Freitag, 05.06.2020
 
Seit 20:05 Uhr Das Feature
StartseiteVerbrauchertippDas müssen Nutzerinnen und Nutzer jetzt beachten09.03.2020

Abschaltung des 3G-NetzesDas müssen Nutzerinnen und Nutzer jetzt beachten

Einige Anbieter schalten zum Ende dieses Jahres ihre 3G-Netze ab. Nutzer alter oder sehr simpler Smartphones können ihre Geräte dann teilweise nicht mehr verwenden. Eventuell ist auch ein neuer Vertrag nötig. Bei dem sollte man dann vor allem auf das Datenvolumen schauen, raten Verbraucherschützer.

Von Dieter Nürnberger

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Ein Samsung Galaxy S2 wird auf einer Messe gezeigt. (imago / Chen Haitong)
Das Samsung Galaxy S2 gehört zu den Modellen, die das 4G-Netz nicht nutzen können (imago / Chen Haitong)
Mehr zum Thema

Warum Smartphone-Zombies nerven Kriegt ihr eigentlich noch was mit?

Sarah Diefenbach vs. Volker Busch Digital Detox – ist Smartphone-Fasten sinnvoll?

Der Tag Smartphone = Kinderarbeit

Rund 20 Jahre wurde 3G als mobiler Datenübertragungsstandard genutzt. Doch nun haben beispielsweise die Anbieter Telekom, Télefonica und Vodafone die Abschaltung für den Jahreswechsel 2021 angekündigt. Für die meisten Handy- oder Smartphone-Nutzer ist dies kein Problem, denn mit 4G, auch LTE genannt, ist das Nachfolgenetz längst in Betrieb. Das gilt allerdings nicht für alle Geräte. Manch ältere und einfache Modelle sind nach der Abschaltung von 3G nicht mehr zu nutzen. Ein Blick auf das Display des Smartphones schafft Klarheit. Steht dort bereits LTE oder 4G muss nichts unternommen werden. Ansonsten sollte unter Netzeinstellungen nachgeschaut werden. Ist der Menüpunkt LTE dort vorhanden, muss er lediglich aktiviert werden, sagt Peter Knaak von der Stiftung Warentest:

"Nur wenn das nicht möglich ist, wenn das Telefon diese Option gar nicht zeigt, dann muss eben das Telefon gewechselt werden. Und wenn die Option ausgegraut ist – also man sieht, dass das Telefon will, aber durch die Karte nicht kann, dann muss man mit dem Anbieter reden und eine neue Karte holen, also einen neuen Vertrag machen."

Das Datenvolumen ist wichtiger als die Datenrate

Wer einen neuen Tarif braucht, kann gewöhnlich zwischen einem sogenannten Prepaid- und einem Vertragstarif wählen. Wichtig sind das Datenvolumen und die Datenrate. Wer beispielsweise öfter Videoclips anschauen will, braucht mindestens zwei Gigabyte Datenvolumen. Die Datenrate betrifft die Down- und Upload-Geschwindigkeiten. Für Peter Knaak kommt es auf ein ordentliches Datenvolumen an:

"Wir sind jetzt bei vier Gigabyte und 13 Euro. Da ist so eine Messlatte, daran kann man sich orientieren. Wer mehr will, muss auch mehr zahlen. Und dann hat man die Frage, wie viel Datenrate – also das Tempo beim Surfen – will ich haben. Und das ist schwerer zu durchschauen. Teurere Verträge bieten eine theoretisch höhere Datenrate, aber wenn ich mir die Funkzelle mit vielen anderen teile, habe ich da nichts von. Ich würde da weniger darauf schielen, als vielmehr auf das Datenvolumen."

Auch in dieser Untersuchung zeigte sich, dass bei günstigen Prepaid-Tarifen die Datenübertragungsraten mit oft nur rund 20 Megabit je Sekunde aufs Handy kommen. Vertragstarife sind meist schneller.

Verträge ab sieben Euro pro Monat

In den meisten Prepaid- und auch Vertragstarifen lässt sich zudem zusätzliches Datenvolumen hinzukaufen. Vor allem Prepaid-Tarife sind schwierig zu vergleichen. Bei den meisten Anbietern fallen bei Vertragsabschluss einmalige Kosten von rund zehn Euro an, aber nicht bei allen. Die günstigsten Verträge für LTE mit Vertragsbindung gehen ab rund sieben Euro pro Monat los. Warentester Peter Knaak:

"Die Telekom und Vodafone sind deutlich teurer als O2, weil die im unteren Preissegment ja räubern. Und jede Menge Altverträge sind gar nicht so gut bestückt, allein deswegen könnte man unter Umständen mal über einen Wechsel nachdenken."

Zumindest dann, wenn sich neue Tarife mit jeweils besseren Datenvolumen und Datenrate von den Altverträgen deutlich unterscheiden. Das aktuelle LTE-Netz wird nach und nach durch einen neuen Mobilfunkstandard ergänzt. Ist es also sinnvoll, diese Option bereits jetzt mit zu buchen? Warentest-Experte Peter Knaak winkt ab.

"3G, welches jetzt bald abgeschaltet wird, das hat 20 Jahre Bestand gehabt. Und das LTE-Funknetz hat womöglich noch zehn Jahre Zukunft. Da müssen wir jetzt noch nicht hingehen, denn im Moment ist es noch besonders teuer, 5G in das Smartphone und einen Tarif mit hineinzunehmen."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk