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StartseiteVerbrauchertippMit Sicherheitstechnik Unfälle vermeiden25.08.2017

WohnwagenMit Sicherheitstechnik Unfälle vermeiden

Elektronische und mechanische Sicherheitssysteme sollen dabei helfen, bei plötzlichen Bremsmanövern oder rutschigen Straßen das Schlingern oder Umkippen von Wohnwagen-Gespannen zu verhindern. Oft lassen sich auch ältere Modelle nachrüsten. Dabei sollte man aber einiges beachten und sich vorab gründlich informieren.

Von Bernd Debus

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Wohnmobile und Wohnwagen. (imago / Manngold)
Falsch verteilte Ladung kann den Wohnwagen zum Schlingern bringen. (imago / Manngold)
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Die Ursachen für Unfälle mit einem Wohnwagen-Gespann sind oft ziemlich banal. Christiane ist so etwas vor einigen Jahren passiert:

"Also im Nachhinein weiß ich jetzt, dass wir die Ladung falsch gelegt haben. Wir hatten hinten zu viel."

Und ein hecklastig getrimmter Wohnwagen ist extrem instabil:

"Dann sind wir einen Berg runtergefahren - und dann hat uns ein Bus überholt. Dann haben wir uns gedreht. Wir haben dann mit dem Auto in Fahrtrichtung auf der ersten Spur gestanden, der Wohnwagen saß mit dem Popo auf der Leitplanke."

Der Unfall ging, wie die allermeisten Unfälle, in die Caravan-Gespanne verwickelt sind, glimpflich aus. Es gab nur Blechschaden. Doch es gibt Sicherheitssysteme für Gespanne, die selbst so einen Fehler, wie völlig falsch verteilte Ladung, ausbügeln können.

Erstens: die Anti-Schlinger-Kupplung. Spezielle, besonders raue Beläge in der Kupplung des Anhängers pressen sich dabei gegen den Kupplungskopf der Anhängerkupplung am Auto. Kommt der Wohnwagen ins Schleudern, dämpft die Anti-Schlinger-Kupplung die Seitwärtsbewegungen des Caravans. ADAC-Sprecher Peter Meintz:

"Sie versucht Kräfte, die auf den Anhänger wirken, auszugleichen und damit den Anhänger zu stabilisieren. Funktioniert wunderbar."

Mehr Sicherheit durch mechanische und elektronische Helfer

Bei manchen Wohnwagen gehört die Antischlingerkupplung zur Serienausstattung. Bei anderen müssen Neu-Caravan-Käufer sie gegen Aufpreis dazu bestellen. Man kann sie aber auch bei den meisten älteren Wohnwagen noch nachrüsten. Das kostet zwischen 250 und 400 Euro plus Einbau.

Ein weiteres System, das Gespann-Fahren sicherer macht, steckt in erster Linie im Auto: das "ESP". Die Abkürzung steht für das Elektronische Stabilisierungsprogramm. Es bringt ein schleuderndes Auto durch das kurze Bremsen einzelner Räder wieder auf Kurs. Auch Autos, die einen Anhänger ziehen:

"Viele Anhänger kann man heute mit dem ESP des Zugfahrzeuges koppeln, sodass die Anhänger nicht so leicht ins Schleudern kommen. Sie bleiben spurstabil und verzeihen eben gerade durch das ESP auch den einen oder anderen Fahrfehler."

Vor dem Kauf informieren

Ein ESP mit Anhängererkennung gehört jedoch längst nicht bei allen Autos zur Serienausstattung. Nachrüsten lässt es sich auch nicht. Man muss also beim Kauf eines neuen oder gebrauchten Wagens danach fragen.

Eine Alternative ist ein ähnlich funktionierendes System speziell für Anhänger, das von verschiedenen Herstellern angeboten wird. Heinz hat es gleich beim Kauf seines neuen Wohnwagens mit bestellt:

"Wenn der Wohnwagen ins Schleudern gerät, dann macht die Steuerung eine Bremsung einzelner Räder des Wohnwagens und stabilisiert damit den Wohnwagen, damit sich der nicht aufschaukelt und dann schlimmstenfalls eben umkippt."

Und anders als beim Auto lässt sich das Stabilisierungssystem für den Wohnwagen in den meisten Fällen auch nachträglich montieren. Der Preis: 700 bis 800 Euro zuzüglich Einbau.

Unfälle dennoch nicht ausgeschlossen

Allerdings verlagern die mechanischen und elektronischen Sicherheitsvorkehrungen nur den Punkt, ab dem ein Unfall fast unvermeidbar ist. Wer also deutlich schneller fährt, als die Polizei es erlaubt oder nicht auf das Wetter achtet, landet trotzdem im Graben. Peter Meintz:

"Zu allen Zeiten bis heute sind Gespannfahrer, gerade wenn Wind aufkommt, zu schnell unterwegs. Und so ein Sommergewitter kann einen Caravan-Fahrer derart überraschen, dass er das Gespann nicht auf der Straße halten kann."

 

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