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"Wir sind keine Spaß-Provider"

Documenta-Kuratorin Chus Martínez über ihre Glaubenssätze

Chus Martínez im Gespräch mit Stefan Koldehoff

Ein Bienenschwarm als Kopf in der Skulptur des Künstlers Pierre Huyghe (dpa / Uwe Zucchi)
Ein Bienenschwarm als Kopf in der Skulptur des Künstlers Pierre Huyghe (dpa / Uwe Zucchi)

Im Vergleich zu den verwirrenden Ausblicken auf die aktuelle documenta ist die Kunstschau in Kassel nun erfreulich konkret: geschichtsbezogen und feministisch, naturverbunden. Verantwortlich dafür zeichnet vor allem die aus Spanien stammende Kuratorin Chus Martínez.

Seit zwei Wochen läuft in Kassel die 13. documenta – die alle fünf Jahre stattfindende Weltausstellung der Bildenden Kunst. Im Vorfeld war über das kuratorische Konzept der aus den USA stammenden Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev nur wenig zu erfahren. Man solle die Welt nicht mehr allein durch die Augen der Menschen sehen, war eine der wenigen konkreten Äußerungen, die ihr zu entlocken waren. Auch Hunde oder Erdbeeren könnten wertvolle Ratgeber sein.

Im Vergleich zu diesen eher verwirrenden Ausblicken ist die documenta selbst erfreulich konkret: geschichtsbezogen und feministisch, naturverbunden und vor allem so, dass die Kunst nicht – wie in anderen documenta-Jahren – stellvertretend für Theorien steht. Sie darf wieder ihre eigene Kraft entfalten: in Bildern und Installationen, in Tönen und Bewegungen. Verantwortlich dafür zeichnet vor allem die aus Spanien stammende Kuratorin Chus Martínez, die ab 2006 den Frankfurter Kunstverein leitete.

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