurichten, dass in der Altersphase zwischen 30 und 40, was ja die wesentliche Karriereperiode ist, es auch die Möglichkeit geben muss für Frauen eine Zeit lang bspw. keine Überstunden zu machen oder nicht unbedingt drei Jahre, aber ein halbes Jahr oder anderthalb Jahre lang nicht berufstätig zu sein. Das ist in deutschen Unternehmen offensichtlich nicht vorgesehen. "

Viel Hoffnung auf ein Umdenken von Unternehmen oder Politik können sich derzeit aber weder Männer noch Frauen machen. Solange die Arbeitslosigkeit so hoch und der Globalisierungsdruck so groß ist, können und wollen Firmen Beschäftigten kaum entgegen kommen. Also werden die Anforderungen an die Flexibilität des Einzelnen immer weiter steigen. Bis irgendwann eine Belastungsgrenze erreicht ist. Wo die liegen könnten, weiß kein Vorstandschef, kein Gewerkschafter und auch kein Politiker. Allerdings auch kein Soziologe, gibt Eckart Hildebrandt vom Wissenschaftszentrum Berlin zu.

" Ich würde mal sagen, wir befinden uns alle in einem Experimentierstadium im Moment, was geht und was nicht geht und wir alle sind die Versuchstiere oder Versuchsmenschen in diesem Spiel. "

" Liebe Laura,
die neue Arbeitswelt wird nicht so paradiesisch werden, wie manche uns ins Ohr flüstern, aber sie wird auch nicht automatisch furchtbar sein.
Alles Liebe, Dein Vater "

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