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Wirtschafts-Presseschau

28. März 2017Die Wirtschaftspresseschau

Schnelles Internet? - Was so mancher Verbraucher schon lange vermutete, haben Messungen der Bundesnetzagentur jetzt bestätigt: Die meisten Festnetz-DSL-Leitungen erreichen kaum je die Geschwindigkeit, für die der Kunde bezahlt.

Ein Schild mit Bundes-Adler und dem Schriftzug "Bundesnetzagentur" weist am 27.05.2015 in Mainz (Rheinland-Pfalz) auf die Bundesnetzagentur hin.  (picture alliance / dpa / Fredrik Von Erichsen)
Die Bundesnetzagentur in Mainz (picture alliance / dpa / Fredrik Von Erichsen)

Das HANDELSBLATT bezeichnet das als einen Skandal:

"Für jedes Unternehmen, egal ob im Auto- oder Versandhandel, im Restaurant oder im Handwerk gilt: Der Kunde muss die Leistung bekommen, für die er bezahlt. Wenn das nicht geschieht, ist die Empörung programmiert. Strafen folgen. Nur für die Telekommunikationsunternehmen gelten offenbar andere Regeln. Und das in einem Bereich, der wichtig ist für die Zukunft Deutschlands. Es ist daher höchste Zeit, dass in den Kampf gegen den Leitungsbetrug endlich Bewegung kommt."

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG konstatiert:

"Die Industrie verschaukelt ihre Kunden nach Strich und Faden. Jetzt können diese ihren Anbietern das Schneckentempo erstmals eindeutig nachweisen. Letztlich haben Politiker recht, für die ein solches Vorgehen an der Grenze zum Kundenbetrug steht - und die Bußgelder fordern, wenn Unternehmen nicht liefern. Schließlich steht ein viel höheres Gut als nur das schnelle Internet auf dem Spiel: die Glaubwürdigkeit der deutschen Wirtschaft."

Ärgern dürften sich auch die Nutzer des frei empfangbaren Fernsehens über die Abschaltung von DVB-T zum Monatsende. In der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG heißt es dazu:

"Das zweite Mal in zehn Jahren mutet man ihnen zu, auf eine neue Technik umzurüsten, sie heißt jetzt DVB-T2, noch unaussprechlicher als die letzte. Privat-TV gibt es da in HD, aber nicht mehr umsonst. Die Kunden müssen sich jetzt gezwungenermaßen informieren. Gut möglich, dass davon am Ende nicht die Unaussprechlichen profitieren, sondern die Händler eines neuen Minimalismus. Die heißen Netflix und Amazon."

Und schließlich: Niedersachsen soll aufholen - bei den Feiertagen. Bislang gibt es dort nämlich nur neun, drei weniger als in den meisten anderen Bundesländern. "Jetzt scheint sich auch in der rot-grünen Landesregierung eine Mehrheit für die Einführung weiterer Feiertage zu finden", schreibt die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:

"Der Sinneswandel mag mit der Landtagswahl Anfang 2018 zusammenhängen. Ministerpräsident Weil könnte durch diese populäre Maßnahme Wähler gewinnen. Klar, die FDP, der Wirtschaftsflügel der CDU und die Arbeitgeberverbände werden protestieren. Mehr Feiertage bedeuten nach Ansicht mancher weniger Wachstum und Jobs. Dass diese Gleichung aber nicht zwangsläufig aufgehen muss, beweist das wirtschaftlich erfolgreiche Bayern."