Kulturfragen / Archiv /

 

"Wir sind keine Spaß-Provider"

Documenta-Kuratorin Chus Martínez über ihre Glaubenssätze

Chus Martínez im Gespräch mit Stefan Koldehoff

Ein Bienenschwarm als Kopf in der Skulptur des Künstlers Pierre Huyghe
Ein Bienenschwarm als Kopf in der Skulptur des Künstlers Pierre Huyghe (dpa / Uwe Zucchi)

Im Vergleich zu den verwirrenden Ausblicken auf die aktuelle documenta ist die Kunstschau in Kassel nun erfreulich konkret: geschichtsbezogen und feministisch, naturverbunden. Verantwortlich dafür zeichnet vor allem die aus Spanien stammende Kuratorin Chus Martínez.

Seit zwei Wochen läuft in Kassel die 13. documenta – die alle fünf Jahre stattfindende Weltausstellung der Bildenden Kunst. Im Vorfeld war über das kuratorische Konzept der aus den USA stammenden Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev nur wenig zu erfahren. Man solle die Welt nicht mehr allein durch die Augen der Menschen sehen, war eine der wenigen konkreten Äußerungen, die ihr zu entlocken waren. Auch Hunde oder Erdbeeren könnten wertvolle Ratgeber sein.

Im Vergleich zu diesen eher verwirrenden Ausblicken ist die documenta selbst erfreulich konkret: geschichtsbezogen und feministisch, naturverbunden und vor allem so, dass die Kunst nicht – wie in anderen documenta-Jahren – stellvertretend für Theorien steht. Sie darf wieder ihre eigene Kraft entfalten: in Bildern und Installationen, in Tönen und Bewegungen. Verantwortlich dafür zeichnet vor allem die aus Spanien stammende Kuratorin Chus Martínez, die ab 2006 den Frankfurter Kunstverein leitete.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Kulturfragen

Europa anders denken Die französische Perspektive auf die EU

Flaggen der Europäischen Union vor dem Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel, Belgien (14.5.2012)

Der Jurist und Rechtsphilosoph Rainer Maria Kiesow lehrt Rechtsgeschichte an der "École des Hautes Études en Sciences Sociales" in Paris. In den "Kulturfragen" erklärt er den Erfolg des Front National und führt aus, inwiefern das Sprachenlernen der Nukleus einer erfolgreichen Europäischen Union sein könnte.

Reihe: Europa anders denken"Extreme mentale und kulturelle Differenz zwischen den einzelnen europäischen Ländern"

Flaggen der Europäischen Union vor dem Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel, Belgien (14.5.2012)

Der Literaturwissenschaftler und Essayist Karl Heinz Bohrer berichtet von seinen Erfahrungen mit Europa und spricht über die Perspektiven der europäischen Integration. Er sagt: "Dieses hochtrabende Gerede von einer kulturell gegebenen Einheit, das genügt nicht."

Sommerreihe 2014Europa anders denken

Fahnen von Russland, Ukraine, Frankreich, Deutschland, Europa

Was kann aus Europa werden? Welches Europa wünschen wir uns? Wie kann sich die Europäische Union im Positiven verwandeln? In der Sommerreihe "Europa anderes denken" lädt "Kulturfragen" Historiker, Literaturwissenschaftler, Politiologen und andere zum Gespräch über Europa ein.