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StartseiteSport am WochenendeNeue Techniken und alte Form16.07.2017

Wimbledon Neue Techniken und alte Form

Roger Federer gewinnt nach fünf Jahren wieder in Wimbledon und holt seinen insgesamt 19. Grand-Slam-Titel im Herren-Einzel. Im Gespräch mit dem Dlf erklärte Tennis-Experte Philipp Joubert, Federer "sei derjenige, der die meisten spielerischen Mittel im Tennis habe und sie auch unter Druck anzuwenden wüsste."

Philipp Joubert im Gespräch mit Klaas Reese

Der Schweizer Tennisspieler Roger Federer jubelt nach seinem achten Sieg in Wimbledon. (dpa-Bildfunk / AP Photo / Alastair Grant)
Der Schweizer Tennisspieler Roger Federer jubelt nach seinem achten Sieg in Wimbledon. (dpa-Bildfunk / AP Photo / Alastair Grant)
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Nach dem deutlichen Final-Sieg von Roger Federer über Marin Cilic beim prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt analysiert Tennis-Experte Philipp Joubert, Federer habe an seiner Technik gearbeitet und zu alter Form zurück gefunden: 

"Federer hat an der Rückhand gearbeitet, an der so genannten Topspin-Rückhand, das heißt er versucht einfach ein bisschen mehr Höhe in die Rückhand reinzubekommen, die Gegner ein bisschen mehr wegzudrängen, auch mehr mit Winkeln zu arbeiten. Nicht mehr so flach und schnell auf den Gewinnschlag zu gehen. Er hat auch seine Return-Position verbessert, ist da ein bisschen aggressiver geworden statt den Ball nur zurückzublocken." 

Das seien kleine Verbesserungen. "Aber ich fand, Milos Raonic hat es nach dem Viertelfinale am besten zusammengefasst. Der hat gesagt: Roger Federer ist gesund. Und wenn Roger Federer gesund ist, dann bewegt er sich überragend und wenn er sich überragend bewegt, dann fällt ein Puzzleteil nach dem anderen zusammen." 

Zustand des Rasens

Federer sei derjenige, der die meisten spielerischen Mittel im Tennis habe und sie auch unter Druck anzuwenden wüsste. Sei Gegner Marin Cilic habe ihm nur einige Minuten Gegenwehr bieten können. Allerdings sei Cilic angeschlagen gewesen und habe nicht aufgegeben, um den Makel nicht mit sich herumtragen zu müssen: "Er wäre der erste Spieler seit 1911 gewesen, der hier aufgegeben hätte. Ich glaube, das wollte Marin Cilic vermeiden."

Zur Diskussion um den vermeintlich schlechten Zustand des Rasens in Wimbledon sagte Tennis-Experte Joubert, der den Podcast "Chip & Charge" betreibt: "Wenn sich der Belag abnutzt, wenn sich der Platz abnutzt, dann wird es halt fast wie ein Sandplatz. Und dann gehen die Bedingungen auch in Richtung eines Sandplatzes. Der Rasenbelag ist einer, der sich die ganze Zeit organisch entwickelt. Und natürlich wird ein bisschen nachgeholfen, aber man kann den Rasen nicht neu wachsen lassen innerhalb der zwei Wochen." Einen Trend würde er deshalb noch nicht sehen.

Hoffnung Alexander Zverev

Die Zukunft des deutschen Herren-Tennis verbindet Joubert mit einem Namen: Alexander Zverev. "Der ist absolut auf einem guten Weg! Er hat fast alles, aber er ist eben noch nicht in der Lage, die Konstanz, das spielerische und das physische für so ein Fünfsatzmatch zu vereinen. Er hat noch keinen großen Spieler in so einem Fünfsatzmatch geschlagen. Aber ich denke, es könnte bald soweit sein. Er könnte bei den US-Open ins Viertel- oder ins Halbfinale kommen und er sollte spätestens in zwei Jahren zu den Top-5 gehören, zu denjenigen, die Grand-Slam-Titel gewinnen können."

Den anderen Deutschen traut er noch ein paar gute Resultate zu, aber über dreißig werde - trotz Ausnahmen wie Federer und Williams - die Karriere wahrscheinlich langsam ausklingen.

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