Samstag, 24. September 2022

Studie
63 Prozent der Vereinssportler haben psychische Gewalt erlebt

Sechs von zehn Aktive im deutschen Breitensport mussten bereits psychische Gewalt in ihren Vereinen erleben. Zu diesem Ergebnis kommt eine bundesweite Studie, die der Landessportbund Nordrhein-Westfalen in Duisburg vorstellte. Zu psychischer Gewalt werden dabei Erniedrigungen, Bedrohungen oder Beschimpfungen innerhalb des Sportvereins gezählt.

23.09.2022

    Ein Trainer und eine Spielerin beim Fußballtraining
    In einer Studie berichten viele Vereinssportler von psychischer Gewalt. (afp / Patrik Stollarz)
    Studienleiter Marc Allroggen sagte, angesichts der Befunde werde sich kein Verein darauf berufen können, dass es sich um Einzelfälle handle und nur wenige Vereine betroffen sein. Dass junge Menschen im Alter bis 30 Jahren deutlich häufiger von Gewalterfahrungen berichteten, verdeutliche, dass es sich nicht um "vergangene Fälle" handle. Ebenso seien deutlich häufiger Frauen als Männer sowie mehr Menschen im Leistungssport als im Amateurbereich betroffen. Ein Fünftel der Befragten sei bereits mindestens einmal von sexualisierter Gewalt betroffen gewesen, hieß es.
    Die Experten forderten mehr Engagement seitens der Sportvereine. Trotz negativer Erfahrungen im Sportverein bewerteten rund 90 Prozent der Befragten den Vereinssport generell als positive Erfahrung. An der Studie nahmen bundesweit über 4.300 Vereinsmitglieder und rund 300 Sportverbände teil.
    Diese Nachricht wurde am 23.09.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.