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Zu heiß?

Doha bewirbt sich um die Olympischen Sommerspiele 2020 - trotz hoher Temperaturen

Doha, Hauptstadt des winzigen aber steinreichen Emirats Katar, schickt sich an die Welthauptstadt des Sports zu werden. Ein Event jagt das nächste, Konferenzen, Meisterschaften, Turniere, Trainingslager rund um den einzigartigen Aspire-Sportkomplex. Nach der Fußball-WM 2022 will Katar mit Doha nun auch die Olympischen Spiele. Und wie immer in der Wüste scheiden sich die Geister am Wetter.

Von Jens Weinreich

Blick auf Katars Hauptstadt Doha. (dpa)
Blick auf Katars Hauptstadt Doha. (dpa)

Natürlich ist es in Katar in der Mitte des Jahres viel zu heiß für Hochleistungssport. Deshalb diskutieren die Fußballer noch immer darüber, die WM 2022 in den Winter zu verlegen. Und für die Olympischen Sommerspiele 2020 will Doha in den Oktober ausweichen, außerhalb der so genannten olympischen Periode, die von Mitte Juli bis Ende August reicht und zuletzt im Jahr 2000 in Sydney bis Anfang Oktober erweitert wurde.

Vor vier Jahren, im Wettbewerb um die Sommerspiele 2016, lag Doha in der Vorauswahl nach Punkten deutlich vor dem späteren Olympiagastgeber Rio de Janeiro, wurde aber vom IOC auf schändliche Weise aussortiert. Das IOC behauptete falsch, der von Doha vorgeschlagene Termin Ende Oktober sei zu spät kommuniziert worden. Der internationale Sportkalender könne nicht geändert werden. Die Kataris schimpften, trollten sich schwer beleidigt - und akquirierten zwei Jahre später die Fußball-WM.

An der Grundfrage hat sich seither nichts geändert. Die lautet: Kann das IOC den arabischen Raum auf immer von der Olympiavergabe ausschließen – gleichzeitig aber schamlos von den Petrodollars profitieren? Bisher war das problemlos möglich. Das olympische Sportbusiness kassiert seit Mitte der neunziger Jahre zunehmend die Milliarden aus Katar. Die Unternehmen des Emirats, ob nun die Qatar Foundation oder andere, kaufen was nicht bei drei auf den Bäumen ist, auch den FC Barcelona.

IOC-Präsident Jacques Rogge hat sich auch in dieser Grundsatzfrage zu Katar, Dubai und anderen Interessenten um klare Antworten gedrückt. Die sind nun fällig – spätestens im Mai in Quebec City, wenn das Finalfeld der Olympiabewerbung 2020 festgelegt wird. Die Spiele werden dann im September 2013 auf Rogges Abschiedssession als IOC-Präsident vergeben.

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