Die Nachrichten

Die Nachrichten

Die Nachrichten

30 Jahre Erstürmung der Stasi-ZentraleSteinmeier würdigt Aktenöffnung als demokratischen Akt

Nach der erzwungenen Öffnung einer Zufahrt zur Stasi-Zentrale (Ministerium für Staatssicherheit der DDR, MfS) in der Ruschestraße in Ostberlin am 15.01.1990 sind Demonstranten damit beschäftigt, symbolisch den Eingang mit Ziegelsteinen zuzumauern. Aus einer Protestdemonstration heraus hatte sich an diesem Tag eine Besetzung des Hauptgebäudes entwickelt, einzelne Räume des einst scharf bewachten Gebäudekomplexes von Stasi-Chef Mielke wurden später verwüstet. In den Wochen danach nahm hier ein Bürgerkomitee zur Auflösung des MfS seine Arbeit auf. (picture alliance / Peter Zimmermann)
Heute vor 30 Jahren wurde die Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg gestürmt. (picture alliance / Peter Zimmermann)

In Berlin wird an die Erstürmung der Stasi-Zentrale vor 30 Jahren erinnert. Bundespräsident Steinmeier würdigte die Öffnung der Stasi-Akten nach dem Mauerfall als zutiefst demokratischen Akt.

Bei einem Besuch im Archiv der Stasi-Unterlagenbehörde in Berlin sagte Steinmeier, die Offenlegung sei zwar schmerzhaft gewesen, weil sie zutage gefördert habe, wie das SED-Regime Freundschaften vergiftet und Familien zerstört habe. Doch zugleich werde dieses Wissen gebraucht, um wachsam und wehrhaft für die Demokratie zu sein. Dies müsse man an die nächsten Generationen weitergeben.

Die Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg wurde am 15. Januar 1990 gestürmt. Bürgerrechtler verhinderten dadurch die weitere Vernichtung von Stasi-Akten.

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Jahn, sieht das als Ereignis von Weltrang. Der frühere Bürgerrechtler war damals in Berlin-Lichtenberg als Journalist zugegen. Er sagte der "Nordwest-Zeitung" aus Oldenburg, zum ersten Mal überhaupt hätten Bürgerinnen und Bürger die Dienststellen einer Geheimpolizei besetzt, die Akten gesichert und später der Gesellschaft zugänglich gemacht. Das sei zum Vorbild geworden. Wörtlich sagte Jahn: "Wir haben hier weltweit ein Zeichen gesetzt".