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Seit 08:35 Uhr Wirtschaftsgespräch
StartseiteSternzeitVom Hausmädchen zur Astronomin15.05.2017

Williamina Fleming vor 160 Jahren geborenVom Hausmädchen zur Astronomin

Vor 160 Jahren kam im schottischen Dundee Williamina Fleming, damals noch Stevens, zur Welt. Nach der Hochzeit wanderte sie mit ihrem Mann in die USA aus. Dort nahm sie, um sich und ihr Kind nach der Trennung von ihrem Mann versorgen zu können, eine Stelle als Hausmädchen bei Edward Charles Pickering an, dem Chef des Harvard College Observatoriums.

Von Dirk Lorenzen

Williamina Fleming, Astronomin (1857-1911). (Havard)
Williamina Fleming, Astronomin (1857-1911). (Havard)

Dieser soll eines Tages seine männlichen Rechengehilfen kritisiert haben, indem er behauptete, sein Hausmädchen würde die Arbeiten besser erledigen als sie. Gesagt, getan: Er stellte Williamina Fleming ein und unterwies sie, Sternspektren zu analysieren. Damit war sie die erste in "Pickerings Harem", wie später die Gruppe von Frauen genannt wurde, die an der Sternwarte Berechnungen durchführte und Daten auswertete.

Williamina Fleming hat mehr als 10.000 Sterne katalogisiert. Bei der Auswertung von Fotoplatten entdeckte sie fast 60 Gasnebel und über 200 in ihrer Helligkeit veränderliche Sterne. Das bekannteste der von ihr entdeckten Objekte ist der Pferdekopfnebel – eine markante Dunkelwolke. Allerdings dauerte es einige Jahrzehnte, bis die Astronomen akzeptierten, dass dieser Fund dem ehemaligen Hausmädchen von Edward Pickering gelungen war. Zumeist wurde ihr Chef als Entdecker angegeben.

Pickering und seine Berechnerinnen, aufgenommen kurz nach Tod von Williamina Fleming. (Havard)Pickering und seine Berechnerinnen, aufgenommen kurz nach Tod von Williamina Fleming. (Havard)

Die Quereinsteigerin, die nie eine akademische Ausbildung erhalten hatte, erlangte schließlich weltweit einen exzellenten Ruf und wurde vielfach geehrt. Zuletzt war sie als Kuratorin der Sammlung fotografischer Platten am Harvard-Observatorium tätig.

1911 ist Williamina Fleming im Alter von 54 Jahren gestorben.

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