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StartseiteVerbrauchertippSich kleine Abschnitte vornehmen17.05.2018

ZeitmanagementSich kleine Abschnitte vornehmen

Im Alltag müssen die meisten Menschen viele Termine unterbringen. Das kann zur Überforderung werden. Organisationspsychologen empfehlen To-Do-Listen. Wichtig ist dabei, die Listen in kleine Abschnitte einzuteilen und innerhalb eines festen Zeitplans abzuarbeiten - und auch einmal locker zulassen.

Von Ann-Kathrin Horn

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Man sieht ein Clopboard an dem an einem Seil ein Stift hängt (imago stock&people)
To-do-Listen sind ein beliebtes Mittel, um der Aufgabenflut zu begegnen. Zurecht, sagt die Organisationspsychologin Tabea Scheel. (imago stock&people)
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Mit der Zeit ist es ja so eine Sache. Wir  haben  sie eigentlich immer, aber die Frage ist, wie wir sie am besten nutzen. Im Alltag müssen die meisten Menschen oft viele Termine unterbringen, viele Aufgaben erledigen. Da kann es schon mal sein, dass uns das überfordert. Wenn das so ist, dann ist meist der erste Tipp: Listen machen. Tabea Scheel ist Arbeits- und Organisationspsychologin und beschäftigt sich unter anderem damit, wie wir uns in chaotischen Zeiten besser organisieren können. Sie erklärt, wie eine gute Liste aussehen könnte:

 "In der Regel macht es Sinn, sich aufzuschreiben, was man denn zu viel zu tun hat und zu versuchen, da eine sinnvolle Reihenfolge festzulegen. Gibt es Dinge, die kann ich weglassen? Welche Dinge sind mir wichtig? Welche Dinge sind dringend, also welche muss ich wirklich als erstes erledigen und so weiter …"

Was auf der Liste steht, sollte dann natürlich auch abgearbeitet werden. Eine Umfrage in der Kölner Innenstadt zeigt: Bei manchen Menschen klappt das System gut:

 "Die wichtigsten Sachen soll man direkt machen, nicht liegen lassen. Weil es hilft ja nichts, man denkt ja immer dran und es hört nicht auf. Also: Direkt machen, weg isset!" 

Andere sind im Abarbeiten nicht so gut:

 "To-do-Listen ist ein Dauerbrenner. Ich habe immer to-do-Listen und to-do-Listen-Inhalte, die ich schon seit Jahren rumschleppe" – "Würden Sie verraten, was da drauf steht, was Sie schon ewig vor sich herschieben?" – "Meinen Keller aufräumen und ausmisten." 

"Morgens zu einer festen Uhrzeit anfangen"

Es gibt also diese Sachen, auf die man überhaupt keine Lust hat. Meist sind das Dinge, die wir nicht ganz überblicken, mit denen wir uns nicht auskennen. Organisationspsychologin Tabea Scheel hat auch für solche Situationen einen Tipp:

"Gegen diesen einen großen Klops, den wir alle mit uns rumtragen, dieses Eine, was uns im Nacken sitzt, hilft tatsächlich, sich kleine Abschnitte vorzunehmen, die gut zu planen, so dass man weiß, wenn ich jeden Tag ein oder zwei Stunden daran mache, bin ich 14 Tagen tatsächlich durch. Und ich kann mich jeden Tag über das freuen, was ich tatsächlich geschafft habe." 

Wichtig dabei: Sich selbst einen festen Zeitplan vorgeben. Morgens zu einer festen Uhrzeit anfangen und sich nur auf diese eine Sache konzentrieren. Das Handy sollte in dieser Zeit möglichst aus bleiben. Allerdings kann gerade ein Smartphone auch bei der Zeiteinteilung helfen. Es gibt spezielle Apps, die an geplante Aufgaben erinnern und das Handy dann zum Beispiel automatisch in den Ruhezustand schalten können.

Manche Menschen brauchen oder wollen keine Spezial-Apps, denen reicht ein Kalender – wie diesem Kölner Studenten:

 "Ich habe tatsächlich im iPhone einen Kalender, wo alles eingetragen wird, vom Studium über privat. Und wenn ich früh genug weiß, dass im Kalender da was steht, dann hab ich die Zeit, das abzuarbeiten. Würde ich das nicht machen, würde es knapp werden."

Ganz wichtig bei all den Listen und Zeiten und Aufgaben: Man sollte zwischendurch genug Pausen einplanen und sich auch erlauben, mal richtig abzuschalten.

"Wir leben in einer Welt, wo die Aufgaben immer komplexer werden und wo wir eigentlich die Aufgaben, die wir erledigen sollen, gar nicht schaffen. Und da empfiehlt es sich einfach, zu versuchen, auch mal locker zu lassen. Also nicht noch den letzten Winkel unseres Lebens versuchen, selbst zu managen, sondern tatsächlich auch mal zu sagen: ‚Nein, an der Stelle brauch‘ ich tatsächlich kein Selbst- oder Zeitmanagement und das kann mir auch keiner aufzwingen.' Also einfach rumsitzen und in die Luft starren."

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