Sonntag, 04. Dezember 2022

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30 Jahre Kammerensemble Neue Musik Berlin
Der Ferne nah sein

Manchmal gäbe es auch lebhaften Streit, gesteht Flötistin Rebecca Lenton. Denn die Mitglieder des Ensembles KNM kommen aus den unterschiedlichsten musikalischen Ecken und hätten verschiedene Interessen. Aber genau das ergibt jene unverwechselbare Dynamik, die ihr Musikmachen so lebendig hält.

Von Leonie Reineke | 05.08.2017

    Das Schwarzweiß-Foto zeigt eine Gruppe von Musikern mit Instrumenten und unkonventionellen Geräten
    Das Kammerensemble Neue Musik Berlin heute (Anja Weber)
    Auslandsreisen und Projekte mit Musikern anderer Kontinente sind bei ihnen an der Tagesordnung. Doch anstatt fremde Orte mit hiesigen Konzertprogrammen zu beliefern, bevorzugt das 1988 gegründete "Kammerensemble Neue Musik Berlin" das Wechselseitige im Austausch. Im Projekt "Memory Space" etwa haben die Musiker Spielarten indischer Musik gelernt, in der Serie "Pol(s)ka" spielten sie längere Zeit polnische Komponisten.
    Doch nicht nur im Ausland steht KNM für interkulturelle Arbeitskontakte. In ihrer vierteiligen Reihe "Die Welt nach Tiepolo" stellen die Instrumentalisten musikalisch vier Kontinente der Erde vor. Durch Formate solcher Art versucht das Ensemble, in der unübersichtlichen Kulturlandschaft Berlins Kontinuitäten, Orientierungslinien und vertraute Orte für das Publikum zu entwerfen.