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25. April 2018Die Wirtschaftspresseschau

Wie soll Deutschland auf die Digitalisierung und Künstliche Intelligenz - kurz KI - reagieren? Das ist nicht nur Thema auf der HANNOVER MESSE.

Bundeskanzlerin Merkel begrüßt auf der Hannover Messe einen Roboter (picture alliance / Julian Stratenschulte / dpa)
Bundeskanzlerin Merkel begrüßt auf der Hannover Messe einen Roboter (picture alliance / Julian Stratenschulte / dpa)

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG sieht die Bundesrepublik bislang gut aufgestellt, wendet aber ein:

"Die enormen KI-Aktivitäten in anderen Teilen der Welt kann Deutschland nicht einfach ignorieren. Auch weil die Folgen für die Gesellschaft insgesamt noch gar nicht vollumfänglich absehbar sind. Hier lohnt es sich sicher für den deutschen Staat, nicht zu knausern und eher noch mehr Geld in die Hand zu nehmen. Die Frage ist, wie."

Aus Sicht des HANDELSBLATTS muss Deutschland die Digitalisierung nicht fürchten:

"Klappt die vernetzte Produktion, wie sie vor allem von deutschen Ingenieuren und Facharbeiten vorgedacht wird, dann hat die heimische Wirtschaft auch noch in zehn Jahren der Welt etwas anzubieten. Deutsche Produkte, in denen all dieses Knowhow steckt, werden auch dann nicht die billigsten, aber immer noch die besten sein."

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG warnt vor einigen Folgen des digitalen Kapitalismus. Die Technologie...

"erleichtert es, Arbeit von Selbständigen irgendwo auf dem Erdball erledigen zu lassen, ohne sich um Tarifverträge und Sozialabgaben zu kümmern. Roboter und Algorithmen könnten massenhaft Menschen ersetzen oder zumindest ihre Löhne drücken. Wenn die Wertschöpfung stärker von Maschinen kommt, wird entscheidend, in wessen Tasche diese Erträge fließen. Wenn in Deutschland weiter nur jeder zehnte Bürger Aktien besitzt, verschärft die Digitalisierung die Ungleichheit."

Die Techniker Krankenkasse hat als erste gesetzliche Krankenkasse eine bundesweite elektronische Patientenakte gestartet. Die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen findet, das könne wichtige Impulse liefern.

"Aber nur wenn die Daten tatsächlich beim Kassenwechsel mitgenommen werden können. Die Patientenakte darf kein Mittel der Kundenbindung werden, das würde dem Wettbewerb zwischen den Kassen schaden. Außerdem muss das System wirklich äußerst sicher sein. Sollten Hacker die hochsensiblen Patientendaten erbeuten, ist das Projekt elektronische Gesundheitsakte auf absehbare Zeit tot."

Die MÄRKISCHE ORDERZEITUNG aus Frankfurt(Oder) mahnt:

"Gesundheitsminister Jens Spahn sollte das Ruder herumreißen, die Patientenakte abblasen und stattdessen dafür sorgen, dass verschiedene internetbasierte Lösungen wie die der TK zueinander passen. So gingen dann auch die Vorteile der elektronischen Akte beim Wechsel der Kasse nicht verloren."