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StartseiteNachrichten vertieftPlanen für die Zeit nach Ebola17.02.2015

WestafrikaPlanen für die Zeit nach Ebola

Gut ein Jahr nach dem massiven Ebola-Ausbruch in Westafrika wollen Guinea, Sierra Leone und Liberia die Krankheit endlich ganz besiegen. In 60 Tagen, so das Ziel. Wie das gelingen kann, beraten WHO-Experten nun in Genf. Und über die Frage, wie eine Rückkehr des Virus verhindert werden kann.

Gräber von Opfern der Ebola-Epidemie in Sierra Leone (AFP / Francisco Leong)
Gräber von Opfern der Ebola-Epidemie in Sierra Leone (AFP / Francisco Leong)
Weiterführende Information

Ebola-Impfung - Ein Zufallsfund macht Hoffnung
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Ebola-Schnelltest - Nächstenliebe oder Werbeaktion?
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Westafrika - "Das Leben nach Ebola ist schlimmer als die Krankheit"
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Ebola - Gefahr für Afrika und die Welt

Internationale Medizinerteams beraten bis Donnerstag auf einer Konferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) über eine Strategie zur Beendigung der Ebola-Epidemie in Westafrika. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen oder vom Roten Kreuz spielten in Westafrika eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die tödliche Infektionskrankheit, sagte WHO-Sprecher Tarik Jasarevic in Genf.

Die Experten sollen außerdem diskutieren, wie die Gesundheitssysteme der drei Ebola-Krisenländer Guinea, Liberia und Sierra Leone nach einem Ende der Epidemie aufgebaut werden können. Ziel müsse es sein, robuste Gesundheitssysteme zu schaffen. Laut WHO war die Gesundheits-Infrastruktur der bitterarmen Staaten viel zu schwach, um die hochansteckende Ebola-Krankheit schnell besiegen zu können.

An dem Genfer Treffen nehmen auch Repräsentanten von reichen WHO-Mitgliedsländern und Vertreter staatlicher Ärzteteams etwa aus den USA und Kuba teil. Anfang Januar hatten WHO-Experten in Genf den Forschungsstand in Sachen Entwicklung von Impfstoffen beraten. Mali hatte wenig später Ebola offiziell für beendet erklärt.

Skeptische Bundesregierung 

Guinea, Liberia und Sierra Leone haben das Ziel ausgegeben, die Zahl der Neu-Infektionen in den kommenden 60 Tagen auf Null zu senken. In den drei am meisten betroffenen Ländern infizierten sich laut WHO knapp 23.200 Menschen mit dem Ebola-Erreger, von den rund 9.350 starben. Die Dunkelziffer liege aber höher. Bislang existieren keine zugelassenen Heilmittel und Impfstoffe gegen die Krankheit.

Der Ebola-Beauftragte der Bundesregierung, Walter Lindner, sieht die nun gemachte 60-Tage-Vorgabe mit Skepsis. "Rückschläge sind noch wahrscheinlich, aber wir haben in der Tat die Chance bis zur Jahresmitte auf Null zu kommen, ob das bis April gelingt, weiß ich nicht", sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Es gebe zwar Licht am Ende des Tunnels, aber noch sei Ebola nicht unter Kontrolle. Die Staatengemeinschaft hat Lindners Ansicht nach versagt: "Wir haben Warnsignale übersehen." Nur Ärzte ohne Grenzen habe rechtzeitig gewarnt.

Und "Band Aid Thirty"?

Ausgerechnet Ärzte ohne Grenzen gehört nicht zu den Organisationen, die bei ersten Zahlungen des "Band Aid Trust" berücksichtigt wurden. Das Musiker-Projekt rund um den irischen Musiker Bob Geldorf (und in Deutschland die Rock-Band Tote Hosen) hatte vor Weihnachten 2014 Geld für die Ebola-Opfer und den Kampf gegen die Krankheit gesammelt.

Ende Januar listete das Projekt auf seiner Homepage auf, wohin die Gelder gegangen sind. Insgesamt rund 2,7 Millionen Euro seien in "Phase 1" vom (16. Januar bis 16. Februar 2015) an 18 Organisationen ausgezahlt worden, darunter das Britische Rote Kreuz, Oxfam und Unicef. 

(bor/tön)

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