Dienstag, 21.01.2020
 
Seit 03:52 Uhr Kalenderblatt

"Achtung, Satire!"Journalismus und Kabarett

Was läuft gut, was läuft schlecht im Informationsjournalismus? Mit dieser Frage beschäftigt sich heute das "Kölner Forum für Journalismuskritik", eine Veranstaltung der Deutschlandfunk-Nachrichtenredaktion und der "Initiative Nachrichtenaufklärung" (INA). Die erste Diskussionsrunde stand unter dem Motto "Achtung, Satire!" und drehte sich um Journalismus und Kabarett.

Diskussionsrunde beim 3. Kölner Forum für Journalismuskritik: Hektor Haarkötter, Barbara Ruscher und Wilfried Schmickler (v.l.n.r.) (Bettina Fuerst-Fastre)
Zum dritten Mal laden die Deutschlandfunk-Nachrichtenredaktion und die Initiative Nachrichtenaufklärung zum Kölner Forum für Journalismuskritik. (Bettina Fuerst-Fastre)
Mehr zum Thema

3. Kölner Forum für Journalismuskritik "Fake News" - Neue Gefahr oder alter Hut?

3. Kölner Forum für Journalismuskritik Handwerk und Rückgrat - Journalismus in der Demokratie

Willkommen im DLF24-Liveblog zum 3. Kölner Forum für Journalismuskritik. Hier halten wir Sie den ganzen Tag über die Diskussionsrunden im Kölner Funkhaus auf dem Laufenden. Live mithören können Sie hier, auf Twitter mitlesen unter #kfj17. Den Auftakt machen die Kabarettisten Barbara Ruscher und Wilfried Schmickler, der Kabarett-Autor Dietmar Jakobs sowie der Medienwissenschaftler Dr. Gerd Hallenberger. Moderiert wird die Runde von Prof. Dr. Hektor Haarkötter.


+++ 12:16 Uhr +++ Die Redakteure einer Sendung wie extra3 seien alle Journalisten. Sie liefen Gefahr, den Themen hinterherzulaufen. In der Eile, jede Woche eine Sendung herauszubringen, kämen sie gar nicht dazu, näher über den tieferen Sinn nachzudenken. Auch Hallenberger erkennt den Trend, dass Kabarettisten journalistischer werden. Man müsse Welt-Wissen haben, um heute Kabarett zu machen.

+++ 12:12 Uhr +++ Kabarettisten seien überhaupt nicht lustig, meint Schmickler. Sie seien traurige alte Männer, die über die Welt verzweifelten, die als Strategie hätten, ein wenig satirische Distanz zu finden. Die Wahrheit sei so tief traurig und erschütternd, dass es ungeheuer schwierig sei, darüber Scherze zu machen.

+++ 12.09 Uhr +++ Sie mache kein politisches Kabarett, aber auch keine Comedy, berichtet Ruscher. Die Unterhaltung habe bei ihr hohen Stellenwert, sie gehe nicht ins Kabarett um sich Vorträge anzuhören. "Mich spricht die Mischung zwischen Information und Unterhaltung am meisten an." Sie habe viele Gesellschaftsthemen und ökologische Themen im Programm wie die Vermüllung der Meere, berichtet Ruscher.

+++ 12.06 Uhr +++ Gerade Kabarett brauche Nachrichten, erläutert Hallenberger. Das Programm werde immer über "Welt"-Themen gemacht.

+++ 12.04 Uhr +++ Die Runde kritisiert den großen Anteil der Wettervorhersage an Nachrichtensendungen. Das Wetter sei aufgrund des Ursprungs von Nachrichten so wichtig: Nach "Nachrichten" habe man sich zu richten, erklärt Hallenberger. Der Wetterbericht sei heute das einzige, nach dem man sich im Alltag noch richte.

+++ 11.59 Uhr +++ Dietmar Jakobs lobt am deutschen Fernsehen die öffentlich-rechtlichen Nachrichten. Die seien hervorragend gemacht und könnten sehr gut im Internet nachrecherchiert werden. Spannend habe er das Experiment der ARD gefunden, die die Verfasser von Hasskommentaren zu einem Dialog von Angesicht zu Angesicht aufgefordert hatte. Deutschland habe auch einen guten Standard bei Spielfilmen. Das Privatfernsehen mit seinen Emotionalisierung gefalle ihm nicht gut. Auch in den Nachrichten habe Musik und andere Emotionalisierung nichts verloren. Nachrichten sollten "straight" sein, forderte Jakobs.

+++ 11.52 Uhr +++ Haben die Gäste noch eine gedruckte Tageszeitung abonniert? Barbara Ruscher liest den Kölner Stadtanzeiger und die Süddeutsche Zeitung. Wilfried Schmickler schmökert im Kölner Stadtanzeiger, Express, der taz und der Süddeutschen - aber nicht online. Jakobs hat die Süddeutsche abonniert und liest ansonsten online, etwa bei Spiegel Online. Hallenberger ist seit 1974 treuer Abonnent der Frankfurter Rundschau.

+++ 11.47 Uhr +++ Wilfried Schmickler berichtet von seiner journalistischen Erfahrung: Er war in den 70er Jahren bei einer Schülerzeitung. Selbstverwirklichung sei damals das einzig Wichtige gewesen. "Ich konnte nichts", sagt Schmickler, außer "laut reden". Also sei er Kabarettist geworden. Der Unterschied zwischen einem Journalisten und einem Kabarettisten? Das geschriebene Wort werde von den Leuten sehr viel genauer gelesen. Als Kabarettist könne man sich eine Oberflächlichkeit erlauben, die man sich als Journalist nie erlauben könne, so Schmickler.

+++ 11.43 Uhr +++ Gerade Sendungen wie die heute show basierten auf Informationen aus den Nachrichten, erläutert Hektor Haarkötter. Geht Satire ohne Journalismus? Das ist eine der Fragen, die nun diskutiert werden.

+++ 11.41 Uhr +++ Prof. Dr. Hektor Haarkötter, Geschäftsführer der Initiative Nachrichtenaufklärung, eröffnet die erste Diskussionsrunde unter dem Motto "Achtung, Satire!" zu Journalismus und Kabarett. 

+++ 11.37 Uhr +++ "Ich habe noch nie einen Anruf der Kanzlerin erhalten, auch wenn mir das viele nicht glauben", versichert Deutschlandradio-Intendant Willi Steul. Die Demokratie brauche mehr denn je einen unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit ausreichender Finanzierung. 

+++ 11.20 Uhr +++ Deutschlandradio-Intendant Will Steul fordert in seiner Eröffnungsrede mehr Selbstkritik bei der journalistischen Arbeit. Dazu gehöre nicht nur die Beachtung der handwerklichen Regeln, sondern auch das Bemühen, gegen den Mainstream zu schwimmen. Mit dem Vorwurf "Lügenpresse" müsse sich aber niemand quälen, sagte Steul.

3. Kölner Forum für Journalismuskritik (Bettina Fürst-Fastré)Willi Steul, Intendant des Deutschlandradios (Bettina Fürst-Fastré)

+++ 11.00 Uhr +++ Dr. Marco Bertolaso, Leiter der Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks, eröffnet das 3. Kölner Forum für Journalismuskritik. 

3. Kölner Forum für Journalismuskritik (Bettina Fuerst- Fastre)Dr. Marco Bertolaso, Leiter der Deutschlandfunk-Nachrichtenredaktion (Bettina Fuerst- Fastre)

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk