Verbrauchertipp /

 

Wild- und Zuchtlachs auf dem Prüfstand

Stiftung Warentest untersucht Produktionsbedingungen

Von Dieter Nürnberger

Von den 25 untersuchten Lachsfilets erhielten lediglich zehn eine gute Bewertung.
Von den 25 untersuchten Lachsfilets erhielten lediglich zehn eine gute Bewertung. (AP)

Lachs gilt allgemein als gesundes Lebensmittel. Die darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren können den Cholesterinspiegel und auch Bluthochdruck senken. Die Stiftung Warentest hat Wild- und Zuchtlachs untersucht, und zudem einen Blick auf die Produktionsbedingungen geworfen.

Der in Deutschland verkaufte Lachs stammt meist aus Norwegen, dort wird in riesigen Gehegen Zuchtlachs gemästet. Wildlachs hingegen wird überwiegend im Nordpazifik gefangen. Die Stiftung Warentest hat sowohl frischen Zuchtlachs als auch tiefgefrorene Zucht- und Wildlachsfilets untersucht. Das generelle Ergebnis dürfte überraschen, sagt Warentesterin Ina Bockholt:

"In unserem Test hat der Zuchtlachs generell besser abgeschnitten als der Wildlachs. Und beim Zuchtlachs überzeugte der Frische mehr als der Tiefgefrorene."

Von den 25 untersuchten Lachsfilets erhielten lediglich zehn eine gute Bewertung – allesamt waren es Zuchtlachsprodukte. Wildlachs ist zwar bei figurbewussten Konsumenten recht beliebt, weil er nur rund ein Sechstel des Fetts von Zuchtlachs enthält, allerdings ist Wildlachs stets etwas trocken – genau das zeigte sich in diesem Test auch bei den tiefgefrorenen Wildlachsfilets.

"Wir fanden immer Fehler, beispielsweise einige zu fischig oder dumpf. Es war auch oft der Fall, dass das Fleisch zerfiel und nicht so schön elastisch und saftig war, wie es sein sollte."

Frischer Wildlachs wurde übrigens nicht untersucht, weil er zur Zeit der Testeinkäufe keine Saison hatte. Am besten schnitt deshalb frischer Zuchtlachs ab. Er gelangt in nur wenigen Tagen von der Farm an die Fischtheke. Die besten frischen Filets in der Untersuchung wurden von den Anbietern "Frischeparadies" und "Karstadt Feinkost" verkauft. Generell gilt: Verarbeitung und Transport müssen penibel aufeinander abgestimmt sein.

"Für die Qualität eines Lachses ist es erstmal wichtig, dass der Lachs sich viel bewegt und auch gutes Futter bekommt. Später zählt auch die richtige Verarbeitung – konkret: Der Lachs wird hygienisch zerlegt und muss kühl transportiert werden. Ganz wichtig bei tiefgefrorenem Lachs ist, dass er richtig eingefroren wird. Je schneller er eingefroren wird, desto besser, denn dann bilden sich keine großen Eiskristalle, die die Zellen zerstören."

Während es bei frischem Zuchtlachs nur gute Bewertungen gab, unterschieden sich die Ergebnisse bei den eingeschweißten, tiefgefrorenen Produkten erheblich. Nur sechs Zuchtlachsprodukte bekamen ein "gut", ähnlich wie bei gefrostetem Wildlachs waren die Produkte wenig saftig. Vorn lagen hier die Anbieter "Deutsche See" und "Lidl" - günstige Discounterware kann somit durchaus gut sein.

Zusätzlich zur Qualität untersuchte die Stiftung Warentest auch die Produktionsbedingungen vor Ort. Wie gut oder schlecht steht es beispielsweise um den Tier- und Umweltschutz? Ina Bockholt:

"Man muss sagen, dass auf den norwegischen Farmen generell recht hohe Standards eingehalten werden. Das heißt, die Lachse werden artgerecht gehalten. Schwachstellen haben wir bei einigen Anbietern bei der Schlachtung gefunden. Da werden die Tiere zum Teil nicht ausreichend betäubt. Das ist in unseren Augen dann Tierquälerei."

Besonders heikel war auch, dass Unternehmen, die mit dem MSC- oder dem Biosiegel ihre Waren bewerben, in puncto Transparenz nicht vorbildlich waren. Das MSC-Siegel steht für den Schutz vor Überfischung und schonende Fangmethoden. Doch wenn Fang- oder Zuchtbetriebe nicht einmal genannt oder besichtigt werden dürfen, bleiben – so das Fazit der Stiftung Warentest – Zweifel, ob die Fischsiegel wirklich verlässlich sind.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Verbrauchertipp

VerbraucherrechteSich wehren gegen Abo-Fallen im Internet

Ein kleiner Ausschnitt von der Seite eines Online-Shops: Zu sehen ist der Mauszeiger auf dem Button "Los" und rechts daneben der Button für den Einkaufswagen.

Ein Klick im Internet und schon ist er da: der ungewollte Abovertrag. Seit die Rechte für Verbraucher gestärkt wurden, um eben nicht in sogenannte Abofallen zu geraten, denken sich die Anbieter neue Tricks aus. Sie umgehen zum Beispiel die vor zwei Jahren eingeführte Button-Lösung.

EnergieeffizienzEU verbietet Staubsauger mit mehr als 1.600 Watt

Eine Frau saugt mit einem Staubsauger den Fußboden eines Wohnzimmers.

Seit heute müssen Staubsauger in der EU einen Energieeffizienz-Aufkleber tragen. Außerdem dürfen sie nur noch eine maximale Leistung von 1600 Watt haben. Damit heißt es: Turbosauger ade.

Matratzen im TestAuf die Abstützeigenschaft kommt es an

Ein Junge schläft versteckt unter einer gestreiften Bettdecke, nur sein Haarschopf ist zu sehen.

Wie findet man die passende Matratze - hart, weich oder irgendwas dazwischen? Die Stiftung Warentest hat diesmal drei verschiedene Typen untersucht - Latex-, Schaumstoff- und Boxspring-Matratzen. Die günstigen Schaumstoffmatratzen schnitten nicht gut ab.

HochwasserschutzHaus und Wohnung besser absichern

Die Übersicht zeigt am 15.06.2013 die überflutete Ortschaft Fischbeck (Sachsen-Anhalt). Mit einer außergewöhnlichen Sprengaktion soll ein Loch in einem Elbdeich in Sachsen-Anhalt gestopft werden.

Innerhalb von Minuten standen ganze Wohnungen unter Wasser: Ende Juli dieses Jahres versank Münster in den Regenfluten. Doch vor Überschwemmungen durch Hochwasser können sich Hausbesitzer schützen - mit einfachen Maßnahmen.

Browser-TestSicher und schnell im Internet surfen

Die Symbole der Internetbrowser Mozilla Firefox, Google Chrome, Apple Safari und Microsoft Internet Explorer sind auf einem Computermonitor zu sehen.

Wer im Internet surft, benötigt einen Browser. Immerhin elf hat davon die Stiftung Warentest unter die Lupe genommen und dabei vor allem die Sicherheit und Geschwindigkeit verglichen. Ein alter Platzhirsch schnitt dabei nur mittelmäßig ab.

LärmdämmungRuhe in den eigenen vier Wänden

Ein Güterzug fährt am Haus der Familie Schneider (links) in Assmanshausen (Rüdesheim) vorbei (Foto vom 20.08.2010).

Eine Mücke tapsen oder den Lärm der Schnellstraße vor der Tür hören: Das individuelle Lärmempfinden ist sehr unterschiedlich. Und manchmal hilft dann nur das Nachrüsten bei der Lärmdämmung. Das ist allerdings teuer - und kleine Fehler haben große Auswirkungen auf den Schall.