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25. Juni 2018Die Wirtschaftspresseschau

Für deutlichen Ärger bei den Kommentatoren sorgt die geplante Verschärfung der Förderrichtlinien beim Baukindergeld: Neben einer Einkommens- soll es offenbar auch eine Größengrenze für die Immobilien geben.

Mit dem Baukindergeld will die Große Koalition Familien den Ersterwerb einer Wohnung oder eines Hauses erleichtern (picture alliance / dpa / Horst Ossinger)
Mit dem Baukindergeld will die Große Koalition Familien den Ersterwerb einer Wohnung oder eines Hauses erleichtern (picture alliance / dpa / Horst Ossinger)

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG rügt "Schlamperei" der Regierung bei der Kostenberechnung, die selbst "windige Immobilienmakler" seriöser hinbekommen hätten:

"Zum Ausgleich will man nun die Zahl der Anspruchsberechtigten senken und nur noch Wohnflächen bis 120 Quadratmeter fördern. Ungerecht? Natürlich. Das ganze Baukindergeld ist ungerecht. Eine Familie, die sich mehr als 120 Quadratmeter Eigenheim zulegen kann, zumal in der Großstadt, braucht keine staatlichen Subventionen. Wer aber arm ist und vier Kinder hat, womöglich auf dem Land, braucht eine Sozialwohnung, bessere Schulen, Chancengleichheit. Vier Milliarden Euro wären hier nachhaltiger investiert."

Nach Ansicht des HANDELSBLATTS war das Baukindergeld von Anfang an eine falsche Subvention:

"Die neue Grenze führt es endgültig ad absurdum. Denn Größe bedeutet nicht Luxus. Familien mit mittleren Einkommen, die sich die Städte nicht mehr leisten können und deshalb im Speckgürtel ein Haus kaufen, werden jetzt ausgeschlossen. Gutverdiener mit teuren Stadtwohnungen subventioniert. Das ist für einen sozialdemokratischen Finanzminister schwer erklärbar. Doch um Erklärungen hat sich Scholz ohnehin nicht gekümmert."

"Dieser Schildbürgerstreich sollte Anlass genug sein, das Projekt Baukindergeld gänzlich zu beerdigen", findet die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:

"Am Ende führt es nur dazu, dass die Preise wegen der steigenden Nachfrage in die Höhe schnellen. Sinnvoller wäre es, Familien drastisch steuerlich zu entlasten. Sie wissen am besten, wofür sie ihr sauer verdientes Geld am meisten benötigen. Dann würden auch Eltern profitieren, die ein Haus bereits erworben haben oder es vorziehen, zur Miete zu wohnen."

Verspätungen, Flugausfälle, Umbuchungen: Dass in diesem Jahr auch bei der Urlaubsreise Ungemach droht, stellt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG fest:

"Wer in den Ferien fliegen will, muss Geduld im Gepäck haben. Daran haben nicht nur Fluggesellschaften ihren Anteil, sondern auch Reisekonzerne. Gern erklärt die Branche die Zumutungen des Sommers zu Nachwehen des Air-Berlin-Niedergangs. Die zweitgrößte Fluggesellschaft eines Landes verschwindet eben nicht folgenlos. Für Schuldzuweisungen ganz gelegen kommt der Branche auch, dass Europas Fluglotsen zuletzt patzten. Über hausgemachte Ursachen sprechen die Fluggesellschaften aber wenig."