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StartseiteDas Feature"Wir musizieren, um aufzurütteln"03.09.2013

"Wir musizieren, um aufzurütteln"

Wie die Roma-Philharmoniker ihrer Minderheit eine Stimme geben

Riccardo Sahiti, aufgewachsen in der Nähe von Pristina, hat als Dirigent eine hervorragende Ausbildung genossen. Er hat sich bei Orchestern und Musikschulen beworben. Doch immer wieder: Absagen. Sahiti ist Roma.

Von Ronny Blaschke

Riccardo Sahiti träumt von einem Musikverein für Roma: mit den Philharmonikern, mit Chor und Ballett. (Deutschlandradio - Bettina Straub)
Riccardo Sahiti träumt von einem Musikverein für Roma: mit den Philharmonikern, mit Chor und Ballett. (Deutschlandradio - Bettina Straub)

Er wusste, dass Sinti und Roma in großen Orchestern vertreten sind, in der Wiener Staatsoper, im MDR-Sinfonieorchester, im Nationalorchester Rumäniens.

Er trommelte sie zusammen und gründete 2002 die Roma-und-Sinti-Philharmoniker. Der Klangkörper ist bis heute auf 60 Mitglieder angewachsen, aus Deutschland, Rumänien, Ungarn. Sie arbeiten unter schwierigen Bedingungen, ohne Geschäftsstelle und ohne festen Raum.

Sahiti möchte das kulturelle Erbe der Roma weitertragen. Ihre Kultur wird noch heute auf die "feurige Carmen" oder den schmalzigen Stehgeiger reduziert. "Viele unserer Musiker", sagt Sahiti, "verschweigen in ihren Heimatorchestern ihre Wurzeln."

Riccardo Sahiti träumt von einem Musikverein für Roma: mit den Philharmonikern, mit Chor und Ballett.

DLF 2013

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