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StartseiteVerbrauchertippSchutz vor nervigen Blutsaugern08.05.2017

ZeckenschutzmittelSchutz vor nervigen Blutsaugern

Die Stiftung Warentest hat 16 Anti-Zecken-Pumpsprays auf ihre Wirksamkeit überprüft. Die gute Nachricht: Die meisten Produkte, vor allem Kombiprodukte, bieten wirksamen Zeckenschutz für mehrere Stunden. Dennoch sollte man die Gebrauchsanweisung genau lesen, denn so manche Nebenwirkung hat es in sich.

Von Dieter Nürnberger

Zwei Zecken auf einem Blatt auf einer Wiese (dpa / picture alliance / Patrick Pleul)
Zwei Zecken auf einem Blatt auf einer Wiese: Sie könnten die Lyme-Borreliose übertragen, wenn sie ein Tier oder einen Menschen beißen. (dpa / picture alliance / Patrick Pleul)
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Zecken werden rund drei Jahre alt - und während dieser Zeit benötigen sie nur etwa drei Blutmahlzeiten, um sich entwickeln und fortpflanzen zu können. Die kleinen Krabbeltiere können somit geduldig auf ihre menschlichen Opfer warten - um schließlich zuzubeißen, oder wie die Zoologen sagen, zuzustechen. Untersucht wurden 16 Pumpsprays, die vor Zecken schützen sollen. Sie wurden unter realistischen Bedingungen auf der Haut von Probanden aufgetragen, sagt Hans-Peter Brix von der Stiftung Warentest.   

"Pro Zeckenmittel haben wir 216 Zecken sozusagen losgelassen - an sechs Probanden. Und wenn ein Mittel wirksam war, dann ließ sich die Zecke im Grunde genommen fallen. Wenn ein Mittel unwirksam war, war es überhaupt kein Problem die behandelte Stelle durchzuwandern. Und das ist natürlich sehr gefährlich."

Impfen hilft nicht immer

Zwar kann man sich inzwischen gegen eine durch Zecken übertragbare Hirnhautentzündung auch impfen lassen, doch gibt es keinen entsprechenden Schutz vor der viel häufiger auftretenden bakteriellen Lyme-Borreliose. Weshalb ein Anti-Zeckenmittel weiterhin wichtig ist. Die gute Nachricht: Zehn der getesteten Pumpsprays bekamen eine gute Bewertung. Sie wirken - und das sogar für rund sechs Stunden. Allerdings sind gesundheitliche Nebenwirkungen nicht auszuschließen.

"Die Risiken bei den eingesetzten Wirkstoffen liegen in der Reizung der Augen, oder auch der Schleimhäute. Zusätzlich haben einige dieser Wirkstoffe auch ein allergenes Potenzial. Das mussten wir leider auch bei der Untersuchung feststellen - eine Probandin musste den Test abbrechen."

Gebrauchsanweisung lesen

Von den Herstellern gegebene Dosierungs- und Gebrauchs-Informationen sollten deshalb unbedingt beachtet werden. Die Stiftung Warentest empfiehlt lediglich einen gezielten Einsatz, also beispielsweise vor einer Wanderung im Wald. Vier der untersuchten Sprays waren reine Anti-Zecken-Mittel, zehn versprechen zudem einen Schutz gegen Mücken. Auch hier gab es in der Regel gute Ergebnisse.

"Der Test zeigt, dass im Grunde genommen die Zeckensprays und die Kombimittel, die zusätzlich gegen Mücken wirken sollen, nahezu identisch sind. Die Wirkstoffe sind ähnlich in der Konzentration. Von daher würde ich immer empfehlen, ein Kombi-Präparat zu wählen. Weil letztlich die Wirksamkeit bei den Mücken gegeben ist, als auch bei den Zecken."  

Weitere Schutzmaßnahmen ratsam

In der Untersuchung vorn lagen die Kombi-Präparate "Autan Protection Plus", "Anti Brumm forte" und auch ein recht günstiges Discounter-Produkt von "dm", das Spray "Zeckito Classic".

Einreiben hilft also - so das erfreuliche Ergebnis. Doch rät Warentester Hans-Peter Brix auch zu weiteren Schutzmaßnahmen:

"Am besten langärmlige Kleidung tragen. Das ist natürlich im Sommer etwas problematisch, aber wer nicht Gefahr laufen will, eine Erkrankung zu bekommen, sollte das machen. Und: Weiße oder helle Kleidung ist natürlich insofern gut, weil man anschließend die Kleidung besser auf Zecken absuchen kann. Das ist auch nach dem Spaziergang wichtig. Man sollte sich abends intensiv absuchen. Beispielsweise unter den Achseln oder auch am Bauchnabel. Weil sich dorthin die Zecken magisch angezogen fühlen und ihre Blutmahlzeit einnehmen."

Und noch ein Hinweis: Unter der Internetadresse test.de/zecken finden Interessierte konkrete Informationen über die Ansteckungsgefahren durch Zecken in verschiedenen Regionen Deutschlands. 

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