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StartseiteAtelier neuer MusikReturn from Exile03.10.2020

30 Jahre Deutsche EinheitReturn from Exile

Oktober 1990: Die staatliche Teilung ist überwunden, Deutschland ist wieder geeint. Zuende geht damit auch das Ignorieren der jüdischen Opfer der NS-Diktatur. Auf einmal eröffnet sich Raum – für die Rückkehr Überlebender, für Begegnungen, für einen neuen Anfang. Es wird miteinander gesprochen.

Von Georg Beck

Die zwiebelförmige Kuppel der Jüdischen Synagoge in der Oranienburger Straße überragt die anderen Berliner Gebäude. (dpa/ Soeren Stache)
Blick auf die Synagoge Oranienburger Straße in Berlin (dpa/ Soeren Stache)

Aus westdeutscher Sicht bedeutete das Projekt "deutsche Einheit" nicht nur den Umbau der neuen ostdeutschen Länder. Es verlangte der wiedervereinten Nation gleichfalls ab, ihr Verhältnis zu den Opfern der NS-Diktatur auf eine neue Basis zu stellen. Die Abkehr von der bisherigen Praxis der Verdrängung und die Anerkennung der Verbrechen ermöglichte den Opfern zurückzukehren.

Die osteuropäischen Juden kamen zuerst, sie bereicherten die hiesigen jüdischen Gemeinden. Es kamen exilierte Künstlerinnen und Künstler. Wer nicht kommen konnte oder wollte, weil er bzw. sie anderswo Wurzeln geschlagen hatten, war aber offen für diejenigen, die auf sie zukamen.

Vom Werden eines neuen Miteinander

Autor Georg Beck berichtet von seinem Zusammentreffen mit jüdischen Komponisten, Musikern: mit Josef Tal, Jeffrey Burns, Ursula Mamlok, Ruth Schonthal, Simha Arom und anderen. Im Vordergrund steht nicht der "Fortschritt des musikalischen Materials", vielmehr das Fortschreiten eines neuen Miteinanders unter Musikern und Zeitzeugen. Beck berichtet von Stimmungen, Mentalitäten, Befindlichkeiten, von alten Wunden und vom Wunder einer neuen Offenheit. Ein Blick in eine Epoche voller Dynamik, in der die Erinnerung anfing, sich neu zu organisieren.

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