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StartseiteVerbrauchertippWie sich unbemerkte Lastschriften verhindern lassen15.02.2019

Abbuchungen vom KontoWie sich unbemerkte Lastschriften verhindern lassen

Vielen fallen kleine Abbuchungen vom Konto gar nicht auf: Mal wird Geld eingezogen, obwohl der dazugehörige Vertrag bereits ausgelaufen ist. Mal schlägt eventuell eine versteckte Abo-Falle zu. Darum sollte man seine Kontoauszüge regelmäßig durchschauen - und sich wenn nötig wehren.

Von Detlev Karg

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Eine junge Frau prüft ihre Kontoauszüge, während sie vor ihrem Laptop sitzt. (dpa / picture alliance / Hans Wiedl)
Kontoauszüge regelmäßig durchschauen - um sich vor unbemerkten Abbuchungen zu schützen (dpa / picture alliance / Hans Wiedl)
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"Ich habe ein Studentenabo bei Spotify und ab und zu vergesse ich den Studentenstatus zu bestätigen und somit muss ich mehr pro Monat zahlen, was mir erst auf den Kontoauszügen klar wird."

So wie der Kieler Studentin Sophie Büttner geht es vielen, die für eine bestimmte Leistung einen Rabatt erhalten, etwa als Studenten. Immer wieder werden Nachweise angefordert und falls man sie vergisst, steigen die Zahlungen. Nicht schön, aber verschmerzbar und leicht zu korrigieren. Doch manchmal sorgt der zu seltene Blick auf den Kontoauszug für ein böses Erwachen. Dann kann Expertenrat helfen, wie etwa der von Michael Herte. Er ist Referent für Finanzdienstleistungen der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein in Kiel: 

Mit den Verbrauchern schauen wir uns dann deren Kontoauszüge durch, und erleben die eine oder andere Überraschung: Vor einiger Zeit war eine Dame aus Heide bei uns, die hat tatsächlich über zwei Jahre insgesamt 1000 Euro für einenTelefonvertrag bezahlt, der gar nicht mehr bestand. Sie hatte den Vertrag ganz ordnungsgemäß gekündigt. Dennoch wurden die Gebühren Monat für Monat eingezogen. 

Ein klarer Fall: Die Verbraucherzentrale konnte helfen und das Geld floss zurück. Ohne diese Prüfung würde die Ex-Kundin aus Heide wohl heute noch zahlen. Michael Herte rät deshalb: 

"Ganz wichtig ist es, die Kontoauszüge regelmäßig durchzusehen, wenn man viel per Lastschrift zahlt oder viele Verträge im Internet abschließt und auch online über das Lastschriftverfahren Gelder bezahlt."

Lastschriften widersprechen - aber richtig

Alle Lastschriften lassen sich binnen acht Wochen zurückholen, ohne Kosten, ohne Begründung. Ein Mausklick am PC oder ein Gang zur Bank reicht aus. Aber Vorsicht: nicht jede Lastschrift, die verdächtig scheint, ist unrechtmäßig, wie Sophie Büttner lernen musste:

"Ich bin dann in’s Homebanking gegangen und habe das Geld zurückgefordert und die Lastschrift ungültig gemacht. Auf der anderen Seite kam dann eine Mahnung vom Rechtsanwalt, dass die Überweisung gültig gewesen sei."

Der Grund war für die 24-jährige dann so simpel wie überraschend: 

"Der Laden, bei dem ich mal etwas gekauft hatte, und zwar mit Karte und Unterschrift, der hat einen externen Dienstleister für seine Lastschriften, und das stand tatsächlich auch auf der Quittung drauf."

Darum sollte man genau prüfen, welcher Lastschrift man widerspricht. Zwar kommt nicht immer Anwaltspost ins Haus, Unternehmen berechnen aber für eine zweite rechtmäßige Lastschrift den Verbrauchern oft Gebühren, wenn diese sich bei einem Widerspruch geirrt haben. Anders, so Verbraucherschützer Herte, sieht es bei Lastschriften ohne Genehmigung aus – etwa wenn Kontodaten gestohlen wurden: 

"Für den Fall, dass ich Opfer eines Betruges geworden bin, dann habe ich sogar die Möglichkeit, weit über diese acht Wochen hinaus der Abbuchung zu widersprechen. Dann kann ich binnen 13 Monaten das Geld zurückholen."

Kontoauszüge regelmäßig durchschauen

Sophie Büttner jedenfalls hat ihre Lehren gezogen und behält ihr Konto nun stets im Blick: 

"Ich kann also nur empfehlen, die Kontoauszüge regelmäßig durchzuschauen und zu kontrollieren, ob da auch alles passt, aber auch gleichzeitig nicht voreilig Lastschriften zu widerrufen."

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