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Wirtschafts-Presseschau

17. Oktober 2017Die Wirtschaftspresseschau

Die Kommentatoren nehmen die angekündigte leichte Senkung der Ökostrom-Umlage zum Anlass, auch über andere Fördermodelle nachzudenken. 6,79 statt 6,88 Cent je Kilowattstunde sollen für die Umlage im nächsten Jahr fällig werden.

Windräder und ein Strommast (dpa / Julian Stratenschulte)
Windräder und ein Strommast (dpa / Julian Stratenschulte)

Für das HANDELSBLATT ist das kein Erfolg,

"auf dem man sich auch nur eine Sekunde lang ausruhen könnte. Wenn man nicht gegensteuert, hat die Umlage ihren Scheitelpunkt noch nicht erreicht. Hauptauslöser für weitere Anstiege sind die geplanten Offshore-Windparks, denen noch 2016 fürstliche Vergütungen zugesichert wurden. Die nächste Bundesregierung muss also etwas tun. Allerdings darf sie nicht den Fehler machen, nur die Kosten neu zu verteilen. Vielmehr müssen die Erzeuger in die Pflicht genommen werden."

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG hält fest:

"Wenn für die Ökostrom-Umlage im nächsten Jahr wieder 25 Milliarden Euro fällig werden, dann ist das zum größten Teil Lehrgeld. Der sauberen Energie auf die Sprünge helfen – das war im Grunde eine gute Idee. Nur merkte keiner, wie schnell Wind und Sonne zur günstigen Alternative wurden. Mit dem Ergebnis, dass die Deutschen ihre Energiewende um Milliarden teurer bauten als nötig. Sind die teuren Anlagen der ersten Phase aber erst abbezahlt, dürfte der Ökostrom richtig günstig werden."

Nach Ansicht der FRANKFURTER RUNDSCHAU ist

"die Energiewende in eine neue Phase eingetreten, der Strommarkt wird über kurz oder lang mit dem Wärmemarkt und dem Verkehrssektor zusammenwachsen. Das bedeutet, dass sich die Politik neue Formen der Ökostrom-Förderung ausdenken muss. Alle Akteure sollten einen Teil der Lasten schultern - also auch jene, die bisher von großzügigen Ausnahmen profitieren. Denkbar wäre, auf eine Steuerfinanzierung umzustellen oder Gas, Erdöl und Kohle ebenfalls mit einer Abgabe zu belegen."

Mit der Absicht der Lufthansa, für Teile der insolventen Alitalia zu bieten, beschäftigt sich die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:

"Die Signale sind eindeutig: Wenn überhaupt, könnten Teile des Flugbetriebs der siechen Alitalia sowie die daran gebundenen Start- und Landerechte für Europas größte Fluggesellschaft lukrativ sein. Der ehemaligen Ikone des Luftverkehrs, deren Sanierung binnen zehn Jahren schon drei Mal scheiterte, drohen wohl bald radikale Umbauten. Lufthansa-Chef Spohr nutzt die Gunst der Stunde, wenn er sich im jetzt endenden Bieterverfahren mit einer Offerte den Zugriff auf Alitalia-Teile sichert und so auch Einblick in vertrauliche Unternehmensdaten erhält."