Musikjournal 11.11.2019

30 Jahre Mauerfall"Keine weitere Gefährdung von Orchestern in Deutschland"Gerald Mertens im Gespräch mit Christoph Vratz

Beitrag hören Cello-Spieler in einem Orchester (dpa/picture alliance/imageBROKER/Norbert Michalke)Bei Orchestern seien inzwischen die Gehaltsunterschiede zwischen Ost und West weitestgehend abgebaut, so Gerald Mertens von der Deutschen Orchestervereinigung (dpa/picture alliance/imageBROKER/Norbert Michalke)

In der Orchesterlandschaft Deutschland habe es mit der Wiedervereinigung einen "tiefgreifenden Strukturwandel" gegeben, sagte Gerald Mertens von der Deutschen Orchestervereinigung im Dlf. Die Anzahl der Orchester sei in dieser Zeit von 168 auf 129 gesunken. Einen weiteren Rückgang schließt er aber aus.

Nach der Wiedervereinigung seien viele Orchester fusioniert oder aufgelöst worden - vor allem in den östlichen Bundesländern, erklärte der Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung Mertens. Hier hätten etwa 37 Prozent der Musiker ihren Arbeitsplatz verloren, in den alten Bundesländern sieben Prozent: "Das heißt: 30 Jahre einer sehr harten Konsolidierung." Die Gründe dafür lägen im Zusammenbrechen der öffentlichen Strukturen der DDR mit der Wende, so Mertens. 

Inzwischen seien die Gehaltsunterschiede zwischen Ost und West bei den Orchestern weitgehend abgebaut. Zudem sieht der Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung, trotz einzelner Standort-Diskussionen und der Debatte über die Haushaltsabgabe der Öffentlich-Rechtlichen, derzeit "keine weitere Gefährdung von Orchestern in Deutschland".

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