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Wenn Sonderangebote zur Mogelpackung werden

Auf den Grundpreis der Ware achten

Von Margret Bielenberg

Wo Sonderangebot drauf steht, muss nicht immer eines drin sein.
Wo Sonderangebot drauf steht, muss nicht immer eines drin sein. (AP)

Verbraucherschützer warnen vor Sonderangeboten, von denen es jede Menge gibt. Denn oft handelt es sich trotz der Angebote um Preiserhöhungen. Nur sind die auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Erst wer einen Blick auf den Grundpreis wirft, sieht, was wirklich im Sonderangebot steckt - wenn dieser ausgezeichnet ist.

"Ich habe vor dem Regal gestanden und wollte Ketchup kaufen und hab auch gleich wie gewohnt zugegriffen - und hab dann aber festgestellt, dass es von der gleichen Marke kurz daneben eine zweite Flasche gab und dann hab ich genauer geguckt und da wurde der Preis pro 100 Milliliter angegeben. Und da gab's schon einen Unterschied zwischen den beiden Flaschen."

So wie diesem Supermarktkunden geht es vielen, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. In den Regalen werden häufig Produkte angeboten, die auf den ersten Blick günstiger erscheinen als andere. Allerdings beziehe sich der angegebene Preis beispielsweise mal auf 250, mal auf 200 oder mal auf 100 Milliliter.

"Also es ist wirklich Detektivarbeit für die Verbraucher. Man darf sich auch nicht durch Schilder wie Angebot oder günstiger da beirren lassen. Man muss wirklich das akribisch nachvollziehen. Die Fallen lauern überall. Es kann die Füllmenge sein, es kann zum Beispiel sein, dass der Preis reduziert wird und die Füllmenge reduziert wird, aber nicht in dem Maße. Sodass dann eine Preiserhöhung über bleibt. Also das ist ganz schwierig."

Damit die Ware verglichen werden kann, muss der Grundpreis angegeben werden, sagt der Verbraucherschützer. Das gilt bei Fertigpackungen genauso wie bei offenen Packungen oder bei Waren, die beispielsweise lose an der Käsetheke gekauft werden. Der Grundpreis bezieht sich dann auf ein Kilo oder 100 Gramm beziehungsweise ein Liter oder 100 Milliliter. Allerdings fehle er häufig.

"Oder er ist zu klein geschrieben. Oder er ist falsch, weil hier schon ein anderes Produkt drin steht, das weniger drin hat, aber der alte Preis am Regal stehen bleibt. Also da ist noch einiges im Argen."

Nicht nur Lebensmittel müssen einen Grundpreis haben, auch viele andere Waren. Der bezieht sich dann auf einen Kubikmeter, einen Meter oder einen Quadratmeter. Zum Beispiel bei Fliesen oder Tapeten. Hersteller bedienen sich gern des Schrumpfprinzips: Bei scheinbar gleicher Packungsgröße und identischem Preis schrumpft der Inhalt eines Produkts. Armin Valet mit einem Beispiel.

"Wie die Pampers - die über sechs Jahre so eine Preiserhöhung durchgesetzt haben, indem sie weniger Windeln reinmachen. Früher waren es 47, dann 44, 40 und jetzt haben wir nur noch 37 Windeln drin."

Die Verschleierungstaktik kennt keine Grenzen, sagt der Verbraucherschützer. So wird bei Waschmittel beispielsweise bei neuen Verpackungen die Ausgusstülle vergrößert und die Dosierempfehlung hoch gesetzt. Auch Luftpackungen seien beliebt, um ein Produkt größer wirken zu lassen.

"Da haben wir etliche Untersuchungen gemacht, zum Teil bis zu 80, 90 Prozent Luft da in der Packung. Und da gibt es zum Beispiel ein Gerichtsurteil, das sagt, dass bei Plastikpackungen der Verbraucher wirklich selbst fühlen und tasten muss, wie viel da drin ist. Für uns eine Zumutung."

Damit sich die Verbraucher besser orientieren können, hat die Verbraucherzentrale Hamburg auf ihrer Homepage eine Liste der häufigsten Herstellertricks zusammengestellt und rund 500 Produkte aufgelistet, die teurer sind als gedacht. Ein kleiner Trost: Bei Grundnahrungsmitteln wie Milch, Mehl, Zucker und Butter haben die Verbraucherschützer solche versteckten Preiserhöhungen noch nicht festgestellt.

"Vor allem merken wir, dass wirklich nur die großen Marken diese Methoden anwenden. Handelsmarken oder günstigere Produkte eher nicht und da guckt halt jeder Hersteller, dass er die Verbraucher bei der Stange hält und sie nicht zu sehr verärgert."

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