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WM 2006Ex-FIFA-Funktionär bestätigt Überweisung aus Deutschland

Mohamed bin Hammam, Chef der Asiatischen Fußball-Konföderation (AP)
Wofür bekam Mohamed Bin Hammam 6,7 Millionen Euro? (AP)

In die Affäre um die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland kommt möglicherweise Bewegung. Der ehemalige katarische FIFA-Funktionär Mohamed Bin Hammam hat bestätigt, im Zusammenhang mit der WM 6,7 Millionen Euro aus Deutschland bekommen zu haben.

Die Millionen seien auf sein Konto geflossen, sagte der 68-Jährige dem ZDF, aber erst nach der WM-Vergabe. "Ich würde gerne wissen, warum Deutschland mich hätte bestechen sollen, für etwas, das sie schon erhalten haben", so Bin Hammam. Auf die Frage, ob er denn wisse, wofür er das Geld aus Deutschland bekommen habe, antwortete Bin Hammam: "Natürlich weiß ich es. Aber entschuldigen Sie – das interessiert doch nur Sie, keine anderen."

Die ominösen 6,7 Millionen Euro, um die sich die Sommermärchen-Affäre dreht, waren im Jahr 2002 auf ein Konto von Bin Hammams Firma Kemco in Katar geflossen, und zwar über ein kompliziertes Konstrukt, an dem der Chef des deutschen Organisations-Komitees, Franz Beckenbauer, offenbar maßgeblich beteiligt war. Warum, bleibt bis heute die zentrale Frage. Die WM 2006 war im Jahr 2000 in Zürich vergeben worden.

Der ehemalige FIFA-Präsidentschaftskandidat Bin Hammam gilt als einer der Strippenzieher des Korruptionsskandals um den Weltfußballverband. Im Dezember 2012 wurde er von der FIFA-Ethikkommission lebenslang gesperrt. Auch dazu äußert sich der Katarer in dem ZDF-Beitrag: "Alle Leute waren so lange in der FIFA und haben gedacht, die FIFA gehört ihnen, sie können machen, was sie wollen, was gut für sie persönlich ist – mich eingeschlossen."

Diese Nachricht wurde am 13.01.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.