Sonntag, 21.01.2018
StartseiteVerbrauchertippKrankheitskosten von der Steuer absetzen15.12.2017

Zuzahlung, Fahrtkosten, MedikamenteKrankheitskosten von der Steuer absetzen

Manche Kosten für die Gesundheit übernimmt die Krankenkasse nicht: Zuzahlungen zu Medikamenten, IGel-Leistungen, Fahrtkosten. Ist man einmal krank, kann das ganz schön ins Geld gehen. Erfreulich, dass man sich mit der Steuererklärung einen Teil wiederholen kann.

Von Klaus Deuse

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Stethoskop, Geldscheine, Überweisung und Medikamente auf einem Tisch in Großaufnahme (imago stock&people)
Geld für die Gesundheit: Manches Zahlung mindert die Steuerlast. (imago stock&people)
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Für ihre Gesundheit hat die 66-jährige Angelika Wiesner in diesem Jahr tief in die eigene Tasche greifen müssen.

"Als Rentnerin musste ich nun 500 Euro zu meiner Brille dazuzahlen. Nun steht mir noch eine Zahnbehandlung ins Haus. Und die wird mich auch einige hundert Euro kosten. Und das kann ich mir einfach als Rentnerin gar nicht mehr leisten."

Was Angelika Wiesner bisher aber nicht wusste: einen Teil dieser Ausgaben kann sie beim Finanzamt geltend machen. Und zwar als außergewöhnliche Belastungen nach Paragraph 33 des Einkommenssteuergesetzes, wie der Bochumer Steuerberater Heiner Adamsen erklärt:

"Dieser Paragraph versucht, außergewöhnliche Lebenssachverhalte zu berücksichtigen."

Krankheitsbedingte Lebensumstände

So auch Lebensumstände, die durch eine Krankheit bedingt mit Kosten verbunden sind, erläutert Steuerberater Adamsen.

"Hierzu zählen eben Mehrzahlungen nicht erstatteter Beträge aus Operationen, ärztlicher Behandlung, IGeL-Leistungen. Das, was man sozusagen als eigenen Krankheitsaufwand tatsächlich trägt. Egal ob gesetzlich oder privat versichert."

Ausgaben für Schönheitsoperationen oder Wellness-Maßnahmen erkennt das Finanzamt jedoch nicht an. Als außergewöhnliche Belastungen gelten zum Beispiel Zuzahlungen zu Medikamenten, Verbandmittel, vom Arzt verordnete Physiotherapien oder die Kosten für die Fahrt zum Arzt.

Hinzu kommen eigene Zuzahlungen für Hilfsmittel wie Brillen, Rollstühle, Einlagen, Hörgeräte, Zahnersatz sowie Prothesen. Um die Zuzahlungen für eine Reha-Maßnahme anzuerkennen, verlangt das Finanzamt außerdem ein amtsärztliches Attest.

Belege für den Nachweis

Alle Ausgaben aus eigener Tasche, betont Steuerberater Adamsen, müssen mit Belegen nachgewiesen werden.

"Es sollten alle krankheitsbedingten Nachweise für Aufwendungen aufbewahrt werden, um da auch die Höhe der Aufwendungen dem Finanzamt glaubhaft zu machen."

Wer über das Jahr alle ärztlichen Rezepte und Quittungen sammelt, kann seine Steuerlast mitunter ordentlich mindern. Bei der Berechnung kommt es dabei auf die zumutbare Belastung für den Steuerzahler an. Zu Grunde gelegt wird die Höhe des Einkommens, der Familienstand und die Zahl der Kinder.

Bei Alleinstehenden werden bei einem Einkommen bis zu 15.340 Euro vier Prozent davon als zumutbar angerechnet. Also Aufwendungen in Höhe bis zu 767 Euro, die man selbst schultern muss. Gerade für Rentner kann es sich lohnen, jeden Beleg zu sammeln.

Zahnspange zur Steuerminderung

"Wir haben hier bei den Rentnern, soweit sie eben in die Besteuerung hineinfallen, schon auch noch Ansatzpunkte, wenn eben außergewöhnlich hohe Krankheitskosten anfallen, da auch zu einer Minderung der Steuerbelastung zu kommen."

Bei Familien mit drei oder mehr Kindern und einem Einkommen über 50.000 Euro beträgt die zumutbare Eigenbelastung zwei Prozent. Da kann sich auch die als medizinisch notwendig attestierte Zahnspange für die Tochter steuermindernd auswirken.

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