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StartseitePodiumDer mutige Junge mit dem Banner20.06.2014

WM in BrasilienDer mutige Junge mit dem Banner

Sein Foto kursiert seit Tagen in den sozialen Netzwerken: Der 13 Jahre alte Werá Jeguaka Mirim wirkt schüchtern, doch vor einer Woche hat er sich etwas getraut: Die WM-Eröffnungsfeier nutzte er, um auf den Kampf der indigenen Bevölkerung Brasiliens für mehr Land aufmerksam zu machen.

Von Aglaia Dane

Der 13-jährige Werá Jeguaka Mirim mit Federschmuck auf dem Kopf (picture alliance/ dpa/ Sebastian Erb)
Der 13-jährige Werá Jeguaka Mirim in seinem Dorf Krukutu. Bei der Eröffnungsfeier der Fußball-WM im brasilianischen Sao Paulo hatte er mehr Land für die indigene Bevölkerung Brasiliens gefordert. (picture alliance/ dpa/ Sebastian Erb)

Krukutu ist ein Dorf in Brasilien. Hier wohnt der junge Brasilianer, dessen Foto seit Tagen in den sozialen Netzwerken kursiert: Werá Jeguaka Mirim, 13 Jahre alt. Er spricht Guaraní, Portugiesisch nur ein wenig. Auf dem Kopf blauen Federschmuck, sitzt er im Gras neben dem Dorfspielplatz und knetet seine Hände. Kaum zu glauben, dass sich dieser schüchterne Teenager vor gut einer Woche getraut hat, die WM-Eröffnungsfeier als Bühne für eine Protestaktion zu nutzen.

Unter seiner Hose hatte er ein rotes Banner ins Stadion geschmuggelt. "Demarcaco já" stand darauf, was in etwa "Grenzziehung jetzt" bedeutet. Dahinter steckt ein jahrzehntelanger Kampf der Indigenen in Brasilien für mehr Land. "Ich hatte mit den Dorfältesten besprochen, dass ich das Banner ausrolle, kurz nachdem ich die Taube fliegen lasse. Das war der einzige mögliche Moment. Ich musste sehr schnell sein, um den richtigen Augenblick zu erwischen."

Die Fernsehzuschauer in der Welt haben von all dem nichts mitbekommen. Denn auf der offiziellen Übertragung der FIFA ist von Werás Protest nichts zu sehen.

 

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