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Wirtschafts-Presseschau

18. August 2017Die Wirtschaftspresseschau

US-Präsident Trump hat zwei mit den Vorstandschefs großer Konzerne besetzte Beratergremien aufgelöst. Es blieb ihm allerdings auch kaum etwas anderes übrig, nachdem immer mehr Top-Manager von sich aus gegangen waren.

US-Präsident Donald Trump hat nach einer Rücktrittswelle seiner Berater zwei Beratungsinstanzen zu Fragen der Wirtschaftspolitik kurzerhand aufgelöst. (dpa / picture alliance / Chris Kleponis)
US-Präsident Donald Trump hat nach einer Rücktrittswelle seiner Berater zwei Beratungsinstanzen zu Fragen der Wirtschaftspolitik kurzerhand aufgelöst. (dpa / picture alliance / Chris Kleponis)

"Besser spät als nie", meint dazu die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG.

"Diese Foren waren von Anfang an ein Witz. Ihre Treffen waren nicht viel mehr als Fototermine, die der Präsident nutzte, um sich als Mann der Wirtschaft zu präsentieren. Aber die Top-Manager haben lange mitgespielt und zugelassen, dass Trump sich mit der Reputation ihrer Unternehmen schmückte. Erst als er sich jetzt nicht klar von Rechtsradikalen distanzierte, ging ihnen das zu weit. Es ist gut, dass sie sich durchgerungen haben, das Schmierentheater zu beenden, aber zu Helden macht sie das nicht."

Vielleicht, überlegt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG,

"wäre es eindrucksvoller gewesen, wenn die Mitglieder der Wirtschaftsbeiräte Trumps Aussagen in einer klaren, einstimmigen Erklärung zurückgewiesen und ihre Abscheu beim nächsten Treffen auch persönlich vorgetragen hätten. Trump ist ja jemand, den starke Worte und ein überzeugender Auftritt durchaus beeindrucken. Stattdessen wird die Auflösung beider Gremien jetzt von Trumps Kritikern als Erfolg gefeiert. Doch es gibt nichts zu feiern."

Auch die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG findet:

"Die US-Konzernchefs handelten wohl vernünftig, als sie sich von den Rassismus verharmlosenden Äußerungen öffentlich distanzierten. Für Konzerne werden Reputation und Markenpflege immer wichtiger. Werden Firmen als 'Corporate Citizens' wahrgenommen, die mit rassistischem Gedankengut sympathisieren oder im Widerspruch zu traditionellen amerikanischen Werten handeln, drohen Boykotte und Verluste. Eine nachhaltig gestörte Kommunikation zwischen dem aufs Zuhören sowieso nicht versessenen Trump und den Wirtschaftsvertretern wäre aber eine Enttäuschung, die Amerika und die Welt noch teuer zu stehen kommen könnte."

Weiter kommentiert wird auch die mögliche Tätigkeit von Ex-Bundeskanzler Schröder für den russischen Rosneft-Konzern, mit der sich nicht zuletzt die SPD schwertut. Die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN aus Karlsruhe raten der Partei,

"Schröders Entscheidungen zu akzeptieren und auch nicht zu versuchen, sich ihretwegen weiter zu rechtfertigen. Die heutige SPD kann für den heutigen Schröder jedenfalls nicht in Sippenhaft genommen werden. Der Altkanzler darf als Pensionär nun mal machen, was er will. Ebenso klar ist jedoch auch, dass die Bürger ihn damit endgültig unter der Rubrik Vergangenheit und Zeitgeschichte abhaken können."