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Startseite@mediasresFür die BBC geht es ans Eingemachte30.01.2020

450 Stellen gestrichenFür die BBC geht es ans Eingemachte

Die BBC hat angekündigt, 450 Stellen in der Nachrichtenredaktion zu streichen. Die britische öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt begründet dies mit Spar- und Modernisierungsmaßnahmen. Daran habe die konservative Regierung einen erheblichen Anteil, meint Korrespondent Friedbert Meurer.

Friedbert Meurer im Gespräch mit Sebastian Wellendorf

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Fußgänger vor dem Hauptgebäude der BBC in London (picture alliance /dpa /EPA /Facundo Arrizabalaga)
Der britische Rundfunksender BBC will 450 Stellen in seiner Nachrichtenredaktion streichen (picture alliance /dpa /EPA /Facundo Arrizabalaga)
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Im Rahmen eines Spar- und Modernisierungsprogramms will die BBC rund 80 Millionen Pfund sparen. Derzeit beschäftigt die davon betroffene Nachrichtensparte der britische öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt weltweit 6.000 Mitarbeiter, 450 sollen wegfallen.

Die Maßnahmen würden beliebte Fernsehsendungen treffen, sagte Großbritannien-Korrespondent Friedbert Meurer im Dlf. Unter anderem solle bei der TV-Morgensendung "Victoria Derbyshire" und der legendären politischen Fernsehshow "Newsnight" gespart werden, daneben treffe es auch das Radioprogramm, beispielsweise den Auslandsrundfunk "BBC World". 

Die unter 35-Jährigen erreichen

Die BBC begründe den Schritt einerseits mit dem Spardruck, unter dem die Rundfunkanstalt stehe. Andererseits wolle man das Programm modernisieren und jüngere Menschen erreichen. 

Direktorin Fran Unsworth sagte, man gebe zu viel Geld für das traditionelle lineare Programm aus und zu wenig für die digitale Ausstrahlung. Dafür soll unter anderem die Arbeit in der Nachrichtenredaktion künftig neu organisiert werden. 

Tony Hall vor einem BBC-Schriftzug (imago / Pool) (imago / Pool)Angekündigter Chef-Rücktritt - "Es wird nicht leichter für die BBC" 
Nach dem angekündigten Rücktritt von Generaldirektor Tony Hall brauche die BBC eine starke Führung, sagte die Medienwissenschaftlerin Annika Sehl im Dlf. Auch in Großbritannien sei der öffentlich-rechtliche Rundfunk Ziel populistischer Angriffe. Entscheidend sei deshalb Rückhalt in Politik und Bevölkerung.

Die BBC wolle zukünftig weniger von einzelnen Sendungen her denken sondern mehr von den Storys, also Themen, die crossmedial umgesetzt werden können, so Meurer.

Die Sparmaßnahmen haben nach Einschätzung unseres Korrespondenten weniger mit dem Brexit zu tun als mit den seit neun Jahren regierenden Konservativen. Beispielsweise hatte konservative Premierminister Boris Johnson Wahlkampf damit gemacht, die Rundfunkgebühren abzuschaffen.

Dossier Brexit (Deutschlandradio / imago / Jürgen Schwarz) (Deutschlandradio / imago / Jürgen Schwarz)

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