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StartseiteAuf den PunktHirn aus dem Labor – die neuen Möglichkeiten der Organzucht28.09.2018

71. ZEIT-Forum WissenschaftHirn aus dem Labor – die neuen Möglichkeiten der Organzucht

Darm und Nieren, Leber und Lunge: Was tun, wenn lebenswichtige Organe nicht mehr richtig arbeiten oder versagen? Künstlich gezüchtete Organe aus dem Labor könnten die Lösung sein und auch Patienten Hoffnung geben. Allerdings sind noch einige Fragen ungeklärt. Aber künstliche Organe bieten auch noch andere Möglichkeiten.

Die Abbildung zeigt einen Querschnitt von Mund- und Rachenraum mit Luft- und Speiseröhre. (picture alliance / dpa / Wissen Media Verlag)
leber, Speiseröhre und Darm aus dem Labor? künstliche Organe könnten vielen Schwerkranken Hoffnung geben. (picture alliance / dpa / Wissen Media Verlag)
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Seit wenigen Jahren können Forscher kleine menschliche Organe aus Stammzellen züchten. Diese Organoide genannten Miniaturmodelle hat als einer der Pioniere der Stammzellforscher Jürgen Knoblich entwickelt. Mit seinen Kollegen in Wien hat er nun in einem Hirnorganoid einen tödlichen Krebs entstehen lassen. Damit kann die Wirkung neuer Medikamente getestet werden, um Patienten und Patientinnen mit einem derartigen Hirntumor womöglich retten zu können.

Hoffnung für Patienten

Auch Patienten auf der Warteliste für ein Spenderorgan, bei denen nur eine Transplantation das Leben retten kann, hoffen auf Ersatz durch Organoide. Gelänge es, aus ihnen transplantierbare Organe zu züchten, wären alle Probleme der Transplantationsmedizin beseitigt: Ihre Herstellung wäre ethisch unproblematisch, sie könnten nach Bedarf produziert werden und eine Abstoßung bliebe aus.

Organe aus dem Labor

Inzwischen wachsen nahezu alle menschlichen Organe als Organoide in den Laboren. Allerdings stehen die Organzüchter noch ziemlich am Anfang. Bisher sind es häufig einfache Gewebe, die gezüchtet werden. Kann man diese künftig mit Blutgefäßen oder Nervenfasern ausstatten und gibt es generelle Risiken im Umgang mit den artifiziellen Organen? Vor allem: In welchem Zeitrahmen werden sich die Forschungserkenntnisse für die Patienten hilfreich einsetzen lassen?

Diesen Fragen widmen sich namhafte Podiumsgäste beim 71. ZEIT-FORUM WISSENSCHAFT der Wochenzeitung "DIE ZEIT", der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius sowie des Deutschlandfunks und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften:

Auf dem Podium:

  • Doktor Julia Ladewig, Leiterin der Arbeitsgruppe "Entwicklungsassoziierte Erkrankungen des Gehirns" am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim
  • Doktor Thomas Breidenbach, Geschäftsführender Arzt der Region Bayern bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation
  • Doktor Jürgen Knoblich, Direktor des Instituts für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien

Gesprächsleitung:

  • Ulrich Blumenthal, Redakteur "Forschung aktuell", Deutschlandfunk
  • Andreas Sentker, Leiter Ressort Wissen, "DIE ZEIT"

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