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StartseiteEssay und DiskursUnd wer zahlt’s? Die anderen.05.11.2017, 09:30 Uhr

WohlstandUnd wer zahlt’s? Die anderen.

Manch bundesdeutscher Steuerzahler gibt sich gerne dem Gefühl hin, mit seinem hart erarbeiteten Geld die halbe Welt mitfinanzieren zu müssen. Gerhard Polt hat diesen Menschenschlag in einem seiner klassischen Auftritte sehr treffend dargestellt. Die Anklage des vermeintlich Geschröpften gipfelt darin der Frage: "Und wer zahlt’s? Wir!"

Der Soziologe Stephan Lessenich im Gespräch mit Thomas Kretschmer

Eine Hand hält zahlreiche Euro-Banknoten, aufgenommen am 03.01.2014 in Frankfurt am Main (Hessen). (picture-alliance / dpa / Daniel Reinhardt)
Wodurch entsteht unser Wohlstand? (picture-alliance / dpa / Daniel Reinhardt)

Tatsächlich spricht vieles dafür, dass das Gegenteil richtig ist. Das zeigt der Münchner Soziologe Stephan Lessenich in seinem Buch "Neben uns die Sintflut". Der Reichtum und Wohlstand der westlichen Welt, so Lessenich, ist nur möglich, weil die armen Länder im Süden und im Osten die Kosten dafür tragen. Ohne Sweatshops in Bangladesch oder China wären Kleidung oder Smartphones bei uns um ein Vielfaches teurer. Das ist den aufgeklärten Konsumenten hierzulande durchaus bekannt. Und trotzdem ändert sich kaum etwas an diesen Zuständen. Liegt es am einzelnen Konsumenten? An der Politik? Und weshalb gelingt der westlichen Welt die Verdrängung all dieser negativen Fakten so gut?

Stephan Lessenich, Jahrgang 1965, ist Professor für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Zu seinen Schwerpunkten zählen die vergleichende Wohlstandsforschung, politische Soziologie und die Theorie des Wohlfahrtsstaats. Im Herbst 2016 erschien bei Hanser Berlin sein Buch "Neben uns die Sintflut. Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis".

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