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Startseite7. Sportkonferenz im Deutschlandfunk"Spüre Provinzialität bei Handball, Basketball und Eishockey"09.11.2017

7. Sportkonferenz im Deutschlandfunk"Spüre Provinzialität bei Handball, Basketball und Eishockey"

Dass der Fußball andere Sportarten erdrücke, sei ein speziell deutsches Problem, erklärt der Blogger Kai Pahl. Keine weitere Sportart habe es hierzulande in den Fokus geschafft. Im Handball, Basketball und Eishockey werde kein Interesse für die gesamte Liga erzeugt.

Kai Pahl im Gespräch mit Klaas Reese

Kai Pahl hält eine Liste aus mehreren DIN-A4-Seiten hoch (Deutschlandradio / Jessica Sturmberg)
Der Blogger Kai Pahl präsentiert eine Liste aller Sportübertragungen des vergangenenen Samstags (Deutschlandradio / Jessica Sturmberg)
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7. Sportkonferenz im Deutschlandfunk Das Programm

Kai Pahl schreibt in seinem Blog allesaussersport über Sport in den Medien. Bereits seit 2004, er kann also die Entwicklungen der letzten Jahre nachvollziehen. Eine Verschärfung des Grundproblems, dass Fußball im Fernsehen andere Sportarten überschatte, lasse sich anhand von Zahlen nicht belegen.

In den Liveübertragungen habe der Fußball sogar gegenüber den anderen Sportarten etwas verloren. Die Anzahl aller Sportübertragungen sei deutlich größer geworden. Aber vor zehn Jahren sei ein Drittel der Übertragungen an einem Samstag von Fußballspielen gewesen, heute nur noch ein gutes Viertel. Die Sportarten müssten sich aber nicht nur innerhalb des Sports, sondern gegen diverse andere Medienangebote behaupten, erklärt Pahl.

Die 7. Sportkonferenz zum Nachhören

Alle Beiträge zur Sportkonferenz finden Sie als Audios hier:
Die Podiumsdiskussion mit Rainer Koch, Thomas Röhler, Mark Schober, Axel Balkausky und Robert Zitzmann
Das Gespräch mit dem Digitalexperten Kai Pahl
Die Gespräche mit Sebastian Dietz, Mieke Kröger und Jaromir Zachrich
Das Impulsreferat von Moritz Küpper
Die Sportkonferenz als vollständiges Audio

Deutschland hat keine zweite Sportart aufgebaut

Ist es in Deutschland verschlafen worden, eine zweite große Sportart aufzubauen? "Ich würde sagen: Ja!", meint Pahl. In Großbritannien und Frankreich etwa, habe es mehrere Pay-TV-Anbieter gegeben, die sich auch damit ausstechen wollten, dass sie andere Sportarten stärkten. So wurde Rugby deutlich stärker.

DLF-Sportredakteur Klaas Reese (links) im Gespräch mit Kai Pahl von allesaussersport.de (Deutschlandradio / Jessica Sturmberg)DLF-Sportredakteur Klaas Reese (links) im Gespräch mit Kai Pahl von allesaussersport.de (Deutschlandradio / Jessica Sturmberg)

In Großbritannien hat zudem eine Regel den anderen Sportarten geholfen, die ursprünglich als Unterstützung des Amateurfußballs gedacht war: Samstags dürfen von 14:45 bis 17:15 Uhr keine Live-Fußballspiele im Fernsehen gezeigt werden. Um die Sportfans, die in dieser Zeit nicht zum örtlichen Verein tingelten, buhlten die Fernsehsender mit der Übertragung anderer Sportarten und verhalfen diesen so zu mehr Popularität.

Defizit bei anderen Mannschaftssportarten

In den Ligen der anderen großen Mannschaftssportarten in Deutschland sieht Pahl ein Defizit in der Berichterstattung. "Es wird sich vor allem für das Team interessiert, das in der eigenen Stadt verankert ist. Aber kein Berliner interessiert sich für ein Handball-Bundesligaspiel Göppingen gegen Hüttenberg."

"Ich vermisse es, dass im Rahmen der Übertragungen die komplette Liga abgebildet wird", sagt Pahl. "Da herrscht ein Scheuklappendenken, dass sich nur auf ein Spiel konzentriert wird, und zu wenig versucht, die komplette Liga abzuholen." Er fordert Hinweise auf andere Spiele und Ereignisse in der Liga - vor, während und nach der Übertragung eines Spieles.

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