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StartseiteMusikszeneFlugblattlieder, Wandervögel, Hip-Hop16.06.2014

100 Jahre Deutsches VolksliedarchivFlugblattlieder, Wandervögel, Hip-Hop

"Alle Vögel sind schon da", "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten" und "Der Mond ist aufgegangen" sind typische klassische Volkslieder; allerdings hat das Deutsche Volksliedarchiv in Freiburg nicht nur solche Stücke im Depot, sondern auch aktuelle Lieder des Volkes.

Von Thomas Daun

Die Noten eines der bekanntesten deutschsprachigen Volkslieder: Das Wandern ist des Müllers Lust. (picture alliance / dpa / Friso Gentsch)
Vom Kunst- zum Volkslied: "Das Wandern ist des Müllers Lust" (picture alliance / dpa / Friso Gentsch)

Gegründet wurde es 1914 vom engagierten Germanisten John Meier in dessen eigenem Wohnhaus in Freiburg. Er strebte eine möglichst umfassende Dokumentation des nationalen Liedschatzes an. Erforscht wurden sowohl historische Quellen als auch das Repertoire der Gegenwart. Meiers Arbeit folgte den wissenschaftlich-philologischen Kriterien der Volkskunde. Zugleich setzte er sich das Ziel, der Öffentlichkeit die wertvollsten Balladen und Lieder vergangener Zeiten wieder zugänglich zu machen. Die Materialsammlung des Archivs ist beeindruckend und reicht von handschriftlichen Gesangsbüchern und Flugblättern des späten Mittelalters über die Liedsammlungen der Romantik und des 19. Jahrhunderts bis hin zur Musik des Wandervogels.

Im Laufe der 100 Jahre seit 1914 kamen immer neue thematische Schwerpunkte hinzu: So gibt es eine umfassende Sammlung von Soldatenliedern des Ersten Weltkrieges und eine Dokumentation der Arbeitermusikkultur der Weimarer Zeit. In den 70er-Jahren wurde das Institut zur Pilgerstätte der Deutsch-Folk-Bewegung. In neuerer Zeit richtet sich die Aufmerksamkeit der Freiburger Forscher vermehrt auf Trends der Unterhaltungsmusik und Pop-Kultur. Ehemalige und heutige Mitarbeiter erzählen aus der Geschichte des Archivs; historische Feldforschungsaufnahmen, Schlager der 30er-Jahre, Songs der Liedermacher, Popmusik und Karaoke unserer Tage spiegeln nicht nur die musikalische, sondern vor allem die gesellschaftliche Geschichte unseres Landes wider.

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