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StartseiteEssay und DiskursMechanismen der Verdrängung09.02.2020, 09:30 Uhr

30 Jahre Kulturtransfer West-OstMechanismen der Verdrängung

Im Umgang mit der ostdeutschen Kunst aus der Zeit vor und nach 1989 spiegeln sich die inneren Widersprüche der deutschen Wiedervereinigung. Denn nach dem Beitritt der DDR begann ein beispielsloser Kulturtranfer - mit dem Ziel, die westliche Demokratie näher zu bringen.

Von Carsten Probst

Das Bild "Seltsamer Zwischenfall" des Künstlers Wolfgang Mattheuer ist in der Ausstellung "Utopie und Untergang. Kunst in der DDR" hinter seiner Bronzefigur "Gesichtzeigen" zu sehen. (picture alliance/Rolf Vennenbernd/dpa)
Im Herbst 2019 wurde die Ausstellung "Utopie und Untergang - Kunst in der DDR" im Museum Kunstpalast in Düsseldorf eröffnet (picture alliance/Rolf Vennenbernd/dpa)

Nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik sollte den Ostdeutschen die westliche Demokratie nahegebracht werden. Es begann ein bis dahin beispielloser Kulturtransfer: Museen und andere Kulturinstitutionen von Rostock bis Zwickau wurden renoviert oder neu gebaut, personell und programmatisch neu ausgerichtet. Nicht alle Bemühungen fanden begeisterte Aufnahme, im Gegenteil - zeitweilig kursierte sogar das böse Wort von der kulturellen Kolonisierung Ostdeutschlands.

In seinem Essay untersucht Carsten Probst, wie sich im Umgang mit der ostdeutschen Kunst vor und nach 1989 grundlegende Missverständnisse der Wiedervereinigung spiegeln und wie sie sich vermeiden ließen.

Carsten Probst lebt als Schriftsteller, Kunsttheoretiker und Journalist in Berlin. Neben dem Roman "Träumer", für den er 2001 den Anna Seghers-Preis erhielt, veröffentlichte er Erzählungen, Essays, kunsttheoretische und wissenschaftliche Schriften sowie zahlreiche Rundfunkfeatures und Hörstücke. Für den Deutschlandfunk verfolgt er seit Langem die Entwicklung der Gegenwartskunst, nicht zuletzt in Ostdeutschland. 2010 gab er die erste Monografie über den ostdeutschen abstrakten Maler Hans Brosch heraus.

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