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StartseiteVerbrauchertippZuschüsse für Azubis23.08.2017

Wohngeld, Kindergeld und mehrZuschüsse für Azubis

Allein von ihrem Lehrlingsgehalt können viele Azubis nicht leben, vor allem, wenn sie schon ihre eigene Wohnung bezahlen müssen. Aber wie Studenten können auch Azubis finanzielle Zuschüsse, Wohngeld oder BAföG beantragen.

Von Klaus Deuse

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Azubis, die nicht mehr bei den Eltern wohnen und nicht genug Geld für ihren Lebensunterhalt erhalten, können bei der Agentur für Arbeit eine Berufsausbildungsbeihilfe beantragen (imago stock&people)
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Wer während der Berufsausbildung nicht mehr bei den Eltern wohnt und eine eigene Wohnung finanzieren muss, der kommt mit der Ausbildungsvergütung oftmals nicht über die Runden. Denn in manchen Branchen fällt diese Vergütung recht gering aus. Vor allem in Ostdeutschland, sagt Manuela Conte, die Bundesjugendsekretärin des Deutschen Gewerkschaftsbundes:

"Besonders gravierend und leider kein schlechter Scherz ist die Situation im Friseurhandwerk. Wenn man da in Ostdeutschland guckt, reden wir da gerade mal von 269 Euro."

Aber auch für angehende Maler und Lackierer sowie Floristen sieht es in Ostdeutschland nicht besser aus. Und gemessen an den Mieten, die in großen Städten in Westdeutschland verlangt werden, stellt die DGB-Bundesjugendsekretärin fest:

"Das reicht nicht zum Leben. Gerade in Ballungsgebieten, also in Großstädten ist es so, dass man die Miete nicht bezahlen kann und auch WG-Zimmer bei 300, 400 Euro liegen."

BAföG auch für Azubis

Azubis, die nicht mehr bei den Eltern wohnen und nicht genug Geld für ihren Lebensunterhalt erhalten, können daher bei der Agentur für Arbeit eine Berufsausbildungsbeihilfe beantragen. Ebenso wie Jugendliche, die eine berufsvorbereitende Maßnahme absolvieren, erläutert Anja Greiter von der Agentur für Arbeit in Bochum:

"Wenn ein Jugendlicher eine Ausbildung machen möchte und nicht mehr zu Hause lebt, liegt der Bedarfssatz für eine eigene Wohnung bei 538 Euro im Monat. Möglich ist es auch, Zusatzkosten für die Miete von maximal 84 Euro zu bekommen."

Verrechnet werden diese Hilfen dann mit dem Einkommen des Auszubildenden und den für die Eltern gültigen Freibeträgen. Der große Vorteil daran ist: Diese Beihilfe muss nicht zurückgezahlt werden. So wie für Studenten besteht außerdem auch für Auszubildende die Möglichkeit, bei der Kommune, in der sie wohnen, einen Antrag auf Wohngeld zu stellen. Und auch BAföG, also eine Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz kann für Azubis in Frage kommen. Das gibt es nämlich nicht nur Studenten, sondern auch für Azubis, die eine schulische Berufsausbildung machen.

Eine weitere mögliche Finanzquelle ist das Kindergeld, das normalerweise die Eltern erhalten. Und zwar bis zum 25. Lebensjahr des Jugendlichen, wenn der sich noch in einer Ausbildung befindet. 192 Euro für das erste und 198 für das zweite und dritte Kind. Geld, das Kinder in der Berufsausbildung ebenso wie Studenten direkt erhalten können, sagt Anja Greiter von der Agentur für Arbeit:

"Wichtig ist jetzt, dass der Jugendliche, der vielleicht während der Ausbildung nicht mehr zu Hause lebt, selber Kindergeld in Anspruch nehmen kann. Das muss aber beantragt werden."

Nebenjobs meist nicht möglich

Und zwar bei der Familienkasse der Agentur für Arbeit.

"Wichtig dabei ist auch, dass man berücksichtigt, dass der Jugendliche, wenn er das Kindergeld für sich selber in Anspruch nimmt, keinen Barunterhalt der Eltern erhält. Was mindestens so hoch ist wie das Kindergeld eigentlich wäre."

Das Einkommen durch einen Nebenjob aufzubessern, ist für Azubis nicht ganz so einfach. Denn: "Nebenjobs bedeuten immer eine zusätzliche Belastung und müssen deswegen vom Unternehmen genehmigt werden," betont Manuela Conte vom DGB. Tipps, wie man die Ausbildungsvergütung aufstocken kann, bietet übrigens die DGB-Jugend auf ihrer Plattform www.Dr-Azubi.de.

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