Samstag, 20.01.2018
StartseiteKommentare und Themen der WochePolitik sollte Aufschwung absichern27.12.2017

Wirtschaftsprognose 2018Politik sollte Aufschwung absichern

Die deutsche Wirtschaft geht zuversichtlich ins neue Jahr. Das ergab jetzt eine Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Damit dieser Aufschwung abgesichert wird, sei jetzt aber auch die Politik am Zuge, meint Klemens Kindermann.

Von Klemens Kindermann

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Modellfiguren von Geschäftsleuten vor einem steigenden Graphen (imago / Westend 61)
Das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft prognostiziert für 2018 einen Aufschwung (imago / Westend 61)
Mehr zum Thema

ifo-Präsident Clemens Fuest "Die Botschaft, die soziale Schere geht auseinander, ist schlicht falsch"

BDI-Präsident Dieter Kempf "Hängepartien sind Gift für die Wirtschaft"

Deutsche Wirtschaft Ein stetiger und stabiler Aufschwung

Der Erfinder der ersten elektrischen Registrierkasse, Charles Kettering, bekannte einmal, er interessiere sich sehr für die Zukunft, vor allem, weil er den Rest seines Lebens in ihr verbringen werde. Dieser verblüffenden Einsicht folgend, ist es der Mühe wert, sich all die Prognosen für das Wirtschaftsjahr 2018 anzuschauen, die in diesen Tagen veröffentlicht werden. Danach sieht es so aus, als ob es erneut ein ziemlich gutes Jahr wird.

Das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft stellt für 2018 eine noch größere Zuversicht bei den Unternehmen fest als vor einem Jahr. Viele Ökonomen prognostizieren einen Aufschwung, der sich zumindest bis 2019 fortsetzen soll. Die deutsche Wirtschaft wäre dann zehn Jahre in Folge gewachsen.

Politik sollte gute Entwicklung fördern

Die wirtschaftenden Unternehmen werden so zu einer Stütze für die gesellschaftliche Stabilität in Deutschland. Denn viele werden profitieren: die Arbeitnehmer durch höhere Löhne und geringe Arbeitslosigkeit, der Staat und die Sozialversicherungen durch Steuern und Beiträge. Selbst der ländliche Raum, Thema der Weihnachtsansprache von Bundespräsident Steinmeier, kann laut Prognose seinen Anteil am Bruttoinlandsprodukt zumindest konstant halten.

Wenn aber die Wirtschaft dem gesellschaftlichen Zusammenhalt dient, sollte sich die Politik fragen, was sie im Gegenzug tun kann, um diese gute Entwicklung zu erhalten und zu fördern.

Hier gilt es, genau in die Betriebe hineinhören, von denen viele bereits am Limit arbeiten. Fast die Hälfte aller Firmen geben an, dass fehlende Fachkräfte die Produktionsmöglichkeiten begrenzen. Vor allem im Bereich Informatik, Naturwissenschaften und Technik ist eine Lücke von derzeit fast 300.000 Arbeitskräften entstanden, die rapide wächst. Lieferengpässe, steigende Preise und Verlagerung von Investitionen sind die Folgen und machen Deutschland mittelfristig zum Opfer des eigenen Erfolges.

Gezielt Bildung und Innovation fördern

Es wäre an der Zeit, die politischen Weichen zu stellen, um dem Schlüsselproblem des heraufziehenden Fachkräftemangels zu begegnen. Durch entschlossene Investitionen in Schulen, Hochschulen, Forschung und Weiterbildung. Viel zu hören ist da noch nicht aus dem regierungsbildenden Berlin.

Zu hoffen wäre, dass das Geld bei Koalitionsverhandlungen nicht für alle möglichen Wünsche hinausgeworfen wird, sondern gezielt für Bildung und Innovation. Das würde den weiteren Wirtschaftsaufschwung in Deutschland absichern. Und damit übrigens auch das Steuergeld, das durch die Registrierkassen der Politik immer so schnell durchläuft.    

Klemens Kindermann (Deutschlandradio / Bettina Fürst-Fastré)Klemens Kindermann (Deutschlandradio / Bettina Fürst-Fastré)Klemens Kindermann ist seit 2009 Abteilungsleiter Wirtschaft und Gesellschaft beim Deutschlandfunk. Von 1991 bis 1997 war er Redakteur und Korrespondent der Deutsche Presse-Agentur (dpa). Danach wechselte er 1997 zur Wirtschafts- und Finanzzeitung "Handelsblatt", wo er als Fachredakteur, Desk-Chef im neu geschaffenen Newsroom und ab 2004 als stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft & Politik tätig war.

 

 

 

 

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk