• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 22:50 Uhr Sport aktuell
StartseiteKalenderblattBeitritt der DDR zur Bundesrepublik03.10.2015

Wiedervereinigung vor 25 Jahren Beitritt der DDR zur Bundesrepublik

Als die staatlichen Strukturen Anfang 1990 in der DDR zerfielen, galt es, die vier Siegermächte des Zweiten Weltkrieges für eine deutsche Wiedervereinigung zu gewinnen. Die Alliierten stimmten zu und der 3. Oktober 1990 wurde zur "Geburtsstunde" der neuen Bundesrepublik Deutschland.

Von Kirsten Heckmann-Janz

Mit einem Feuerwerk am Brandenburger Tor in Berlin feierten rund eine Million Menschen in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 die deutsche Wiedervereinigung. (picture alliance / Andreas Altwein)
Mit einem Feuerwerk am Brandenburger Tor in Berlin feierten rund eine Million Menschen in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 die deutsche Wiedervereinigung. (picture alliance / Andreas Altwein)
Mehr zum Thema

Reflexionen zur deutschen Wiedervereinigung Paysages fleurissants

25 Jahre nach der Wiedervereinigung Wer sind diese Deutschen heute?

25 Jahre Deutsche Einheit Schäuble: "Ein Rausch von Freude"

25 Jahre Wiedervereinigung "Die Freiheit des Westens war nur eine halbe Freiheit"

Bischofferode War das die Wende, die wir wollten?

"Für unsere Aufgaben sind wir uns der Verantwortung vor Gott und den Menschen bewusst. Wir wollen in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt dienen."

Bundespräsident Richard von Weizsäcker am 3. Oktober 1990. Auf dem Platz der Republik vor dem Berliner Reichstag feiern Zigtausende die Wiedervereinigung Deutschlands. Seit dem Fall der Berliner Mauer ist kein Jahr vergangen, in weniger als elf Monaten wurde die Einheit Deutschlands wiederhergestellt. Der Historiker Hans-Hermann Hertle vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam:

"Das Wichtigste war zunächst, dass dieser Prozess, der von den Menschen in der DDR angestoßen wurde und ganz schnell von der Entwicklung: "Wir sind das Volk" dann zur Entwicklung: "Wir sind ein Volk" überging, geregelte Bahnen zu finden. Das war das Hauptbestreben der beteiligten Politiker. Die Rasanz kam von der Straße, vor allen Dingen, von den Menschen, die weiter demonstriert haben und die ganz offensichtlich die Einheit Deutschlands wollten. Die Rasanz kam zweitens dadurch, dass die DDR ökonomisch in die Pleite schlitterte und dass die staatlichen Strukturen Anfang 1990 in der DDR zerfielen. Und die Entwicklung beschleunigte sich noch mal durch die ersten Zerfallserscheinungen auch in der Sowjetunion."

Bei der ersten und zugleich letzten freien Wahl zur Volkskammer der DDR im März 1990 war die "Allianz für Deutschland" als eindeutiger Sieger hervorgegangen. Eine Allianz der Parteien, die den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik nach Artikel 23 des Grundgesetzes befürwortete.

Symbolischer Akt: Abriss des Wachgebäudes am Grenzübergang "Checkpoint Charlie" 

Während innerdeutsch bereits über eine Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion verhandelt wurde, galt es, die vier Siegermächte des Zweiten Weltkrieges für eine deutsche Wiedervereinigung zu gewinnen.

"Die entscheidende Station auf dem Weg zum Zwei-plus-Vier-Vertrag war zunächst die Begegnung von Kohl in Moskau mit Gorbatschow, als Gorbatschow sich grund­sätzlich einverstanden erklärte mit der Wiedervereinigung. Und das offene Problem war die Frage der Bündnis­zugehörigkeit, und das zweite wichtige Problem war die Frage des Abzugs der sowjetischen Truppen. Das war dann Gegenstand der ersten Verhandlungsrunden."

Am 5. Mai 1990 fand in Bonn das erste Zwei-plus-Vier-Treffen der Außenminister statt. Anschließend berichtete Hans-Dietrich Genscher vor der internationalen Presse:

"Der Wille der Deutschen, ihre Vereinigung ordnungsgemäß und ohne Verzögerung zu vollziehen, wurde von allen Teilnehmern anerkannt. Die Einheit Deutschlands soll zu einem Gewinn für alle Staaten werden. Ziel der Gespräche ist es, eine abschließende völkerrechtliche Regelung und die Ablösung der Viermächte-Rechte und -Verantwortlichkeiten zu erreichen."

Während des zweiten Außenministertreffens in Ost-Berlin wurde als symbolischer Akt das Wachgebäude am Grenzübergang "Checkpoint Charlie" demontiert. Hier hatten sich mitten im Kalten Krieg sowjetische und amerikanische Panzer drohend gegenübergestanden.

Großer Andrang von Bürgern aus der DDR am Grenzübergang Checkpoint Charlie in Berlin am 10.11.1989. (picture alliance/dpa)Großer Andrang von Bürgern aus der DDR am Grenzübergang Checkpoint Charlie in Berlin am 10.11.1989. (picture alliance/dpa)

Beim dritten Treffen in Paris war auch der polnische Außenminister eingeladen. Im Vertrag sollte die deutsch-polnische Grenze als endgültig festgelegt und sichergestellt werden, dass das vereinigte Deutschland keine Gebietsansprüche stellen würde.

"Guten Abend, meine Damen und Herren. Moskau, 12. September 1990, 12 Uhr 50. Im Kreml eine kurze Zeremonie und die feierliche Unterzeichnung des sogenannten 2+4-Dokuments."

Damit wurde in Moskau auf dem vierten und letzten Treffen festgelegt, dass Deutschland die volle Souveränität über die äußeren und inneren Angelegenheiten zurückerhielt und zwar im Augenblick der Vereinigung.

"Geschichte wurde heute in Moskau geschrieben. Der Vertrag über die abschließenden Regelungen in Bezug auf Deutschland, so die offizielle Sprachregelung, hat zehn Artikel. Alle außenpolitischen Fragen der deutschen Einigung sind damit geregelt."

Auch der innerdeutsche "Vertrag über die Herstellung der Einheit Deutschlands" war inzwischen verhandelt, unterschrieben und von Bundestag und Volkskammer verabschiedet worden. Am 3. Oktober um 0.00 Uhr war die staatliche Einheit Deutschlands vollzogen.

 

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk