Flüchtlingsboot gekentert31 Migrantinnen und Migranten ertrinken im Ärmelkanal - Macron: Kanal darf kein Friedhof werden

Im Ärmelkanal sind beim Kentern eines Flüchtlingsbootes auf dem Weg nach Großbritannien 31 Menschen ums Leben gekommen. Darunter befanden sich fünf Frauen und ein kleines Mädchen, teilte Frankreichs Innenminister Darmanin am Abend in Calais mit.

24.11.2021

Großbritannien, Dover: Eine Gruppe von mutmaßlichen Migranten überquert den Ärmelkanal in einem kleinen Boot in Richtung Dover. (Archivbild)
31 Menschen sind heute im Ärmelkanal ertrunken (Archivbild). (Gareth Fuller/PA Wire/dpa)
Zwei weitere Menschen, die auf dem Boot waren, konnten gerettet werden. Vier Schleuser, die möglicherweise die gescheiterte Überfahrt organisiert hätten, seien festgenommen worden. Das Unglück ereignete sich vor der Küste westlich von Calais. Premierminister Castex sprach von einer "Tragödie". Präsident Macron forderte eine Krisensitzung auf europäischer Ebene. Er werde nicht zulassen, dass der Ärmelkanal sich in einen Friedhof verwandele und Schleuser Menschenleben in Gefahr brächten. Die Mittel der EU-Grenzschutzagentur Frontex müssten unverzüglich erhöht werden, forderte Macron.
In London berief der britische Premierminister Johnson eine Krisensitzung seines Kabinetts ein. Er zeigte sich schockiert und bestürzt über den Tod der Migranten.
Nach offiziellen Angaben ist die Zahl der versuchten Überfahrten von Frankreich nach Großbritannien seit Beginn des Jahres auf 31.500 gestiegen.
Diese Nachricht wurde am 24.11.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.