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StartseiteSternzeitAlexander Gerst sendet Glückwünsche von der ISS01.10.2018

25 Jahre SternzeitAlexander Gerst sendet Glückwünsche von der ISS

Alexander Gerst gratuliert zum Sternzeit-Jubiläum. In seinem Gastbeitrag erläutert der ISS-Kommandant die Pläne für die "Lunar Gateway", der Raumstation im Mondorbit, die in naher Zukunft unter anderem den Weg für Mars-Expeditionen freimachen soll.

Ein Gastbeitrag von Alexander Gerst

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Alexander Gerst ist auf einem Monitor bei der ESA zu sehen. Der deutsche Astronaut beantwortete im Juni 2018 per Videostream Fragen von Journalisten aus der Raumstation ISS heraus. (dpa / Oliver Berg)
Gastbeitrag aus dem All: ISS-Kommandant Alexander Gerst (dpa / Oliver Berg)
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"Sternzeit", 1. Oktober 2018 von der Erde zur ISS, zum Mond. Mein Name ist Alexander Gerst. Ich lebe und arbeite seit Anfang Juni 2018 hier auf der Internationalen Raumstation ISS im Namen der europäischen Horizons-Mission. In zwei Tagen werde ich das Kommando über die komplexeste und wertvollste Maschine übertragen bekommen, die die Menschheit jemals gebaut hat, um die ISS-Expedition 57 zu leiten. Ich empfinde das natürlich als große Ehre, aber vielmehr ist es ein Zeichen dafür, dass die europäische Raumfahrt auf Augenhöhe bei den internationalen Partnern angekommen ist.

Hier im europäischen Kolumbuslabor und in seinen drei Geschwisterlaboren aus den USA, Japan und Russland forschen wir von der Europäischen Weltraumagentur ESA gemeinsam mit unseren internationalen Partnern an Dingen, die das tägliche Leben auf der Erde verbessern werden. Hierzu gehören Versuche verschiedenster Disziplinen von Medizin, über Robotik bis hin zu Biochemie und Materialforschung. Die internationale Raumstation wird ihrem Namen gerecht: Über 100 Nationen haben bereits erfolgreich Experimente auf die ISS durchgeführt. Zusätzlich zur Forschung für die Erde führen wir hier oben auch Experimente zur zukünftigen Exploration des Weltraums durch.

Lunar Gateway - Raumstation im Mondorbit

Auf der ISS entwickeln wir Technologien, um in Zukunft über unsere Horizonte hinauszuwachsen und weitere Schritte hinaus ins All zum Mond und zum Mars vorzubereiten. Hierbei wird in naher Zukunft auch der Lunar Gateway eine Rolle spielen. Die Planung dieser Raumstation im Mondorbit ist in vollem Gange, und ihre Konstruktion soll in den 20er-Jahren beginnen. Sie wird als Basis für astronautische und robotische Missionen dienen und könnte sogar den Weg zum Mars freimachen.

Wie im Rahmen der ISS, ist hierbei auch friedliche internationale Kooperation der Schlüssel, denn wir erreichen so Dinge, die eine einzelne Nation niemals erreichen könnte. Bei der Konstruktion des Gateways sind bisher Raumfahrtagenturen aus den USA, Russland, Europa, Japan und Kanada beteiligt, und auch weitere Nationen haben schon Interesse bekundet. Die Tür zur Kooperation steht offen. Zur gleichen Zeit ist es wichtig, dass wir als Europäer die Forschung im niedrigen Erdorbit hier auf der ISS weiter fortsetzen - im Namen aller Menschen auf unserem Planeten, als Verantwortung gegenüber den zukünftigen Generationen, für das Wissen von Morgen. Der "Sternzeit" wünsche ich alles Gute zum 25-jährigen Jubiläum!

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews, Diskussionen oder Gastbeiträgen nicht zu eigen.
 
 

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