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StartseiteSternzeitOlbers, seine Gesellschaft und drei Planeten16.03.2021

100 Jahre Olbers-GesellschaftOlbers, seine Gesellschaft und drei Planeten

Heute vor hundert Jahren beobachtete eine Gruppe von Astronomie-Interessierten erst die Sichel der strahlend hellen Venus und wandte sich dann den Planeten Jupiter und Saturn zu, die Seite an Seite im Löwen standen.

Von Dirk Lorenzen

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Instrumente in der Kuppel der Walter-Stein-Sternwarte der Olbers-Gesellschaft (Olbers-Gesellschaft/Jens Krampe)
Heute verfügt die Olbers-Gesellschaft über exzellente Instrumente in der Kuppel ihrer Walter-Stein-Sternwarte (Olbers-Gesellschaft/Jens Krampe)

So in etwa könnte sich der erste Beobachtungsabend der neu gegründeten Olbers-Gesellschaft in Bremen abgespielt haben. Fest steht nur, dass am 16. März 1921 an den Himmel geblickt wurde – was genau auf dem Programm stand, ist unbekannt.

Anderthalb Jahre zuvor hatten sich Sternfreunde zur Beobachtung des Kometen Metcalf zusammengefunden. Dabei nutzten sie zwei Fernrohre des berühmten Bremer Astronomen Heinrich Wilhelm Olbers, der 1840 gestorben war.

Dieses Treffen war der Anstoß zur Gründung der Olbers-Gesellschaft. Laut Satzung will sie "eine eigene Sternwarte errichten, um die Wissenschaft der Sterne weiteren Bevölkerungskreisen durch öffentliche Vorträge unter Benutzung von Fernrohren zugänglich zu machen."

Das Sternbild Löew mit Jupiter und Saturn (Stellarium)Vor genau 100 Jahren leuchteten Jupiter und Saturn prachtvoll im Löwen (Stellarium)

Die Bremische Kaufmannschaft spendete beträchtliche Summen für den Ankauf von Teleskopen. Doch die Inflationszeit und später der Krieg ließen alle Pläne für den Bau einer Sternwarte scheitern.

Erst in den 1950er-Jahren bekam die Olbers-Gesellschaft* eine Sternwarte in der damaligen Seefahrtsschule.

Ihrem ursprünglichen Ziel sind die Himmelsfans in Bremen treu geblieben: Sie geben ihre Begeisterung für das Universum mit Vorträgen und öffentlichen Beobachtungen an ein breites Publikum weiter – und das seit genau einhundert Jahren.

* Im obigen Beitrag wurde ein Absatz wegen einer sprachlichen Ungenauigkeit korrigiert.

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